Erwärmungsstreifen global 1850–2019. Mit seiner grafischen Darstellung zeigt der britische Meteorologieprofessor Ed Hawkins die Klimaerwärmung: Jeder Streifen steht für ein Jahr.
Fotos: Professor Ed Hawkins (University of Reading) CC BY 4.0, Kaisa Sojakka / Red Cross, Birrer Photography, zVg

Es wird Jahre dauern, nicht Momente

Strategische Gemeinsamkeiten

Wirt­schafts­nahe Stif­tun­gen und Unter­neh­mens­stif­tun­gen im Umwelt­be­reich nutzen ihr Know-how und Netz­werk, um einen Unter­schied zu machen.

«Die Klima­the­ma­tik wird immer rele­van­ter. Und es wird wich­ti­ger, dass wir neue Lösun­gen finden», sagt Vincent Eckert. Der Geschäfts­füh­rer der Klima­stif­tung Schweiz ist über­zeugt: «Wollen wir die Klima­ziele errei­chen, brau­chen wir inno­va­tive Technologien.»

Die Klima­stif­tung Schweiz ist eine frei­wil­lige Initia­tive aus der Wirt­schaft und wird aktu­ell von 23 Part­ner­fir­men getra­gen – Dienst­lei­ster, Banken und Versi­che­rer aus der Schweiz und Liech­ten­stein, die der Stif­tung die Rück­ver­tei­lung ihrer CO2-Abgabe spen­den: In der Schweiz wird auf fossile Ener­gie­quel­len eine CO2-Abgabe erho­ben. Ein Teil davon, 2020 waren dies 188 Millio­nen Fran­ken, fliesst zurück an die Unter­neh­men in Abhän­gig­keit der Lohn­summe. Unter­neh­men, die wenig Heizöl und Gas verbrau­chen, erhal­ten dadurch mehr zurück, als sie bezahlt haben.

Diese Summe spen­den die Part­ner­fir­men der Klima­stif­tung Schweiz. Jedes Jahr kommen dadurch zwischen drei bis sechs Millio­nen Fran­ken zusam­men, welche die Stif­tung in Klima­schutz­pro­jekte von KMU inve­stiert. «Indem wir die Kräfte unse­rer Part­ner­un­ter­neh­men bündeln, entfal­tet die Rück­ver­tei­lung der CO2-Abgabe ihre grösst­mög­li­che Wirkung. Damit kann die Klima­stif­tung Schweiz einen Unter­schied machen», sagt Vincent Eckert. 

Für die Wirt­schaft und das Klima

Mit den Geldern unter­stützt die Klima­stif­tung Schweiz Projekte von KMU, die beispiels­weise Mass­nah­men für eine bessere Ener­gie­ef­fi­zi­enz ergrei­fen. Oder sie fördert Unter­neh­men, die inno­va­tive Produkte und Tech­no­lo­gien entwickeln, die einen Beitrag zum Klima­schutz leisten. Vincent Eckert: «Gerade die Entwick­lung inno­va­ti­ver Lösun­gen kann sehr lange dauern. Viele KMU sind bei diesem Prozess auf Unter­stüt­zung ange­wie­sen. Hier setzt die Klima­stif­tung Schweiz mit ihrer unkom­pli­zier­ten Förde­rung an.» Rund 1700 KMU sind seit der Grün­dung der Stif­tung in den Genuss dieser Förde­rung gekom­men. Und auch die Part­ner­un­ter­neh­men profi­tie­ren: von einem brei­ten und enga­gier­ten Netz­werk, dem Zugang zu Inno­va­tio­nen, einem star­ken Mitspra­che­recht und posi­ti­ven Repu­ta­ti­ons­ef­fek­ten. «Die Stif­tung agiert nach dem Motto: ‹Von der Wirt­schaft für die Wirt­schaft und das Klima.› Das hat sich bewährt», so Vincent Eckert.

Komple­men­täre Rolle

Das Enga­ge­ment von Unter­neh­men via Stif­tun­gen im Bereich Nach­hal­tig­keit ist beacht­lich, und oft wenig bekannt in der Öffent­lich­keit. Zahl­rei­che Firmen enga­gie­ren sich direkt in ihren eige­nen Unter­neh­mens­stif­tun­gen. Diese profi­tie­ren von der Nähe zum Unter­neh­men. Doch auch die Firmen gewinnen. 

«Die Stif­tung hat eine komple­men­täre Rolle», sagt David Nash, Senior Mana­ger der Z Zurich Foun­da­tion. 1973 als Zürich Vita Alpina Jubi­lä­ums­stif­tung gegrün­det, wurde sie 2008 in Z Zurich Foun­da­tion umbe­nannt. Die Zurich Versi­che­rung habe in den vergan­ge­nen Jahren ihre eigene Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie erar­bei­tet, erklärt David Nash das Zusam­men­spiel. Der Versi­che­rer fokus­siere sich darauf, gemäss den Zielen des Pari­ser Klima­ab­kom­mens der Klima­er­wär­mung entge­gen­zu­wir­ken: Wie lässt sich der eigene CO2-Fuss­ab­druck redu­zie­ren oder wie bewegt man Kundin­nen und Kunden zu einem klima­freund­li­che­ren Verhal­ten? Die Stif­tung dage­gen richte ihre Tätig­kei­ten auf von den Klima­ver­än­de­run­gen betrof­fene verletz­li­che Menschen aus.

Die Klima­er­wär­mung führt zu extre­men Wetter­si­tua­tio­nen, Stark­re­gen und Stür­men. Das trifft Menschen. «Wir arbei­ten vor Ort, wir gehen dort­hin, wo die Menschen sind», so David Nash. «Wir wollen in betrof­fe­nen Gemein­schaf­ten das Bewusst­sein für die Verän­de­rung vermit­teln und ihnen helfen zu verste­hen, dass sie sich anpas­sen müssen.» Denn es werde mehr Kata­stro­phen durch Natur­ge­fah­ren geben. Hier will die Stif­tung mit dem Flood-Resi­li­ence-Alli­ance-Programm helfen. Die Menschen sollen ihre Gemein­schaf­ten gezielt für die Gefah­ren zukünf­ti­ger Über­schwem­mun­gen resi­li­en­ter gestalten. 

Resi­li­en­tere Welt

Im Bestre­ben, resi­li­en­tere Gesell­schaf­ten zu schaf­fen, enga­giert sich auch die 2011 gegrün­dete Swiss Re Foun­da­tion für die Nachhaltigkeit. 

Ihr Direk­tor Stefan Huber Fux nimmt uns in seinem Beispiel für die Stif­tungs­tä­tig­keit mit auf die Halb­in­sel Yuca­tán in Mexiko. «Kari­bi­sche Strände – para­die­sisch. Der Küste vorge­la­gert ist eines der global bedeu­tend­sten Riffe. Seine Biodi­ver­si­tät ist von enor­mem Reich­tum.» Das Riff spiele aber auch für die lokale Bevöl­ke­rung eine zentrale Rolle – für die Fische­rei und vor allem auch für die milli­ar­den­schwere Touris­mus­in­du­strie. Doch insbe­son­dere Wirbel­stürme tref­fen die Region immer wieder mit oftmals verhee­ren­den Folgen. «Forschungs­ar­bei­ten zeigen nun, dass ein intak­tes Riff den kosten­gün­stig­sten und wirkungs­stärk­sten Schutz für die Küsten­re­gion bietet.»

Basie­rend auf dieser Erkennt­nis ist der Swiss Re Foun­da­tion gemein­sam mit loka­len Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen erst­mals gelun­gen, diesen Wert des Riffs zu berech­nen. Dies ebnet den Weg für eine Versi­che­rungs­lö­sung, bei dem Nutz­nies­ser der Schutz­wir­kung, etwa Hotel­be­sit­ze­rin­nen und ‑besit­zer, für diese bezah­len. «Unser Fokus besteht darin zu verste­hen, wie ein Riff lang­fri­stig all seine Funk­tio­nen für das lokale System aufrecht­erhal­ten kann und wie lokale Grup­pen die notwen­di­gen ‹Unter­halts­ar­bei­ten› selb­stän­dig leisten können.» In einer Koral­len­auf­zucht­sta­tion werden junge Koral­len heran­ge­züch­tet, um sie später an stark beschä­dig­ten Stel­len des Riffs anzu­pflan­zen, vergleich­bar mit einer Baum­schule. Stefan Huber Fux ist über­zeugt, dass wir gerade mit solch sektor­über­grei­fen­der Zusam­men­ar­beit den immensen Heraus­for­de­run­gen auf dem Weg zu einer resi­li­en­te­ren, das heisst wider­stands­fä­hi­ge­ren Welt am besten begeg­nen können. Um dies zu errei­chen, ist das Netz­werk ins eigene Unter­neh­men zentral. «Gerade als Unter­neh­mens­stif­tung sehen wir in unse­ren Mitar­bei­ten­den wich­tige Part­ner, deren Exper­tise mass­geb­lich zur Entwick­lung neuer Lösun­gen beitra­gen kann», sagt er. Ebenso profi­tiert die Stif­tung von der Repu­ta­tion. «Weil wir im inter­na­tio­na­len Vergleich eine rela­tiv kleine Stif­tung sind, hilft uns zwei­fels­ohne auch die Repu­ta­tion von Swiss Re als Türöff­ne­rin», so der Direk­tor und er nennt einen zentra­len Punkt für das funk­tio­nie­rende Zusam­men­spiel: Das Mutter­haus Swiss Re steht hinter der glei­chen Vision einer resi­li­en­te­ren Welt. Trotz­dem hat die Zusam­men­ar­beit auch Gren­zen. So ist die Stif­tung geogra­fisch auch in vielen Ländern tätig, die bei Swiss Re nicht weit oben auf der Prio­ri­tä­ten­li­ste stehen. 

Der Fokus auf Wirkung vor Ort, gepaart mit einer gewis­sen Unab­hän­gig­keit vom Unter­neh­men, prägt auch die Arbeit der Syngenta Foun­da­tion. Seit 40 Jahren setzt sie sich für eine nach­hal­tige klein­bäu­er­li­che Land­wirt­schaft ein. 

«Wir können auch Themen ange­hen, die für Klein­bäue­rin­nen lokal wich­tig, aber global gese­hen kommer­zi­ell weni­ger inter­es­sant sind», sagt Kommu­ni­ka­ti­ons­lei­ter Paul Castle.
 Während das Unter­neh­men global profit­ori­en­tiert tätig sei, könne die Stif­tung befreit vom Quar­tals­druck und von der Fokus­sie­rung auf Umsatz- und Rendi­te­zwang agie­ren. Aller­dings sieht Paul Castle auch im Tätig­keits­ge­biet der Stif­tung die Wirt­schaft­lich­keit. «Nebst der ökolo­gi­schen und sozia­len zählt auch die ökono­mi­sche Nachhaltigkeit.»

Die «Land-Wirt­schaft» sei nur nach­hal­tig, wenn sie für künf­tige Genera­tio­nen eine attrak­tive Berufs­wahl darstelle. «Es ist auch für Klein­bäue­rin­nen viel nach­hal­ti­ger, wenn die Entwick­lungs­ar­beit Markt­sy­steme aufbaut, statt Almo­sen zu vertei­len. Da müssen wir aber an vielen Orten noch Über­zeu­gungs­ar­beit leisten.» 

Konstruk­tive Zusammenarbeit

Kommer­zi­ell, ökolo­gisch und gesell­schaft­lich von Inter­esse ist das Thema, das SENS bear­bei­tet. Seit 1990 zeigt SENS, wie eine Stif­tung erfolg­reich agie­ren kann. Zu den Stif­tern gehö­ren unter ande­rem Coop und Migros oder auch die Ruag und der Kanton Aargau. Die Stif­tung nimmt das Anlie­gen der Unter­neh­men für privat­wirt­schaft­li­che umwelt­ge­rechte Entsor­gungs­lö­sun­gen auf – über­ge­ord­net und unab­hän­gig von den sich konkur­ren­zie­ren­den Unter­neh­men, welche hier nach der erwei­ter­ten Produ­zen­ten­ver­ant­wor­tung agie­ren. Sie garan­tiert beispiels­weise das Rück­nah­me­sy­stem für elek­tri­sche und elek­tro­ni­sche Haus­halts­ge­räte über die vorge­zo­gene Recy­cling­ge­bühr vRG. Entspre­chend wich­tig ist der Austausch mit den Partnern.

«Die Zusam­men­ar­beit mit der Wirt­schaft war immer und ist nach wie vor eng und part­ner­schaft­lich», sagt Kommu­ni­ka­ti­ons­lei­te­rin Sabrina Bjöörn. Sie garan­tiert die nach­hal­tige Entwick­lung. Part­ner können ihre Bedürf­nisse direkt adres­sie­ren. Die Stif­tung nimmt sie auf. Die Zusam­men­ar­beit funk­tio­niere ausge­spro­chen konstruk­tiv, sagt Sabrina Bjöörn. «Natür­lich auch, weil Nach­hal­tig­keit und Scho­nung der Ressour­cen bei unse­rem Wirken im Vorder­grund stehen. Konkur­renz­den­ken kennen wir in dieser Bezie­hung nicht.»

Auch die Frei­wil­lig­keit des Systems ist entschei­dend und hat den beacht­li­chen Erfolg ermög­licht, wie es die Zahlen zeigen. So hat SENS in den vergan­ge­nen 30 Jahren beispiels­weise für die korrekte Entsor­gung von 1,2 Millio­nen Tonnen Elek­tro­ge­rä­ten gesorgt. Aller­dings ist zukünf­tig der Online­han­del eine Heraus­for­de­rung. «Der Online­han­del in der Schweiz macht schon gut mit bei der vRG», sagt Sabrina Bjöörn. Schwie­ri­ger sei die Situa­tion bei auslän­di­schen Online­händ­lern. Neben der Möglich­keit für die Konsu­men­tin­nen und Konsu­men­ten, selbst die vRG frei­wil­lig zu beglei­chen, arbei­tet SENS deswe­gen auch mit auslän­di­schen Orga­ni­sa­tio­nen zusam­men. Aber auch im Inland ist die Zusam­men­ar­beit mit wich­ti­gen Part­nern für den Erfolg entschei­dend. Am direk­te­sten kann dies über eine Vertre­tung im Stif­tungs­rat gesche­hen. «Der FEA, Fach­ver­band Elek­tro­ap­pa­rate für Haus­halt und Gewerbe ist beispiels­weise in unse­rem Stif­tungs­rat und vertritt dort die Bedürf­nisse seiner Mitglie­der», sagt Sabrina Bjöörn. 

Erwär­mungs­strei­fen Europa 1901–2019.
Die Farbe illu­striert die Abwei­chung der Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur nach unten (blau) und oben (rot).

Starke Beset­zung

Bei vielen Unter­neh­mens­stif­tun­gen stärkt die Beset­zung des Stif­tungs­rats mit Mitglie­dern aus dem Unter­neh­men die Verbin­dung zum Geschäfts­be­reich. Die Wirkung ist beid­sei­tig. Sie bietet den Einbe­zug des Know-how sowie wich­ti­ger Kontakte aus dem Unter­neh­men. Gleich­zei­tig festigt sie die Bedeu­tung der Stif­tung für das Unter­neh­men. «Uns hat diese Aufstel­lung sehr gehol­fen», sagt Stefan Huber Fux. Für die Zukunft stellt er aller­dings in Aussicht, dass nach erfolg­rei­cher Etablie­rung der Stif­tung verstärkt externe Exper­tin­nen und Exper­ten einbe­zo­gen werden könn­ten. Bei der Z Zurich Foun­da­tion sieht es ähnlich aus. Beinahe der ganze Stif­tungs­rat stammt aktu­ell aus dem Unter­neh­men. «Dadurch ist die Stif­tung sehr nahe am Geschäft», sagt David Nash. Das helfe bei der fort­lau­fen­den Unter­stüt­zung. Das macht die Zusam­men­ar­beit effi­zi­ent. «Mit dem Unter­neh­men abge­stimmt zu sein hilft uns auch, rele­vant zu blei­ben», sagt er. Es zeigt, dass die Foun­da­tion im stra­te­gi­schen Inter­esse des Unter­neh­mens ist. Aber auf der ande­ren Seite fehle die externe Meinung, aus welcher Entschei­dun­gen gestärkt werden können. Ähnlich klingt es auch bei Paul Castle. Die enge Verbun­den­heit zu Syngenta zeige sich beim Stif­tungs­rats­prä­si­dium, das der CEO von Syngenta, Erik Fyrwald, inne­hat. «Es ist ein Vorteil, stets eine Verbin­dung zum Unter­neh­men auf Topni­veau zu haben. Eriks drei Vorgän­ger im Präsi­dium waren Verwal­tungs­rats­vor­sit­zende von Syngenta», sagt Paul Castle. Gleich­zei­tig nimmt er einen Punkt auf, der auch andere Unter­neh­mens­stif­tun­gen beschäf­tigt: «Wir sind aller­dings froh, dass sonst keine Mitar­bei­ten­den der Firma im Stif­tungs­rat sitzen. So haben wir eine gesunde Mischung aus Nähe und Unab­hän­gig­keit.» Paul Castle betont, dass die Stif­tung eine sepa­rate juri­sti­sche Einheit ist. Die Tren­nung vom Geschäft ist in den Statu­ten fest­ge­hal­ten. Sie erlau­ben es der Stif­tung, nur ausser­halb der kommer­zi­el­len Akti­vi­tä­ten von Syngenta zu arbei­ten. Gleich­zei­tig gehört die Syngenta Foun­da­tion zu jenen Firmen­stif­tun­gen, die auf thema­tisch ähnli­chem Gebiet arbei­ten wie «ihr» Unter­neh­men. Die fach­li­che Nähe bietet den gros­sen Vorteil des Exper­ti­sen­aus­tau­sches. «Über gesunde Erde, kranke Pflan­zen und digi­tale Werk­zeuge können wir stun­den­lang mitein­an­der reden», so Paul Castle. Die Unab­hän­gig­keit ermög­licht der Stif­tung ein viel brei­te­res Themen­spek­trum – bei der Firma gehö­ren zum Beispiel Bewäs­se­rungs­ge­räte, klein­bäu­er­li­che Orga­ni­sa­tio­nen oder deren Markt­zu­gang nicht zum Geschäfts­all­tag. Forschungs- und Entwick­lungs­part­ner, mit denen die Stif­tung zusam­men­ar­bei­tet, inter­es­sie­ren sich meist für Anbau­kul­tu­ren, die für grosse Firmen kommer­zi­ell unbe­deu­tend sind, wie Maniok oder die äthio­pi­sche Zwerg­hirse Teff. Die Syngenta Foun­da­tion arbei­tet immer in Part­ner­schaf­ten. «Stif­tun­gen – typi­scher­weise als Geld­ge­be­rin­nen – gehö­ren ebenso dazu wie verschie­den­ste andere Insti­tu­tio­nen, von NGOs bis Mini­ste­rien, von Univer­si­tä­ten bis Versi­che­rungs­fir­men», sagt Paul Castle.

Erwär­mungs­strei­fen Schweiz 1864–2019.
Es könnte moderne Kunst sein, zeigt jedoch eindrück­lich die Zunahme der roten Strei­fen resp. der wärme­ren Temperaturen.

Es geht nur gemeinsam

Gemein­sam wird wich­ti­ger. Trotz Pande­mie gewin­nen die Themen Nach­hal­tig­keit und Klima­wan­del weiter an Bedeu­tung. Für eine klima­neu­trale Zukunft braucht es Inno­va­tio­nen – zum Beispiel Lösun­gen, um Immo­bi­li­en­port­fo­lios CO2-neutral zu machen oder um der Atmo­sphäre CO2 zu entzie­hen und es lang­fri­stig zu spei­chern. Um solche Tech­no­lo­gien wirk­sam und lang­fri­stig zu fördern, braucht es den Einsatz von allen. Unter­neh­men wollen und müssen sich dem Thema anneh­men. «Das ist sehr gut so», sagt Vincent Eckert. «Wir sehen, dass das Inter­esse zunimmt.» Das Know-how der Klima­stif­tung Schweiz ist gefragt. Insge­samt hätten die Unter­neh­men reali­siert, dass sie die Heraus­for­de­rung Klima­schutz nicht mehr alleine stem­men könn­ten, sagt Vincent Eckert. «Es geht nur über Alli­an­zen.» Den gemein­sa­men Effort betont auch Stefan Huber Fux. Und er begrüsst es, dass viele Jugend­li­che aufge­wacht sind und sich aktiv bei der Gestal­tung ihrer Zukunft einbrin­gen. «Denn sie haben verstan­den, dass es hier um die Reali­tät geht, in der sie alle noch viel länger leben werden als viele aktu­elle Entschei­dungs­trä­ger.» Die Zeit drängt. Die Menschen würden erst lang­sam reali­sie­ren, dass der näch­ste Meilen­stein der Klima­po­li­tik 2030 nicht mehr weit weg ist, hält David Nash fest. «Es geschieht jetzt inner­halb einer Lebens­zeit.» Das mache die Dring­lich­keit offen­sicht­lich. Und dennoch nennt er als grösste Heraus­for­de­rung die Geduld. «Trotz der Dring­lich­keit müssen wir die Menschen über­zeu­gen, dass die Wirkung nicht unbe­dingt unmit­tel­bar eintrifft.» Um diese existen­zi­elle Krise zu bewäl­ti­gen, brau­che es die Arbeit von Jahren, nicht von Momen­ten. Dies verlange nach neuen Formen von Part­ner­schaf­ten. So arbei­tet auch die Flood Resi­li­ence Alli­ance. Sie nutzt die kollek­tive Intel­li­genz aller Betei­lig­ten. «Fähig­kei­ten und Ressour­cen aller sollen wirken», so David Nash. Er erklärt, dass das intel­lek­tu­elle Kapi­tal dieser Arbeit, die «Werk­zeug­ki­ste», allen offen­ste­hen soll. «Wir nutzen einen kolla­bo­ra­ti­ven Ansatz. Die Stif­tung ist ein Teil», sagt David Nash. «Wir müssen die verschie­de­nen Perspek­ti­ven nutzen, denn es wird nicht ein Sektor sein, der das Problem löst. Je mehr Part­ner aus mehr Sekto­ren, desto grös­ser ist die Wirkung.»

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