Vergangenen Freitag endete die siebte Sitzung der Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA‑7). Die Umweltorganisation OceanCare zieht ein besorgtes Fazit. Sie sieht eine «Aushöhlung wissenschaftlich fundierter Entscheidungsprozesse, die schwindende zivilgesellschaftliche Teilhabe und nachlassende Ambition in der globalen Umweltpolitik», wie sie in einer Mitteilung schreibt.
Wissenschaft unter Druck
Die Geschäftsführerin von OceanCare Fabienne McLellan war an der Versammlung in Nairobi, Kenia, vor Ort. Sie sagt: «Bei mehreren Tagesordnungspunkten wurden wissenschaftliche Erkenntnisse in Frage gestellt, und zwar nicht hinsichtlich ihrer Stichhaltigkeit, sondern aus politischen Gründen.» Die UNEA als wissenschaftsbasiertes Gremium werde so untergraben. OceanCare stellte auch Widerstand gegen die wissensbasierte Zusammenarbeit fest. Dies zeigte sich an einem Vorstoss von Vanuatu, der das wissenschaftliche Verständnis der Tiefseeökologie verbessern wollte. Dennoch hält OceanCare auch positive Punkte fest. So habe die Schweiz in ihrer Abschlusserklärung die unersetzliche Rolle der unabhängigen Wissenschaft bekräftigt. 58 Mitgliedstaaten unterstützten dies. McLellan begrüsste das Engagement der Schweiz. «Diese Mahnung ist ein Beispiel für die Art von proaktivem Widerstand gegen die Politisierung der Wissenschaft, der dringend erforderlich ist.» Es sei dringend notwendig, wissenschaftliche Prozesse zu schützen.


