Hand einer Näherin. Bild zVg, Not I But We

Taschen gegen Ausbeutung

Aus alten Kites werden Taschen, aus einer Idee wird ein internationales Modell gegen Menschenhandel: Die Schweizer Organisation Glowbalact und ihr Social Label KitePride arbeiten neu mit der Non-Profit-Organisation «Not I But We» aus Kapstadt zusammen. Mit der Partnerschaft will Glowbalact zeigen, wie soziale Integration, nachhaltige Produktion und der Kampf gegen Ausbeutung einhergehen können.

Menschen­han­del gehört zu den schwer­wie­gens­ten Menschen­rechts­ver­let­zun­gen der Gegen­wart. Er geschieht im Dunkeln und lässt sich kaum natio­nal bekämp­fen. Umso wich­ti­ger sind Modelle, die über Gren­zen hinweg funk­tio­nie­ren und Betrof­fe­nen Schutz und echte Perspek­ti­ven bieten. Hier setzt die Zusam­men­ar­beit von Glow­ba­lact bezie­hungs­weise von Kite­Pride mit Not I But We in Kapstadt an.

Kite­Pride funk­tio­niert als einfa­ches Prin­zip: Ausge­diente Kites, Segel oder Stoffe werden zu Taschen und Acces­soires – alles Unikate – verar­bei­tet. Dies unter fairen Bedin­gun­gen und mit sozia­lem Anspruch. Laut der eige­nen Darstel­lung sind seit dem Start zehn­tau­sende Taschen und Acces­soires entstan­den; zugleich wurden zehn­tau­sende Arbeits­stun­den in einem geschütz­ten und fairen Arbeits­um­feld entrich­tet. Die Marke Kite­Pride ist aus der Arbeit von Glow­ba­lact hervor­ge­gan­gen und verfolgt das Ziel, Menschen, die aus einer Situa­tion der Prosti­tu­tion kommen oder aus dem Menschen­han­del mittels Ausbil­dung und Erwerbs­ar­beit neue Wege zu eröffnen.

Unikat Tasche von Kite­pride. Bild: zVg Not I But We

Neue Part­ner­schaft

Ein Einschnitt war die Schlies­sung der Produk­tion in Tel Aviv infolge des Krie­ges. Auf der Suche nach neuen Part­ner­schaf­ten aufzu­ge­ben, fand Glow­ba­lact eine von den Schweizer:innen mit gelei­tete NGO Not I But We in Südafrika. Dort arbei­ten Kite­Pride und Not I But We zusam­men, um Menschen, die dem Menschen­han­del und geschlechts­spe­zi­fi­scher Gewalt entron­nen sind, sichere und würdige Arbeits­plätze zu bieten. Eine erste Serie recy­cel­ter Turn­beu­tel wird hier in der Schweiz bereits über den Online­shop von Kite­Pride verkauft.

Not I But We beschreibt sich als sozi­al­un­ter­neh­me­ri­sche Orga­ni­sa­tion, die die Lücke zwischen kurz­fris­ti­ger Betreu­ung im Schutz­haus und lang­fris­ti­ger wirt­schaft­li­cher Unab­hän­gig­keit schlies­sen will – mit Nähtrai­nings, fairer Entlöh­nung und einem siche­ren Arbeits­um­feld. Die Koope­ra­tio­nen bietet Schutz, Quali­fi­zie­rung und Markt­zu­gang. Upcy­cling wird so zu einem verbin­den­den Element. Dieser Aspekt berei­chert das Projekt mit einem klaren Profil: ökolo­gi­sche Wieder­ver­wer­tung auf der einen, soziale Reinte­gra­tion auf der ande­ren Seite. Beide Orga­ni­sa­tio­nen profi­tie­ren. Für Kite­Pride bleibt der Marken­kern erhal­ten und für Not I But We entste­hen zusätz­li­che Beschäftigungsmöglichkeiten. 

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