
Luzius Neubert ist Partner und Mitglied der Geschäftsleitung von PPCmetrics. Als langjähriger Dozent, Referent und regelmässiger Podiumsgast zählt er zu den profiliertesten Stimmen zu Vermögens- und Anlagestrategien im gemeinnützigen Sektor. Zur Philanthropie stiess Luzius Neubert aber eher zufällig. Während seines Wirtschaftsstudiums mit Schwerpunkt Finance entdeckte er einen Artikel eines Professors der Universität Fribourg über das Organisationskapital von Nonprofit-Organisationen. «Ich hatte schon immer ein Faible für diese Themen», sagt Luzius Neubert. Doch die Literatur zum Finanzmanagement im dritten Sektor war damals praktisch nicht vorhanden. Neubert entschied sich deshalb, seine Dissertation diesem Feld zu widmen. Er analysierte Finanzberichte, führte Umfragen durch und lernte so die Vielfalt gemeinnütziger Organisationen kennen. «Es war sehr spannend zu sehen: Wie viel Vermögen haben NPOs, wie viel Reserven, wie legen sie ihr Geld an?»
Direkt nach dem Doktorat startete Neubert 2007 bei PPCmetrics. «Ich hätte damals nicht gedacht, dass ich so lange bleiben würde», sagt er. «Heute bin ich immer noch gleich motiviert wie am ersten Tag.» Das habe nicht nur mit der Vielseitigkeit der Arbeit zu tun, sondern auch mit den vielen zufriedenen Kundinnen und Kunden. Aber auch die kollegiale Arbeitsatmosphäre bei PPCmetrics ist ein Grund, warum Luzius Neubert dem Unternehmen bis heute treu geblieben ist. «Bei uns redet man miteinander und zieht an einem Strick. Es gibt keine Dienstwege oder Abteilungsgrenzen, die uns daran hindern würden, die beste Lösung für unsere Kunden zu finden», so Neubert. Auch Hierarchien spielen kaum eine Rolle: «Wir profitieren alle vom Fachwissen der anderen und agieren wirklich als Team.»
Rechtsanwälte für ökonomische Fragen
PPCmetrics ist ein Schweizer Investment-Consulting-Unternehmen, das Förderstiftungen, Nonprofit-Organisationen und institutionelle wie private Anleger berät. Im Gegensatz zu Vermögensverwaltern vertreten die Berater:innen die Interessen ihrer Kundschaft unabhängig. «Wir sind eine Art Rechtsanwälte für die ökonomischen Fragen unserer Kundschaft», erklärt Luzius Neubert. «Die Anleger stellen damit sicher, dass sie nur dort Risiken eingehen, wo es sich lohnt, dass sie kompetitive Vermögensverwalter auswählen und dass jemand ihre Performance unabhängig beurteilt.»
Im Fall von PPCmetrics umfasst die Beratung unter anderem die Ausarbeitung von Anlagestrategien, die Selektion von Vermögensverwaltern und Depotbanken sowie die laufende Begleitung der Kundschaft. Standardlösungen gibt es nicht. «Die Beratung ist immer sehr individuell. Ich kann alles mit den Kunden ausarbeiten», sagt Neubert. Dabei gehe es nicht darum, jemanden zu bevormunden, sondern den Stiftungszweck in den Vordergrund zu stellen. «Wir wollen niemand in etwas reindrängen», so Neubert, «aber wir klären auf, was die Entscheide für Auswirkungen haben.»
Gerade bei gemeinnützigen Organisationen ist das entscheidend. «Der grösste Unterschied zwischen Förderstiftungen oder NPOs und institutionellen Anlegern wie Pensionskassen ist ihre Heterogenität», sagt Neubert. Es gibt Förderstiftungen, deren Stiftungsräte aus Bankern oder Treuhändern bestehen. Andere Stiftungen sind politisch positioniert. Wieder andere verfügen über operative Betriebe, in denen bestimmte Weltanschauungen oder Werte eine zentrale Rolle spielen. Diese Unterschiede wirken sich auch auf die Vermögensverwaltung aus, etwa bei der Risikobereitschaft, bei Nachhaltigkeitskriterien oder bei der Frage, wie viel Spielraum eine Stiftung in der Umsetzung haben will. Die Anlagestrategien von Pensionskassen hingegen seien im Vergleich homogener: «Sie haben klare gesetzliche Vorgaben, eine bestimmte Risikofähigkeit und häufig vergleichbare Zielsetzungen. Bei Stiftungen ist das Spektrum viel breiter. Genau das macht die Beratung anspruchsvoll.»
Orientierung in unsicheren Zeiten
Luzius Neubert kennt die unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Kundschaft: «In 18 Jahren habe ich gelernt rauszuspüren, was die Menschen wollen.» Für ihn bedeutet das auch, dass er Kundenentscheidungen respektiert, selbst wenn sie von seiner eigenen Einschätzung abweichen. «Mein Ziel ist es immer, eine Lösung zu finden, die für die konkrete Stiftung möglichst gut passt – und nicht Empfehlungen abzugeben, die ‹in Schönheit sterben›. Also Lösungen zu empfehlen, die theoretisch perfekt sind, aber vom Stiftungsrat mit grosser Wahrscheinlichkeit abgelehnt werden.» Sollten Stiftungsräte von den Empfehlungen von PPCmetrics abweichen, ist es Neubert jedoch wichtig, dass ihnen die Vor- und Nachteile ihrer Entscheide bekannt sind.
Bei PPCmetrics begleitet Neubert Stiftungen nicht nur bei der Verwaltung ihres Vermögens, sondern fungiert auch als Sparring-Partner in einer ganzen Palette von strategischen Fragen. Nachhaltigkeit, geopolitische Unsicherheiten und die langfristige Verantwortung des Kapitals beschäftigen die Kund:innen und prägen die Beratung. «In vielen Stiftungen nehmen wir regelmässig an den Sitzungen des Stiftungsrates oder der Anlagekommission teil», so Neubert. «Es ist eine wichtige Funktion von uns, geopolitische und finanzmarktbezogene Ereignisse für unsere Kunden einzuordnen und einen möglichen Handlungsbedarf abzuleiten.» Aktuell sorgen die Entwicklungen auf den Finanzmärkten, insbesondere in den USA, bei vielen Anlegern für Unsicherheit. Als Berater überwacht er diese Entwicklungen und konzentriert sich auf langfristige Szenarien in der Anlagestrategie. Mit einem eigens entwickelten Modell ermöglicht PPCmetrics Förderstiftungen, ihre Kapitalentwicklung laufend zu überwachen und ihre Anlagestrategie und das Fördervolumen darauf abzustimmen.
Zusätzlich liefert der SwissFoundations Benchmark Report, den PPCmetrics jedes Jahr zusammen mit SwissFoundations verfasst, die wichtigsten Eckwerte zur Anlagetätigkeit von Förderstiftungen. Rund 84 Prozent der Schweizer Förderstiftungen berücksichtigen mittlerweile Nachhaltigkeitskriterien bei der Vermögensanlage. «Wir haben in den vergangenen Jahren viele Stiftungen dabei unterstützt, ein auf ihren Zweck massgeschneidertes Nachhaltigkeitskonzept zu erarbeiten und dies handwerklich korrekt in eine Anlagestrategie und ein Umsetzungskonzept zu überführen», sagt Neubert. Nachhaltigkeitsfragen seien in zweierlei Hinsicht nicht ganz einfach: Wenn man nicht aufpasst, resultiert ein zu wenig diversifiziertes Portfolio, dessen Verwaltung zudem enorm teuer werden kann. «Aufpassen muss man auch, da Nachhaltigkeitsfragen meist politische Fragen sind, bei denen man sich im Stiftungsrat nicht immer einig ist», so Neubert. Hier gelte es, dem Stiftungszweck gerecht zu werden.
Mehr als nur Finanzmanagement
Für Luzius Neubert ist Investment Consulting weit mehr als Finanzmanagement. Es ist eine Arbeit, die direkt auf die Realisierung gemeinnütziger Zwecke einzahlt: «Eine sinnvolle Arbeit ist mir sehr wichtig. Mit PPCmetrics tragen wir dazu bei, dass Förderstiftungen langfristig finanziell stabil sind, ihre Anlagestrategie durchhalten können, keine überhöhten Gebühren bezahlen und keine Anlagelösungen wählen, von denen andere mehr profitieren als sie selbst.» Seit der Einführung des Swiss Foundation Codes im Jahr 2005 beobachtet Neubert, wie Schweizer Stiftungen ihr Kapital zunehmend bewusster und professioneller verwalten. Ausschreibungen für Vermögensverwalter, Anlagestrategien und Investment Controlling sind heute Standard.
Trotzdem warnt Neubert vor Pauschalisierungen und Standard-Rezepten. «Der Stiftungstyp, der Zweck, die Vermögensgrösse und die Geschichte jeder Stiftung müssen weiterhin eine Rolle spielen», sagt er. Kritisch wird er aber, wenn Individualität als Ausrede dient: «Ich muss manchmal etwas schmunzeln, wenn sich Stiftungsräte auf die Individualität berufen, um fehlende Professionalität zu kaschieren.» Für ihn heisse Professionalität, wenn der Stiftungsrat die Stellschrauben der Anlagetätigkeit kennt und sie bewusst wählt. Am Ende geht es für Neubert immer um den Stiftungsauftrag: «Ich arbeite Tag für Tag dafür, dass Stiftungen ihren gemeinnützigen Zweck auch auf die lange Frist wie vom Stifter oder der Stifterin vorgesehen erfüllen können.»
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