Bild: Priscilla Du Preez, unsplash

Weni­ger Frei­wil­li­gen­ar­beit und trans­pa­rente Berichterstattung

Das soeben erschienene «Jahrbuch der Hilfswerke» untersucht als Schwerpunktthema die Entwicklung der Freiwilligenarbeit. Letztmals wurden diese Daten 2016 erhoben. Auch zur Transparenz der Berichterstattung gibt das Jahrbuch Auskunft.

Auch im 2021 spür­ten die Nonpro­fit-Orga­ni­sa­tio­nen (NPOs) die Einschrän­kun­gen der Pande­mie, wenn auch im gerin­ge­ren Ausmass. Insbe­son­dere die unter­such­ten Tätig­keits­fel­der «Heime Inland», und «Gesund­heit Inland» litten noch unter rück­läu­fi­gen Spen­den­er­trä­gen. Der Betriebs­er­trag konnte dage­gen im Vergleich zu 2019 im Mittel um rund fünf Prozent gestei­gert werden, wie das «Jahr­buch der Hilfs­werke» zeigt. Die Bera­tungs­firma PPCme­trics und das Center for Phil­an­thropy Studies (CEPS) der Univer­si­tät Basel haben diese Woche die dies­jäh­rige Ausgabe publi­ziert. Die Daten zeigen auch, dass sich insbe­son­dere klei­nere Orga­ni­sa­tio­nen stär­ker erho­len. Die gros­sen NPOs dage­gen hatten es anfangs Pande­mie besser geschafft, diese zu meistern. 

Rück­gang bei der Freiwilligenarbeit

Einen Rück­gang verzeich­nen die Orga­ni­sa­tio­nen bei der Frei­wil­li­gen­ar­beit. Im Vergleich zur letz­ten Erhe­bung dieser Daten im Jahre 2016 hat die gelei­stete Arbeit um 15 Prozent abge­nom­men auf durch­schnitt­lich 23’000 Stun­den pro NPO, wobei die Entwick­lung unter­schied­lich verlief. 30 Prozent der Orga­ni­sa­tio­nen verzeich­nen einen Zuwachs mit einem Median um plus 16 Prozent. 70 Prozent der NPOs dage­gen muss­ten einen Rück­gang bei der Frei­wil­li­gen­ar­beit verkraf­ten. Ihr Median lag bei minus 35 Prozent. Die meisten Stun­den pro Orga­ni­sa­tion leiste­ten Frei­wil­lige im Tätig­keits­feld «Sozia­les Inland». Mit 30’000 Stun­den lag der durch­schnitt­li­che Wert auf einem ähnli­chen Niveau wie vor fünf Jahren. Deut­lich zurück­ge­gan­gen sind die gelei­ste­ten Frei­wil­li­gen­ar­bei­ten bei Orga­ni­sa­tio­nen im Umwelt­be­reich. 2016 verzeich­ne­ten diese NPOs im Durch­schnitt mit 39’000 Stun­den noch den Spit­zen­wert. Dieser Wert ist auf 26’000 Stun­den pro Orga­ni­sa­tion gesun­ken. Ein noch grös­se­res Minus muss­ten die Orga­ni­sa­tio­nen im Tätig­keits­feld «Gesund­heit Inland» hinneh­men. Durch­schnitt­lich 38’000 Stun­den im Jahr 2016 stehen 17’000 im 2021 gegen­über. Wird die Frei­wil­lige Arbeit ins Verhält­nis zum Betriebs­er­trag gesetzt, so weisen die Orga­ni­sa­tio­nen im Tätig­keits­feld «Huma­ni­tä­res Ausland» 600 Stun­den pro 100’000 Fran­ken Betriebs­er­trag auf. Obschon dieser Wert nur noch etwas mehr als der Hälfte jenes von 2016 entspricht, bleibt es der Spitzenwert. 

Höhere Trans­pa­renz mit Gütesiegel

Die Vertei­lung der Betriebs­er­träge konzen­triert sich auf drei Regio­nen. Orga­ni­sa­tio­nen mit Haupt­sitz in Zürich haben gemein­sam einen Betriebs­er­trag von 1,36 Milli­ar­den Fran­ken. Es folgen der Kanton Bern mit 643 Millio­nen Fran­ken und Genf mit 436 Millio­nen Fran­ken. Nicht nur die Höhe der finan­zi­el­len Zahlen hat das Jahr­buch ausge­wer­tet. Auch die Trans­pa­renz der NPO wurde unter­sucht. Dabei zeigte sich ein posi­ti­ver Effekt bei zewo-zerti­fi­zier­ten Orga­ni­sa­tio­nen. 88 Prozent dieser NPO publi­zie­ren ihre Jahres­be­richte, entwe­der die voll­stän­dige Jahres­rech­nung oder zumin­dest die Bilanz und Erfolgs­rech­nung, deut­lich häufi­ger online als nicht-zewo-zerti­fi­zierte. Bei zwei­te­ren publi­zie­ren 58 Prozent diese Infor­ma­tio­nen online. Weil für zewo-zerti­fi­zierte NPO die Rech­nungs­le­gung nach Swiss GAAP FER vorge­schrie­ben ist, lassen sich die Zahlen dieser Orga­ni­sa­tio­nen auch verglei­chen. Insge­samt hat das Jahr­buch 514 Orga­ni­sa­tio­nen ausge­wer­tet, 377 Vereine und 137 Stif­tun­gen. Jahres­rech­nun­gen waren von 422 verfüg­bar. In die Auswer­tung zur Frei­wil­li­gen­ar­beit flos­sen auch die Daten von 123 NGO ein, die bereits vor fünf Jahren erho­ben wurden.


Zum «Jahr­buch der Hilfswerke»

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