Aline Trede, Grünen-Nationalrätin und Co-Präsidentin von BeCycling.

Aline Trede: «Es ist noch ein gros­ser Effort nötig»

Am Samstag, 18. Juni 2022, startet in Vaduz die Tour de Suisse Women. Mit dabei: das Regionalteam der Stiftung BeCycling. Grünen-Nationalrätin Aline Trede ist Co-Präsidentin von BeCycling. Sie sieht das Konzept eines eigenen Teams als Erfolg.

Die Stif­tung BeCy­cling fördert den Nach­wuchs im Radsport: Welche Bedeu­tung haben Veran­stal­tun­gen wie die Tour de Suisse oder die Tour de Suisse Women hierzu?

Aline Trede: Die Stif­tung BeCy­cling beginnt bei den Kindern, mit Kidi­cal masses bspw., damit Kinder auch mal in Sicher­heit auf der Strasse Velo­fah­ren können. Die Tour de Suisse gibt Nachwuchsathlet*innen ein Schau­fen­ster. Deswe­gen freue ich mich sehr, dass wir dieses Jahr wieder ein Frau­en­team am Start der Tour de Suisse Women haben.

Zum zwei­ten Mal tritt ein BeCy­cling-Regio­nal­team mit Nach­wuchs­sport­le­rin­nen an der Tour de Suisse Women an. Hat sich das Konzept, ein eige­nes Team zu stel­len, bewährt?

Ja. Es gibt den jungen Athle­tin­nen die Möglich­keit, Etap­pen­ren­nen zu fahren und in einem star­ken Feld Erfah­run­gen – auch für die Taktik – zu gewin­nen. Zudem ist die Tour de Suisse im eige­nen Land. Das ist immer spezi­ell und nach­hal­tig, da keine gros­sen Reisen gemacht werden müssen.

Die Tour de Suisse gibt Nachwuchsathlet*innen ein Schaufenster.

Aline Trede

Wie schwie­rig ist es, Mittel für das BeCy­cling-Regio­nal­team zu sammeln?

Wir hatten allge­mein einen nicht ganz einfa­chen Start mit BeCy­cling. Direkt nach der Grün­dung kamen die Pande­mie und der Lock­down – viele unse­rer Star­te­vents muss­ten abge­sagt werden. Wenn wir für ein konkre­tes Projekt finan­zi­elle Unter­stüt­zung suchen, dann ist das einfa­cher möglich als bspw. für das Back­of­fice und die Orga­ni­sa­tion der Events. Wir planen deshalb verschie­dene Bene­fiz-Veran­stal­tun­gen, bspw. ein VeLotto am 27. Oktober.

Wie steht es um den Nach­wuchs im Frauenradsport?

Der Nach­wuchs ist da. Es gibt immer mehr junge Frauen, die Fahr­rad fahren und diesen Sport betrei­ben. Das Frau­en­för­der­pro­gramm von Swiss Cycling fruch­tet. In den Kate­go­rien Profi, Chal­len­ge­rin und Talents finden sich auch immer wieder Nach­wuchs­fah­re­rin­nen. Gerade bei der Talent­sich­tung stel­len wir fest, dass mehr Frauen fahren. Aber: Es sind noch immer nicht genug oder vergleich­bar viele wie bei den Männern. Darum ist noch ein gros­ser Effort nötig und wir versu­chen mit BeCy­cling unse­ren Teil beizutragen.

Ist ein profes­sio­nel­les Trai­ning ohne gemein­nüt­zige Unter­stüt­zung wie von BeCy­cling über­haupt denkbar?

Viele regio­nale Projekte und Ange­bote laufen sehr gut und werden dort auch unter­stützt. Aber es ist so: Es braucht noch viel mehr Unter­stüt­zung für regio­nale Stütz­punkte sowie für die Koor­di­na­tion und Initi­ie­rung von lang­fri­sti­gen Ange­bo­ten für Kinder und Jugend­li­che im Bereich Velo. Dabei bräuchte es oftmals nicht viel. Immer wieder erhal­ten wir Anfra­gen für die Unter­stüt­zung eines Trai­nings­la­gers. Das sind Dinge, die in das Budget einer Bike­school oder eines Velo­clubs nicht mehr hinein passen. Da unter­stüt­zen wir gerne.

Diese Frei­heit und die damit gewon­nene Selbst­si­cher­heit möch­ten wir auch den Kindern und Jugend­li­chen mitgeben.

Aline Trede

Der Radsport wird viel­fäl­ti­ger. Macht das Ihre Arbeit als Stif­tung anspruchsvoller?

Anspruchs­voll ist vieles im Leben ;-). Das macht die Arbeit viel schö­ner. Es gibt so viele tolle Projekte und ja, das Velo ist einfach ein wunder­ba­res Verkehrs­mit­tel, aber eben auch ein Sport­ge­rät. Das Frei­heits­ge­fühl ist auf dem Renn­velo mit Geschwin­dig­keit, mit dem Bike im Wald oder auf dem BMX in der Luft das Schön­ste an diesem Sport. Diese Frei­heit und die damit gewon­nene Selbst­si­cher­heit möch­ten wir auch den Kindern und Jugend­li­chen mitgeben.

Was ist ihre persön­li­che Moti­va­tion, sich bei BeCy­cling zu engagieren?

Für mich ist das Velo einfach etwas Wunder­ba­res. Und ich möchte dies gerne allen Kindern und Jugend­li­chen mitge­ben. Ich bin über­zeugt, dass Velo­fah­ren das Selbst­wert­ge­fühl stei­gert und glück­li­cher macht. Als Verkehrs­mit­tel ist es das zukunfts­ge­rich­tet­ste, als Sport ist Velo­fah­ren nach­hal­tig und gesund. 

Ist ein Velo für Sie mehr Sport­ge­rät oder Transportmittel?

Beides. Und es ist nicht das glei­che. Ich habe ein Velo für den Alltag, das viel Gepäck tragen kann. Und ich habe ein Velo für die Strasse und ein Bike für Neben­wege. Es sind also verschie­dene Geräte.


Infos zur Tour de Suisse Women.

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