Bild: Piabay

Wer ist eigent­lich zustän­dig? Verant­wort­lich­kei­ten in NPO

Nonprofit Organisationen (NPO) funktionieren in einem Umfeld von vielen Akteuren. Da stellt sich oft die Frage, wer für wen die richtige Ansprechperson ist und wie Entscheidungen getroffen werden. Die Erwartungen an die verschiedenen Rollen innerhalb der Organisation müssen geklärt sein, damit in diesem komplexen Gefüge Entscheidungsprozesse für alle Beteiligten nachvollziehbar sind.

Egal ob Vorstands­mit­glied, das eine Aufgabe dele­gie­ren soll, neue Mitar­bei­te­rin, die Infor­ma­tio­nen sucht oder Antrag­stel­ler, der sich mit einem Anlie­gen an die Orga­ni­sa­tion wendet – immer wieder wird die Frage auftau­chen: wer ist zustän­dig? Damit eine Orga­ni­sa­tion möglichst effek­tiv und effi­zi­ent funk­tio­niert, muss darauf rasch und eindeu­tig geant­wor­tet werden können. Die komple­xen und oft parti­zi­pa­ti­ven Struk­tu­ren sowie die vielen unter­schied­li­chen Anspruchs­grup­pen stel­len NPO dabei vor beson­dere Herausforderungen. 

Rollen­ge­füge in NPO

Verant­wort­lich­kei­ten müssen auf allen Ebenen einer NPO geklärt sein – sowohl im stra­te­gi­schen Leitungs­gre­mium als auch auf der Umset­zungs­ebene.  Gerade bei NPO, die sowohl über zentrale als auch über dezen­trale Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren verfü­gen, ist dies eine Heraus­for­de­rung. So können zwar regio­nale Gege­ben­hei­ten und Bedürf­nisse direk­ter in die Führungs- und Entschei­dungs­pro­zesse einflies­sen – es kann aber auch zu Diskre­pan­zen zwischen den Entschei­dun­gen und Inter­es­sen der Zentrale und der dezen­tra­len Einhei­ten kommen. Es ist also wesent­lich, dass Mission und Stra­te­gie der NPO auf allen Entschei­dungs­ebe­nen bekannt und der Infor­ma­ti­ons­fluss gesi­chert ist. Dies bedarf einer bewuss­ten Stra­te­gie und Unternehmenskultur.

Frei­wil­li­gen­ar­beit und Ehrenamt 

Auch für Frei­wil­lige müssen Kompe­ten­zen und Zustän­dig­kei­ten klar defi­niert sein. Sie müssen wissen, an wen sie sich wenden können und wer für sie zustän­dig ist. Am ande­ren Extrem der Frei­wil­li­gen­ar­beit stehen die meist ehren­amt­lich täti­gen Mitglie­der des Vorstands oder Stif­tungs­rats. Sie haben von Amts wegen in klas­sisch hier­ar­chisch orga­ni­sier­ten NPO eine grosse Verant­wor­tung, haben aber in der Regel nur begrenzte zeit­li­che Kapa­zi­tä­ten, die inter­nen Abläufe zu durch­drin­gen. Um den Über­blick zu wahren sind Orga­ni­gramme hilf­reich, aus denen Verant­wor­tun­gen klar hervorgehen.

Hier­ar­chie, Parti­zi­pa­tion und Agilität 

Dabei gibt es nicht eine rich­tige Struk­tur, ein idea­les Orga­ni­gramm, das für jede NPO passt, sondern dieses muss entspre­chend den Zielen und der Stra­te­gie der NPO entwickelt werden. Ein top-down Orga­ni­gramm regelt Zustän­dig­kei­ten klar, gefähr­det jedoch das Vertrauen zwischen den Mitglie­dern einer NPO durch die darin impli­zit ange­legte «Kontrolle von oben». Flache Hier­ar­chien fördern eine parti­zi­pa­tive Entschei­dungs­fin­dung, haben aber oft den Nach­teil, dass die Entschei­dun­gen im Konsens weni­ger dezi­diert ausfal­len. In agilen Orga­ni­sa­ti­ons­for­men oder einer Holok­ra­tie werden Entschei­dun­gen in selbst­ge­führ­ten Teams erar­bei­tet. Dies erfor­dert einen konse­quen­ten, geleb­ten und immer wieder hinter­frag­ten Kultur­wan­del und verlangt von jedem einzel­nen auch den Willen Entschei­dungs­trä­ger zu sein. 

Diese Heraus­for­de­run­gen verdeut­li­chen die Notwen­dig­keit für Fach- und Führungs­per­so­nen in NPO sich mit den Fragen der Zustän­dig­kei­ten und Verant­wor­tungs­be­rei­che ausein­an­der­zu­set­zen. Der CAS Nonpro­fit Gover­nance & Leader­ship beleuch­tet die dafür rele­van­ten Themen aus verschie­de­nen Perspek­ti­ven. Teil­neh­mende erlan­gen die Grund­la­gen, um für ihre Orga­ni­sa­tion die rich­ti­gen Antwor­ten zu finden.

StiftungSchweiz engagiert sich für eine Philanthropie, die mit möglichst wenig Aufwand viel bewirkt, für alle sichtbar und erlebbar ist und Freude bereitet.

Folgen Sie StiftungSchweiz auf

The Philanthropist by subscribtion
Benefit now!