Neu im Stif­tungs­rat? Trauen Sie sich, Fragen zu stellen!

Von einem neuen Stif­tungs­rats­mit­glied wird erwar­tet, dass es
Entscheide fällt und mitträgt — und zwar von Beginn an. Fühlen Sie sich hierzu bereit? Schaf­fen Sie Sicher­heit, indem Sie Fragen stel­len und die Orga­ni­sa­tion kennen­ler­nen. Denn eines steht fest: Diskrete Zurück­hal­tung im ersten Amts­jahr ist der falsche Weg.

Lang­jäh­rige Mitglie­der des Stif­tungs­rats kennen ihren Tätig­keits­be­reich wie ihre eigene Hosen­ta­sche und sind mit allen Begriff­lich­kei­ten vertraut, die im Kontext ihrer Arbeit wieder­keh­rend zur Anwen­dung kommen. Anders gestal­tet sich die Situa­tion biswei­len für neue Mitglie­der in der Runde: Nicht selten wirken die bespro­che­nen Themen auf sie wie ein Buch mit sieben Siegeln. Ergeht es auch Ihnen manch­mal so? Fragen Sie, wenn Sie etwas nicht verste­hen. Fragen bedeu­tet Inter­esse – und nicht Schwäche.

Gibt es für mich ein Einführungsprogramm?

Neue Mitar­bei­tende werden übli­cher­weise im Rahmen eines Einfüh­rungs­pro­gramms mit den Rahmen­be­din­gun­gen ihrer Arbeit vertraut gemacht. Fordern Sie dasselbe auch für sich als Stif­tungs­rats­mit­glied ein. Wenn Sie die Orga­ni­sa­tion kennen, können Sie bessere Entscheide treffen.

Zu empfeh­len ist eine Einfüh­rung in die Tätig­keit des Stif­tungs­rats: Wie funk­tio­nie­ren wir, wie werden Sitzung vorbe­rei­tet, was wird von mir erwar­tet, welche Kompe­ten­zen habe ich? Gleich­sam wich­tig ist aber auch eine Einfüh­rung in die Tätig­keit der Orga­ni­sa­tion. Je nach Grösse und Tätig­keits­ge­biet der Stif­tung gibt es Mitar­bei­tende oder Teams, die Ihnen einen Einblick in das Tages­ge­schäft verschaf­fen können.

Wo sind die Struk­tu­ren der Stif­tung geregelt?

Lassen Sie sich die Grund­la­gen­do­ku­mente Ihrer Stif­tung aushän­di­gen. Stif­tungs­sta­tut und Stif­tungs­ur­kunde sowie Regle­mente geben Aufschluss über die Aufga­ben, den Aufbau, die Kompe­ten­zen und Verant­wort­lich­kei­ten der Gremien und Personen.

Haben wir stra­te­gi­sche Vorgaben?

Die Steue­rung ist wohl die wich­tig­ste Aufgabe der Führungs­gre­mien einer NPO. Dazu gehört, dass sich die Orga­ni­sa­tion mit ihrem Umfeld ausein­an­der­setzt, in die Zukunft blickt und sich lang­fri­stige Ziele setzt. Bei der Steue­rung ist wesent­lich, dass nicht nur Ziele gesetzt werden, sondern auch konkrete Mass­nah­men und die dazu notwen­di­gen Mittel und Ressour­cen geplant werden. 

Bestehen bei Ihrer Stif­tung Stra­te­gie­pa­piere? Wo entwickelt sich die Orga­ni­sa­tion hin? Was will man tun und was nicht?

Stehen wir finan­zi­ell gut da?

Die Verant­wor­tung für die Finan­zen liegt beim gesam­ten Stif­tungs­rat und nicht nur beim finanz­ver­ant­wort­li­chen Stif­tungs­rats­mit­glied. Lassen Sie sich die Finan­zen der Stif­tung erklä­ren: Bestehen finan­zi­elle Risi­ken? Sind die Finan­zen «gesund»? Wie werden zum Beispiel Tarife errech­net, die für Dienst­lei­stun­gen verlangt werden? Wer die Einfluss­fak­to­ren für den (finan­zi­el­len) Erfolg kennt, kann entspre­chend steu­ernde Entscheide fällen.

Haben wir ein Risikomanagement?

Unab­hän­gig von der Grösse hat jede Stif­tung ein Risi­ko­ma­nage­ment­sy­stem fest­zu­le­gen. Sind die entschei­den­den Risi­ken sowie Schwach­stel­len der Orga­ni­sa­tion erkannt und bewer­tet worden und sind Mass­nah­men zur Risi­ko­min­de­rung etabliert? Bestehen zum Beispiel im Finanz­be­reich Über­wa­chungs­re­geln und ‑abläufe, die für eine ordnungs­ge­mässe Geschäfts­füh­rung erfor­der­lich sind und Scha­den vermeiden?

Hat die Stif­tung eine Organhaftpflichtversicherung?

Ab Amts­an­tritt sind Sie verant­wort­lich für die Ergeb­nisse, denn sie basie­ren auf Ihren Entschei­dun­gen. Diese Verant­wor­tung wahr­zu­neh­men, setzt Kennt­nis der Rahmen­be­din­gun­gen voraus.

Wenn Mitglie­der des stra­te­gi­schen Organs ihre Pflich­ten verlet­zen und ein Scha­den entsteht, haften diese persön­lich mit ihrem Privat­ver­mö­gen. Eine Organ­haft­pflicht­ver­si­che­rung durch die Stif­tung sichert die Mitglie­der des Stif­tungs­rats ab. Ehren­amt­lich­keit schützt nicht vor Haftung.

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