Bild: Tim Mossholder, Unsplash

UNHCR: «Gut vorbe­rei­tet, um vor Ort zu bleiben»

Während die westlichen Staaten ihre Staatsangehörigen ausfliegen bleiben 200 UNHCR-Mitarbeitende in Afghanistan, um humanitäre Hilfe vor Ort zu leisten.

Eine Woche nach­dem die Tali­ban in Kabul einmar­schiert sind bleibt die Lage unüber­sicht­lich. Die Aussich­ten für die Bevöl­ke­rung sind schwie­rig, gerade auch mit Blick auf die Zeit, wenn die letz­ten ameri­ka­ni­schen Trup­pen abge­zo­gen sein werden. Vor Ort blei­ben wird das UNHCR, das Flücht­lings­hilfs­werk der UNO. «Aktu­ell haben wir 200 Mitar­bei­tende in Afgha­ni­stan. Zusam­men mit 13 natio­na­len NGO-Part­nern können wir so Hilfe­lei­stung vor Ort erbrin­gen», sagt Anja Klug, UNHCR-Vertre­te­rin für die Schweiz und das Fürsten­tum Liechtenstein. 

Seit Anfang des Jahres wurden mehr als 550’000 Afgha­nin­nen und Afgha­nen aufgrund der Konflikte und der Unsi­cher­heit inner­halb des Landes vertrieben.

Anja Klug, UNHCR-Vertre­te­rin für die Schweiz und das Fürsten­tum Liechtenstein.

Das UNHCR-Team ist Teil der UN-Vertre­tung in Afgha­ni­stan. Es hat den Lead in der Bereit­stel­lung von Notun­ter­künf­ten im Land. «Das Team ist gut vorbe­rei­tet, um vor Ort zu blei­ben», sagt Anja Klug. So kann das UNHCR für die Menschen in Afgha­ni­stan in diesem heraus­for­dern­den und sich stetig verän­dern­den Umfeld direkt huma­ni­täre Hilfe leisten.

Grosse Flücht­lings­be­we­gun­gen
Während aktu­ell insbe­son­dere die Menschen im Fokus stehen, die über den Flug­ha­fen Kabul verlas­sen wollen, sind in im ganzen Land grös­sere Flücht­lings­ströme unter­wegs. «Seit Anfang des Jahres wurden mehr als 550’000 Afgha­nin­nen und Afgha­nen aufgrund der Konflikte und der Unsi­cher­heit inner­halb des Landes vertrie­ben», ordnet Anja Klug ein. «Zivi­li­sten gelang bislang nur verein­zelt die Flucht in die Nach­bar­län­der Afgha­ni­stans. Und die Lage entwickelt sich rasant weiter», sagt sie. Allein in der Provinz Kabul sollen 120’000 Binnen­ver­trie­ben ange­kom­men sein. UNHCR enga­giert sich, um die Bedürf­nisse dieser Menschen zu ermit­teln. Dabei hilft das Team vor Ort mit Notun­ter­künf­ten und weite­ren Hilfs­gü­tern. Insbe­son­dere setzt es sich auch dafür ein, Frauen den Zugang zu grund­le­gen­den Dienst­lei­stun­gen wie der Gesund­heits­ver­sor­gung weiter zu ermöglichen.

Anja Klug, UNHCR-Vertre­te­rin für die Schweiz und das Fürsten­tum Liechtenstein.

Prin­zip der Nicht­zu­rück­wei­sung
Ein Haupt­an­lie­gen des UNHCR bleibt, dass die Afgha­nin­nen und Afgha­nen, die auf der Flucht sind, einen siche­ren Ort errei­chen können und dass die Gren­zen zu Nach­bar­län­dern offen blei­ben. Aber Anja Klug rich­tet sich auch an die Länder in der ganzen Welt: «Welt­weit werden Möglich­kei­ten zur Neuan­sied­lung von Afgha­nin­nen und Afgha­nen im Rahmen des UNHCR-Programms von den teil­neh­men­den Regie­run­gen fest­ge­legt. Neben der Neuan­sied­lung ermu­tigt UNHCR Staa­ten wie die Schweiz, Anträge auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung von Afgha­nen, die bereits Verbin­dun­gen zu diesem Land haben, zu prüfen und nach Möglich­keit eine flexi­blere und beschleu­nigte Bear­bei­tung anzu­wen­den.» Und sie erin­nert an die recht­li­che und mora­li­sche Verant­wor­tung. «UNHCR verlangt, dass das Prin­zip der Nicht­zu­rück­wei­sung jeder­zeit respek­tiert wird», sagt Anja Klug und ergänzt: «Das heisst, dass Menschen nicht in Gefah­ren­si­tua­tio­nen zurück­ge­bracht werden dürfen.»

Mehr Infor­ma­tio­nen zum Enga­ge­ment der UNHCR in Afghanistan. 

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