Finan­zi­elle Heraus­for­de­run­gen bei NPO in der Coronakrise

Die am 1. Dezember erschienene sechste Auflage des Jahrbuchs für Hilfswerke 2020 befasst sich schwerpunktmässig mit der finanziellen Situation von Schweizer Nonprofit Organisationen (NPO). Gemäss dem Jahrbuch wiesen 2019, vor der Pandemie, viele NPO solide Reserven aus. Ein weiterer Schwerpunkt zeigt die Auswirkungen der Pandemie auf die Finanzmärkte und auf die Anlagen der Hilfswerke.

Die Analyse des vorlie­gen­den, zum sech­sten Mal aufge­leg­ten Jahr­buchs der Hilfs­werke basiert auf den Jahres­rech­nun­gen 2019 von 452 von 499 Zewo-zerti­fi­zier­ten NPO in der Schweiz.

Poten­zial nach oben bei Reser­ve­quo­ten
Die Reser­ve­quote gibt an, wie viele Monate das aufge­führte Orga­ni­sa­ti­ons­ka­pi­tal einer NPO bei Jahres­ab­schluss reichen würde, um den Betriebs­auf­wand zu finan­zie­ren. Die Zewo empfiehlt gemäss dem Jahr­buch eine Reser­ve­quote zwischen drei und 18 Mona­ten. Die vorlie­gende Analyse zeigt, rund 40 Prozent weichen von diesen Empfeh­lun­gen ab. Insbe­son­dere in den Tätig­keits­fel­dern «Heime Inland» und «Huma­ni­tä­res Ausland» verfü­gen viele NPO weni­ger als für drei Monate Reserven.

Mehr grosse Nonpro­fit Orga­ni­sa­tio­nen
Die Analyse zeigt, dass die Anzahl gros­ser Orga­ni­sa­tio­nen (Betriebs­auf­wand über zehn Millio­nen Fran­ken) weiter gestie­gen ist, seit 2015 um neun Prozent. Weiter zuge­nom­men, so die Verfas­se­rin­nen und Verfas­ser, habe auch die Spann­weite zwischen den klein­sten 25 Prozent und den gröss­ten 25 Prozent der analy­sier­ten NPO.

Nur geringe Anla­ge­ver­lu­ste während der Coro­na­krise
Gemäss der vorlie­gen­den Analyse haben die NPO ihr Vermö­gen im Vergleich zu Pensi­ons­kas­sen offen­bar vorsich­ti­ger ange­legt. Das hat der Finanz­markt­ein­bruch zu Beginn der Coro­na­krise im März 2020 zu Tage gebracht. Die Verfas­ser erklä­ren dies mit den höhe­ren Rendi­te­zie­len der Pensi­ons­kas­sen. Sie müssen entspre­chend risi­ko­rei­cher inve­stie­ren. Die Schät­zung bei den Einbus­sen der NPO liegt bei rund drei Prozent. Zwischen­zeit­lich haben sich die Akti­en­märkte wieder erholt und sowohl die Pensi­ons­kas­sen als auch die NPO konn­ten ihre Verlu­ste weit­ge­hend wieder aufholen.

NPO Data Lab für inter­ak­tive Analyse ab März

Unter­stützt von der Gebert Rüf Stif­tung wurde ein NPO Data Lab entwickelt. Dieses soll neben dem Jahr­buch den Hilfs­wer­ken als inter­ak­tive Webseite zur Verfü­gung stehen. Darauf können die NPO Vergleichs­werte abru­fen und indi­vi­du­elle Analy­sen durchführen.

Über das Jahr­buch der Hilfs­werke: Das Jahr­buch der Hilfs­werke wird jähr­lich im Dezem­ber vom Center for Phil­an­thropy Studies der Univer­si­tät Basel und der Bera­tungs­firma PPCme­trics veröffentlicht.

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