Die Schere zwischen arm und reich geht weiter auf. Zum Start des Weltwirtschaftsforums WEF in Davos hat die NGO Oxfam ihren Bericht zur Verteilung der Vermögen publiziert. Dieser zeigt: Erstmals gab es im vergangenen Jahr mehr als 3000 Milliardär:innen. Zusammen besassen sie Ende November 18,3 Billionen Dollar. Dabei wuchs ihr Vermögen drei Mal so schnell wie im Vorjahr. Insgesamt nahm ihr Vermögen um 2,5 Billionen Dollar zu. Alleine die zwölf reichsten Menschen besitzen gleich viel wie die ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung, sagt Oxfam – das sind mehr als vier Milliarden Menschen. Caritas Schweiz kommentiert auf LinkedIn: «Schockierend an dieser Aussage ist nicht nur, dass eine kleine Gruppe unglaublich viel besitzt, sondern vor allem auch, wie erschreckend viele Menschen äusserst wenig besitzen.» Mit dem Vermögen kommt auch die politische Macht. Sie nehme auf drei Arten zu: «durch finanzielle Einflussnahme auf die Politik, durch Eigentum und Kontrolle von Medien sowie durch Übernahme politischer Ämter», schreibt Oxfam und zieht das Fazit: «Die Macht der Superreichen gefährdet die Demokratie».
Langfristig kommen die grössten Risiken aus der Umwelt
Am Weltwirtschaftsforum blieben Umweltthemen präsent. So hat Greenpeace im Bericht «Davos in the Sky» die Privatfliegerei während des Forums untersucht. Für das vergangene Jahr verzeichnet der Bericht 709 private Flüge für das WEF. Das waren zehn Prozent mehr als im Jahr davor und entspricht einer Verdreifachung gegenüber 2023. Ein Drittel der Flüge kommen aus Frankreich und Deutschland. Sie könnten gut mit einer Zugreise ersetzt werden, schreibt Greenpreace.
Der Risikobericht des WEF
Das WEF selbst hat zum 21. Mal den Global Risk Report publiziert. Auch wenn Umweltthemen weniger Präsenz in der Aufmerksamkeit erhielten, belegt der Report des WEF, dass die Umweltthemen weiter relevant und dringlich bleiben. Bei den kurzfristigen Risiken mit einem Zweijahreshorizont schätzt der Report geoökonomische Auseinandersetzungen als grösstes Risiko ein, gefolgt von Falschinformationen und sozialer Polarisierung. Bei den langfristigen Risiken mit einem Zeithorizont von zehn Jahren stehen die Umweltrisiken auf den ersten drei Plätzen. Extreme Wetter stehen an erster Stelle, gefolgt von Verlust an Biodiversität und kritische Veränderungen bei den Erdsystemen. Die Umweltorganisation WWF nimmt diese Befunde auf und fordert Entscheidungsträger dazu auf, Massnahmen zur Bekämpfung systemischer Klima- und Naturgefahren Priorität einzuräumen. Kirsten Schuijt, Director General of WWF International, sagte zu den Ergebnissen des Reports, die neuesten Erkenntnisse des WEF-Berichts würden die verheerende Realität widerspiegeln, die viele Menschen erlebten, da die Temperaturen weiterhin Rekordhöhen erreichen und die natürlichen Systeme, von denen unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften abhängen, an ihre Grenzen stossen würden.


