Bild: Wudan3551, unsplash

Studie: Auswir­kun­gen der Pande­mie auf die Darstel­len­den Künste

Wie veränderte die Pandemie das Kulturschaffen und wie sollte die Kulturförderung darauf reagieren?

Letz­tes Jahr unter­such­ten Profes­sor Georg von Schnur­bein, Maxi­mi­lian Martin von Lombard Odier und ich gemein­sam mit der Fonda­tion Lombard Odier die Auswir­kun­gen der Pande­mie auf die Darstel­len­den Künste. Uns inter­es­sierte dabei insbe­son­dere, ob die Pande­mie die Darstel­len­den Künste nach­hal­tig verän­dern würde und wenn ja, wie sich die Förde­rung entspre­chend ausrich­ten sollte. Nach­ste­hend eine kurze Zusam­men­fas­sung der zentra­len Erkenntnisse. 

Auswir­kun­gen der Pande­mie auf das Kulturschaffen:

5 Trends

Digi­ta­li­sie­rung. Durch die Pande­mie hat in der Darstel­len­den Kunst ein längst fälli­ger Digi­ta­li­sie­rungs­schub einge­setzt und gleich­zei­tig ist man sich bewusst, dass gerade die Darstel­len­den Künste nicht nur online statt­fin­den können. Mit digi­ta­len Ange­bo­ten können neue Ziel­grup­pen erreicht werden, aber es braucht finan­zi­elle Mittel für die damit verbun­de­nen Kosten, Aus- und Weiter­bil­dung, Erfah­rungs­aus­tausch und Stra­te­gien zur Verbrei­tung und Archivierung. 

Ökolo­gi­sche Nach­hal­tig­keit. In der Pande­mie wurde noch deut­li­cher, wie viele Reisen für die Diffu­sion gemacht werden. Alter­na­ti­ven zu physi­schen Reisen, ein Verzicht seitens der Veran­stal­ter auf exklu­sive natio­nale Auftritte, eine mit ande­ren Akteu­ren koor­di­nierte Reise­pla­nung und eine vermehrte Rück­be­sin­nung auf inlän­di­sches Zusam­men­ar­bei­ten können Abhilfe schaffen.

Soziale Absi­che­rung. Die Krise hat eindrück­lich aufge­zeigt, dass hier akuter Hand­lungs­be­darf herrscht. Um Lösun­gen für die Zukunft zu erar­bei­ten, braucht es eine verbes­serte Daten­grund­lage und ein akti­ves Lobby­ing, damit die prekä­ren finan­zi­el­len Verhält­nisse der Kultur­schaf­fen­den auf die poli­ti­sche Agenda gelan­gen und der während der Pande­mie lancierte poli­ti­sche Diskurs über die gesell­schaft­li­che Rolle der Kultur weiter­ge­führt wird. 

Faire Arbeits­be­din­gun­gen: Die Fair Prac­tice-Initia­tive, welche als bottom-up-Bewe­gung zeit­ge­mässe ‘faire’ Arbeits­be­din­gun­gen verlangt, stellt die Darstel­len­den Künste vor neue Heraus­for­de­run­gen. Um die Forde­run­gen, welche um Themen wie Diver­si­tät, soziale Verant­wor­tung und Macht­miss­brauch krei­sen, voran­zu­brin­gen, bedarf es einer verbes­ser­ten Daten­grund­lage und einer koor­di­nier­ten Sensibilisierung. 

Kultu­relle Teil­habe. Die Gesell­schaft braucht die Kultur, aber glei­ches gilt umge­kehrt. Die Pande­mie hat die Frage nach der gesell­schaft­li­chen Rele­vanz von Kultur befeu­ert und gezeigt, dass sich die Darstel­len­den Künste nicht auf die bestehen­den Struk­tu­ren verlas­sen soll­ten, sondern stär­ker in den Dialog mit der brei­ten Gesell­schaft treten müssen. Neue Koope­ra­tio­nen, auch ausser­halb der Kultur, besse­rer Einbe­zug von verschie­de­nen Gesell­schafts­grup­pen, eine diver­sere Beset­zung der eige­nen Teams oder Wissens­aus­tausch für Mitwir­kungs­for­mate können hierzu einen Beitrag leisten. 

Auf der Grund­lage dieser Trends haben wir 7 Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für eine wirkungs­volle Förde­rung der Darstel­len­den Künste nach der Pande­mie formu­liert. Analog zu den Trends stan­den auch die meisten dieser Empfeh­lun­gen schon vor der Pande­mie auf der Agenda, fanden aber den Weg zur Umset­zung noch nicht so richtig.

Kultur­för­de­rung nach der Pandemie: 

7 Hand­lungs­emp­feh­lun­gen

  1. Weg vom Produk­ti­ons­zwang hin zu einer ergeb­nis­of­fe­ne­ren Förde­rung
    (Recher­chen, Resi­den­zen, Werk­bei­träge, mehr­jäh­rige Förderung) 
  2. Mit Förder­kri­te­rien Anreize schaf­fen für sozia­les, ökolo­gi­sches und / oder faires Kultur­schaf­fen (ökolo­gi­sche Nach­hal­tig­keit und faire Arbeits­be­din­gun­gen als Förderkriterien)
  3. Entwick­lun­gen voran­trei­ben und Sicht­bar­keit gewähr­lei­sten (Agenda Setting, gezielte Förde­rung von Verei­nen und Insti­tu­tio­nen, welche sich für diese Entwick­lun­gen stark machen) 
  4. Offen­heit gegen­über alter­na­ti­ven Forma­ten (die auch einmal schei­tern dürfen) 
  5. Den Wissens­trans­fer und Koope­ra­ti­ons­vor­ha­ben fördern (damit das Rad nicht jedes Mal neu erfun­den werden muss und mehr Schub­kraft erwirkt werden kann) 
  6. Förde­rung von neuem Fach­wis­sen in den Berei­chen Digi­ta­li­sie­rung, Ökolo­gie, Fair Prac­tice und Kultu­relle Teil­habe (Capa­city Buil­dung bei den grös­se­ren Insti­tu­tio­nen, in der freien Szene Förde­rung von profes­sio­nel­len Produk­ti­ons- und Diffusionsmanagements) 
  7. Inno­va­tive und wirkungs­ori­en­tierte Förder­me­tho­den erpro­ben (beispiels­weise Matching Grants) 

> Hier geht’s zum Bericht in voller Länge.

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