Der neue World Giving Report der Charities Aid Foundation (CAF) kommt für die Unterstützung von Menschen in Not und Wohltätigkeitsorganisationen zum Ergebnis, dass Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen doppelt so grosszügig sind wie Menschen in Ländern mit hohem Einkommen. «Überall auf der Welt sehen sich gemeinnützige Organisationen mit starkem finanziellen Gegenwind konfrontiert», sagt Neil Heslop, der Geschäftsführer des CAF. «Die traditionellen Finanzierungsmodelle müssen sich ändern, da sich die Verhaltensmuster ändern und die Regierungen ihre Ausgaben für Hilfe und Entwicklung kürzen, worauf die Philanthropie zu reagieren versucht»,
Von Nigeria bis Japan
Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen spenden im Durchschnitt 1,45 Prozent ihres Einkommens für wohltätige Zwecke. In Ländern mit hohem Einkommen beträgt die Spendentätigkeit 0,7 Prozent. Heslop interpretiert die Ergebnisse: «Es ist bemerkenswert, dass Spenden nicht notwendigerweise mit Wohlstand oder sogar Sicherheit korreliert, sondern eher mit der Wahrnehmung von Bedürftigkeit – und sehr oft nehmen wir diejenigen, die uns am nächsten stehen, als am bedürftigsten wahr». Geographisch ausgewertet ergibt sich: In Europa spenden die Menschen 0,6 Prozent ihres Einkommens während die Menschen in Afrika 1,5 Prozent spenden. Am grosszügigsten sind gemäss den Daten des Berichts die Menschen in Nigeria. Sie spenden 2,8 Prozent ihres Einkommens. Die niedrigsten Quoten weisen Frankreich mit 0,5, Deutschland mit 0,4 und Japan mit 0,2 Prozent auf. Global spenden die Menschen rund 40 Prozent direkt an Hilfsbedürftige, 36 Prozent an wohltätige Organisationen und 24 Prozent an religiöse Organisationen. In der Schweiz spenden die Menschen 53 Prozent an wohltätige Organisationen, 25 Prozent direkt und 22 Prozent an religiöse Organisationen.
Spenden relativ zum Einkommen
Um die Ergebnisse der verschiedenen Länder zu vergleichen hat der World Giving Report jeweils den Betrag der gespendeten Gelder ins Verhältnis zum Einkommen gesetzt. Untersucht hat der Bericht das Spenden in 101 Ländern. Die Ergebnisse beruhen auf den Erkenntnissen von mehr als 50’000 Menschen.


