Der Start des Magazins war ein bewusster Entscheid in einer sich rasant digitalisierenden Welt. Gerade weil der technische Wandel so zügig fortschreitet, erfüllt das Analoge eine wichtige Rolle. Das Editorial der ersten Ausgabe betont, das Haptische sei eine Einladung, «hinter den Vorhang zu blicken». Damals bewegten sich viele Entscheidungsträger:innen im Stiftungswesen noch kaum im Digitalen. Das gedruckte Heft lag deshalb dort, wo man es brauchte: auf dem Tisch.
Sechs Jahre später ist der Sektor an einem anderen Punkt angekommen. Die digitale Vernetzung ist selbstverständlich geworden, und das Magazin hat zu dieser Entwicklung beigetragen.
Ein Spiegel des Sektors
Von Beginn an war The Philanthropist mehr als eine Publikation. Es war eine Bühne, ein Ort für Dialog, ein Medium, das Perspektiven zusammenbrachte, die im Alltag oft nebeneinanderher existieren: gebende und nehmende Organisationen, operative Nonprofits und Förderstiftungen, Expert:innen, Praktiker:innen und Gestalter:innen.
Die Themen zeigten die Vielfalt des Sektors: Von Digitalisierung, Datenschutz und Cyberkriminalität über Gleichstellung und Diversity bis zu Impact Investing, Generationenfragen oder psychischer Gesundheit. Der Blick reichte über die Schweiz hinaus, zuletzt verstärkt nach Liechtenstein.
Die Redaktion ordnete diese Vielfalt, verdichtete und vertiefte sie. Es war stets ein Magazin, das den Sektor ernst genommen hat und ihn in seiner ganzen Breite zeigte. Über 1000 Menschen kamen in Porträts, Interviews oder Statements zu Wort. Das Heft wurde damit zu einem schriftlichen Dialog, der Türen öffnete, Kooperationen anstiess und neue Verbindungen schuf.
Ein Heft, das Menschen sichtbar macht
Am stärksten wirkte das Magazin dort, wo Menschen im Zentrum standen. Porträts von Stifter:innen, Geschäftsleiter:innen, Projektverantwortlichen oder Ehrenamtlichen verbreiteten sich oft ganz von selbst – ein Zeichen dafür, wie sehr Philanthropie von persönlichem Engagement, innerer Motivation und Herzblut lebt. Die Redaktion reagierte schnell, griff Themenwünsche auf, balancierte Interessen, führte viele Fäden zusammen. Diese Arbeit erforderte Fingerspitzengefühl, diplomatisches Geschick und ein hohes Mass an Autonomie.
Auch gestalterisch war The Philanthropist nie ein gewöhnliches Corporate-Publishing-Produkt. Der Anspruch, ein hochwertiges Magazin zu schaffen, stand von Beginn an fest. Mit Peter Kruppa konnte ein ausgewiesener Experte für Corporate Media und Editorial Design gewonnen werden. Er verantwortete Konzept und Gestaltung aller 24 Ausgaben. Für den sorgfältigen Satz und die drucktechnische Umsetzung zeichnete Melanie Cadisch verantwortlich. Gemeinsam prägten sie die visuelle Sprache des Magazins: prägnant, modern und zugleich zurückhaltend.
Die Qualität wurde auch ausserhalb des Sektors anerkannt: 2021 wurde thephilanthropist.ch mit dem Q‑Award Digital ausgezeichnet, verliehen vom Verlegerverband Schweizer Medien. 2023 folgte Gold beim Best of Content Marketing Award in der Kategorie Nonprofit und Verbände. Für ein Magazin, das nicht in einem Verlagshaus entstand, sondern aus dem Sektor heraus, war das ein bemerkenswertes Zeichen.
Unabhängiger und näher am Sektor
Lanciert als «Magazin von StiftungSchweiz», entwickelte sich The Philanthropist zunehmend zu einem eigenständigen redaktionellen Gefäss. Die Sektorberichterstattung wuchs, wurde zum eigenständigen Bestandteil des Hefts und erreichte eine Reichweite, die Print und Online zusammenführte. Mit einer regulären Auflage von 10’000 Exemplaren – zu Beginn 25’000, einmal sogar 70’000 – und knapp 50 Seiten pro Ausgabe wurde das Magazin für viele zu einem Fixpunkt im publizistischen Kalender des gemeinnützigen Sektors.
Ein wichtiger Schritt war die Einführung von Themenpartnerschaften ab 2023: Die Redaktion entwickelte Schwerpunkte gemeinsam mit Expert:innen, prägenden Stimmen und inhaltlichen Wegbereiter:innen. Dadurch wurden Brennpunkte des Sektors vertieft, geschärft und durch Community-Perspektiven erweitert. 6 Jahre, 24 Ausgaben und ein Kanon von Titeln, der zeigt, was den Sektor bewegt hat und wie breit die Redaktion diese Entwicklungen eingefangen hat:
- Mut zur Digitalisierung, Das gute Geld, Wann ist alt?, Facettenreich wirksam, Das Gute (2019/20).
- Frauen stiften, Umwelt bewegt, Wissenswert, Geschichten der Menschlichkeit (2021)
- Add Venture, Bewegung verbindet, Gesellschaftliche Wertschöpfung, Diversity (2022)
- Datensegen – Datenfluch, Mitwirken, Next Generation, Zauberformel Resilienz (2023)
- Aufgetischt, Spendabel, Der Wirkung verpflichtet, Journalismus stärken (2024).
- Reden statt schweigen, Souverän, Modell Liechtenstein (2025).
Von Print in die digitale Zukunft
Nun endet das Kapitel Print. Und ein neues beginnt. Der Dialog aber bleibt. Die Inhalte, Perspektiven und die redaktionelle Handschrift setzen wir mit Takashi Sugimoto und Susanne Sugimoto fort. Seit Dezember erscheinen alle Beiträge nun vollständig online, ab März 2026 auf spheriq.ch, eingebettet in die gemeinsame Infrastruktur des Sektors. Die Überführung ist ein konsequenter Schritt und zugleich eine Fortsetzung dessen, was die Redaktion immer ausgezeichnet hat: Relevanz, Nähe zur Praxis und der Wille, Wissen dort verfügbar zu machen, wo der Sektor lebt.


