Vom gedruck­ten Dialog zur digi­ta­len Bühne: Sechs Jahre The Philanthropist

Die Zukunft ist digital – doch bevor The Philanthropist vollständig ins Netz wechselt, werfen wir einen Blick zurück. Sechs Jahre, 24 Ausgaben, über tausend interviewte und befragte Menschen: Das Magazin hat den gemeinnützigen Sektor begleitet, gespiegelt und mitgestaltet. Dieser Rückblick würdigt das, was war – und zeigt, warum der Weg auf Papier begann.

Der Start des Maga­zins war ein bewuss­ter Entscheid in einer sich rasant digi­ta­li­sie­ren­den Welt. Gerade weil der tech­ni­sche Wandel so zügig fort­schrei­tet, erfüllt das Analoge eine wich­tige Rolle. Das Edito­rial der ersten Ausgabe betont, das Hapti­sche sei eine Einla­dung, «hinter den Vorhang zu blicken». Damals beweg­ten sich viele Entscheidungsträger:innen im Stif­tungs­we­sen noch kaum im Digi­ta­len. Das gedruckte Heft lag deshalb dort, wo man es brauchte: auf dem Tisch.  

Sechs Jahre später ist der Sektor an einem ande­ren Punkt ange­kom­men. Die digi­tale Vernet­zung ist selbst­ver­ständ­lich gewor­den, und das Maga­zin hat zu dieser Entwick­lung beigetragen. 

Ein Spie­gel des Sektors 

Von Beginn an war The Philanthropist mehr als eine Publi­ka­tion. Es war eine Bühne, ein Ort für Dialog, ein Medium, das Perspek­ti­ven zusam­men­brachte, die im Alltag oft neben­ein­an­der­her exis­tie­ren: gebende und nehmende Orga­ni­sa­tio­nen, opera­tive Nonpro­fits und Förder­stif­tun­gen, Expert:innen, Praktiker:innen und Gestalter:innen.  

Die Themen zeig­ten die Viel­falt des Sektors: Von Digi­ta­li­sie­rung, Daten­schutz und Cyber­kri­mi­na­li­tät über Gleich­stel­lung und Diver­sity bis zu Impact Inves­t­ing, Gene­ra­tio­nen­fra­gen oder psychi­scher Gesund­heit. Der Blick reichte über die Schweiz hinaus, zuletzt verstärkt nach Liechtenstein. 

Die Redak­tion ordnete diese Viel­falt, verdich­tete und vertiefte sie. Es war stets ein Maga­zin, das den Sektor ernst genom­men hat und ihn in seiner ganzen Breite zeigte. Über 1000 Menschen kamen in Porträts, Inter­views oder State­ments zu Wort. Das Heft wurde damit zu einem schrift­li­chen Dialog, der Türen öffnete, Koope­ra­tio­nen anstiess und neue Verbin­dun­gen schuf. 

Ein Heft, das Menschen sicht­bar macht 

Am stärks­ten wirkte das Maga­zin dort, wo Menschen im Zentrum stan­den. Porträts von Stifter:innen, Geschäftsleiter:innen, Projekt­ver­ant­wort­li­chen oder Ehren­amt­li­chen verbrei­te­ten sich oft ganz von selbst – ein Zeichen dafür, wie sehr Phil­an­thro­pie von persön­li­chem Enga­ge­ment, inne­rer Moti­va­tion und Herz­blut lebt. Die Redak­tion reagierte schnell, griff Themen­wün­sche auf, balan­cierte Inter­es­sen, führte viele Fäden zusam­men. Diese Arbeit erfor­derte Finger­spit­zen­ge­fühl, diplo­ma­ti­sches Geschick und ein hohes Mass an Autonomie. 

Auch gestal­te­risch war The Philanthropist nie ein gewöhn­li­ches Corpo­rate-Publi­shing-Produkt. Der Anspruch, ein hoch­wer­ti­ges Maga­zin zu schaf­fen, stand von Beginn an fest. Mit Peter Kruppa konnte ein ausge­wie­se­ner Experte für Corpo­rate Media und Edito­rial Design gewon­nen werden. Er verant­wor­tete Konzept und Gestal­tung aller 24 Ausga­ben. Für den sorg­fäl­ti­gen Satz und die druck­tech­ni­sche Umset­zung zeich­nete Mela­nie Cadisch verant­wort­lich. Gemein­sam präg­ten sie die visu­elle Spra­che des Maga­zins: prägnant, modern und zugleich zurückhaltend. 

Die Quali­tät wurde auch ausser­halb des Sektors aner­kannt: 2021 wurde thephilanthropist.ch mit dem Q‑Award Digi­tal ausge­zeich­net, verlie­hen vom Verle­ger­ver­band Schwei­zer Medien. 2023 folgte Gold beim Best of Content Marke­ting Award in der Kate­go­rie Nonpro­fit und Verbände. Für ein Maga­zin, das nicht in einem Verlags­haus entstand, sondern aus dem Sektor heraus, war das ein bemer­kens­wer­tes Zeichen. 

Unab­hän­gi­ger und näher am Sektor 

Lanciert als «Maga­zin von StiftungSchweiz», entwi­ckelte sich The Philanthropist zuneh­mend zu einem eigen­stän­di­gen redak­tio­nel­len Gefäss. Die Sektor­be­richt­erstat­tung wuchs, wurde zum eigen­stän­di­gen Bestand­teil des Hefts und erreichte eine Reich­weite, die Print und Online zusam­men­führte. Mit einer regu­lä­ren Auflage von 10’000 Exem­pla­ren – zu Beginn 25’000, einmal sogar 70’000 – und knapp 50 Seiten pro Ausgabe wurde das Maga­zin für viele zu einem Fixpunkt im publi­zis­ti­schen Kalen­der des gemein­nüt­zi­gen Sektors. 

Ein wich­ti­ger Schritt war die Einfüh­rung von Themen­part­ner­schaf­ten ab 2023: Die Redak­tion entwi­ckelte Schwer­punkte gemein­sam mit Expert:innen, prägen­den Stim­men und inhalt­li­chen Wegbereiter:innen. Dadurch wurden Brenn­punkte des Sektors vertieft, geschärft und durch Commu­nity-Perspek­ti­ven erwei­tert. 6 Jahre, 24 Ausga­ben und ein Kanon von Titeln, der zeigt, was den Sektor bewegt hat und wie breit die Redak­tion diese Entwick­lun­gen einge­fan­gen hat: 

  • Mut zur Digi­ta­li­sie­rung, Das gute Geld, Wann ist alt?, Facet­ten­reich wirk­sam, Das Gute (2019/20). 
  • Frauen stif­ten, Umwelt bewegt, Wissens­wert, Geschich­ten der Mensch­lich­keit (2021) 
  • Add Venture, Bewe­gung verbin­det, Gesell­schaft­li­che Wert­schöp­fung, Diver­sity (2022) 
  • Daten­se­gen – Daten­fluch, Mitwir­ken, Next Gene­ra­tion, Zauber­for­mel Resi­li­enz (2023) 
  • Aufge­tischt, Spen­da­bel, Der Wirkung verpflich­tet, Jour­na­lis­mus stär­ken (2024). 
  • Reden statt schwei­gen, Souve­rän, Modell Liech­ten­stein (2025). 

Von Print in die digi­tale Zukunft 

Nun endet das Kapi­tel Print. Und ein neues beginnt. Der Dialog aber bleibt. Die Inhalte, Perspek­ti­ven und die redak­tio­nelle Hand­schrift setzen wir mit Taka­shi Sugi­moto und Susanne Sugi­moto fort. Seit Dezem­ber erschei­nen alle Beiträge nun voll­stän­dig online, ab März 2026 auf spheriq.ch, einge­bet­tet in die gemein­same Infra­struk­tur des Sektors. Die Über­füh­rung ist ein konse­quen­ter Schritt und zugleich eine Fort­set­zung dessen, was die Redak­tion immer ausge­zeich­net hat: Rele­vanz, Nähe zur Praxis und der Wille, Wissen dort verfüg­bar zu machen, wo der Sektor lebt

-
-