Seine Durchlaucht (S.D.) Prinz Max von und zu Liechtenstein verbindet Tradition mit Innovation. Mit der Stiftung «Lebenswertes Liechtenstein» initiiert er gezielt Veränderungen vor Ort: aus Freude und Überzeugung. Als CEO der LGT – die Bank ist im Besitz des Fürstenhauses – versucht er, die Werte der langen erfolgreichen Geschichte des Fürstenhauses weiterzutragen: Nachhaltigkeit, langfristiges Denken und Respekt bestimmen die Unternehmenskultur ebenso wie Mut zu Innovation, Disziplin und eine ganzheitliche Sicht auf Verantwortung. S.D. Prinz Max geht davon aus, dass Investor:innen, Unternehmen und Projekte immer öfter nach ökologischer und gesellschaftlicher Wirkung bewerten, nicht nur nach finanziellen Erfolgen. Darauf geben Venture Philanthropy und Impact Investing eine Antwort.
Der Vorteil der kurzen Wege
Klein, eng vernetzt und wirkungsvoll: Liechtenstein verbindet Philanthropie, Innovation, Tradition und internationale Ausrichtung. Das Land mit gerade einmal rund 40’000 Einwohner:innen bietet rund 43’600 Beschäftigten einen Arbeitsplatz, nutzt kurze Wege und flexible Strukturen, um Ideen schnell in die Tat umzusetzen. Das zeigt sich auch am wachsenden Sektor der gemeinnützigen Stiftungen. Dieser gewinnt an Bedeutung und wird zunehmend international beachtet. Die Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen und Trusts e.V. (VLGST) bündelt rund 140 gemeinnützige Stiftungen als Plattform für Vernetzung, aber auch für inhaltliche Impulse wie Wirkungsmessung oder regulatorische Fragen. Das sind heute schon zehn Prozent der Ende 2024 gezählten 1398 gemeinnützigen Stiftungen.
Das Engagement für einen attraktiven Stiftungsstandort zeigt Wirkung: Liechtenstein belegt zum zweiten Mal im Global Philanthropy Environment Index 2025 (GPEI 2025) den ersten Platz. Die Lilly Family School of Philanthropy der Indiana University würdigt Liechtenstein als das Land mit den weltweit besten Rahmenbedingungen für philanthropisches Engagement: offene rechtliche Strukturen mit wenig Hürden, stabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse, steuerliche Vorteile und flexible Privatstiftungsmodelle. Die Universität erhebt alle drei Jahre in 95 Ländern das philanthropische Engagement.
Aufsicht und Freiheit
Das Liechtensteiner Stiftungswesen hat wegen oder vielleicht trotz langer Tradition ein hohes Potenzial, sich ständig weiterzuentwickeln. Die Reform des Stiftungsrechts 2009 hat ein modernes Governance-System, das Aufsicht und Freiheit in Einklang bringt, geschaffen. Segmente innerhalb von Organisationen ermöglichen klare Haftungstrennungen und kosteneffiziente Dachstrukturen. Damit entsteht Raum für Experimente, Kooperationen und wirkungsvolle Projekte.
Die Reform von 2009 hat den Stiftungsplatz deutlich modernisiert und solide Grundlagen geschaffen. Entscheidend ist nun, wie konsequent diese Standards in der Praxis gelebt werden. Der Sektor gilt insgesamt noch immer als wenig transparent – das betrifft in erster Linie privatnützige Stiftungen, während gemeinnützige heute offener und professioneller agieren. Aber auch sie arbeiten oft im Stillen. Diese Diskretion sichert zwar Flexibilität, lässt aber Fragen nach Kontrolle und Vertrauen offen – ein Spannungsfeld, das Liechtensteins Stiftungsplatz prägt.
Echten Wandel ermöglichen
Persönliches Engagement prägt das Land. Tina Weirather, die bekannte ehemalige Skirennfahrerin unterstützt mit der Top Talent Sport Foundation junge Sporttalente zwischen 13 und 21 Jahren. Sie setzt auf Wille, Leidenschaft und Reflexion – nicht nur auf sportliche Ergebnisse. «Wer kämpft, braucht am meisten Unterstützung», lautet ihr Leitgedanke. Ihr Engagement verbindet lokale Förderung mit globaler Verantwortung.
Innovation zeigt sich auch in neuen Finanzierungsmodellen wie Blended Finance, das öffentliche und private Mittel verbindet, um Projekte zu realisieren, die sonst nicht möglich wären. Entwicklungsagenturen oder Stiftungen übernehmen dabei die risikoreicheren Finanztranchen, private Investor:innen folgen, sobald eine Grundabsicherung besteht. Dieses Modell eröffnet Dialoge zwischen Finanzwelt und Akteur:innen der Entwicklungszusammenarbeit und schafft neue Wege für nachhaltige Wirkung. Klar ist, eine systemische Wirkungslogik braucht Ernsthaftigkeit und Risikobereitschaft und alle Beteiligten an einem Tisch. Wer Erfolg als kollektiven gesellschaftlichen Nutzen versteht, kann echten Wandel ermöglichen.
Die Kombination aus Tradition, rechtlicher Flexibilität und internationaler Vernetzung macht das Land zum Labor für moderne Philanthropie. Hier entstehen Modelle, die lokal greifen, systemisch wirken und global inspirieren. Beispiele wie die FAST-Initiative gegen moderne Sklaverei zeigen, wie Kooperation zwischen Banken, Stiftungen und Regierung globale Wirkung entfalten kann. Die Stiftung Lebenswertes Liechtenstein strebt mit lokalen Allianzen zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik greifbare Veränderungen in den Bereichen Energie, Mobilität, Ernährung und sozialer Zusammenhalt an.


