Mummenschanz Jubiläumsprogramm: 50 Years

Stif­tung Mummen­schanz: In allen Ländern der Welt

Mummenschanz startet am 10. Dezember mit ihrem Jubiläumsprogramm 50 Years. Die Pandemie fordert die Theatergruppe. Felix Wehrle, Präsident des Stiftungsrates sagt, dass Mummenschanz heute als gemeinnützige Stiftung organisiert ist, helfe gerade auch in dieser anspruchsvollen Zeit.

The Philanthropist: Sie sind Präsi­dent der Stif­tung Mummen­schanz. Wie kam es dazu?
Felix Wehrle: Als Leiter Kommu­ni­ka­tion bei Coop durfte ich für die Detail­händ­le­rin mit Mummen­schanz, noch vor dem 40 Jahre Jubi­läum, den Spon­so­ring­ver­trag unter­schrei­ben. Als ich vor zehn Jahren teil­pen­sio­niert wurde, kam die Anfrage, ob ich Stif­tungs­rat werden möchte. Schliess­lich wurde ich gleich Präsi­dent des Stiftungsrates.

Wie ist das recht­li­che Verhält­nis der Stif­tung zur Thea­ter­gruppe?
Die Stif­tung ist Besit­ze­rin von Mummenschanz.

Gegrün­det wurde sie 1988. Was gab den Auslö­ser?
Mummen­schanz war finan­zi­ell stark von einer Person abhän­gig. Die Stif­tung sollte das lang­fri­stige Bestehen von Mummen­schanz sichern. Zweck ist, den künst­le­ri­schen Reich­tum zu bewah­ren und junge Künst­le­rin­nen und Künst­ler zu fördern.

Die Unter­stüt­zung des Bundes und des Heimat­kan­tons von Mummen­schanz St. Gallen haben es ermög­licht, die Pande­mie bis jetzt zu überstehen.

Felix Wehrle, Präsi­dent des Stif­tungs­rats der Stif­tung Mummenschanz

Und jetzt zehn Jahre später star­tet das Jubi­lä­ums­pro­gramm: 50 years. Wie läuft der Vorver­kauf?
Der Verkauf läuft schlep­pend. Corona bedingt. Wir liegen weit unter den Erwar­tun­gen. Das Programm vor zehn Jahren begei­sterte alleine in der Schweiz 120’000 Zuschaue­rin­nen und Zuschauer. Aktu­ell wären Kapa­zi­tä­ten für ein Publi­kum von 100’000 möglich und auch zu erwar­ten. Doch die Pande­mie gefähr­det dies. Die Zurück­hal­tung des Publi­kums ist nach­voll­zieh­bar. Aber es ist schwie­rig für uns. Immer­hin für Zürich, wo wir am 10. Dezem­ber star­ten werden, ist die defi­ni­tive Bewil­li­gung vorhanden.

Lohnt es sich über­haupt, vor einem halb­vol­len Saal zu spie­len?
Wir wollen spie­len. Die ganze Vorar­beit soll sich lohnen. Und eine Verschie­bung ins näch­ste Jahr ist aufgrund der ande­ren welt­wei­ten Tour­pläne nicht möglich. Zudem sind die Thea­ter in den näch­sten beiden Jahren komplett ausge­bucht, da alle verscho­be­nen Vorstel­lun­gen der letz­ten fast zwei Jahre nach­ge­holt werden.

Und macht es finan­zi­ell Sinn?
Wir hoffen, dass sich die Situa­tion vor allem im Früh­ling 2022 etwas entspannt und wir finan­zi­ell gese­hen mit einem blauen Auge davon kommen.

Jetzt star­tet Mummen­schanz mit dem Jubi­lä­ums­pro­gramm in der Schweiz: Wie wich­tig sind die Einnah­men der Auffüh­run­gen in der Schweiz?
Das Preis­ni­veau der Thea­ter­tickets ist in den verschie­de­nen Ländern sehr unter­schied­lich und entspre­chend sind die Einnah­men der Tour­neen sehr unter­schied­lich. In Ländern wie der Schweiz ist es deswe­gen entschei­dend, einen Gewinn zu erzie­len. Ein Jahr, das sich finan­zi­ell lohnt muss drei Jahre tragen, die sich finan­zi­ell nicht lohnen.

Welche Rolle nehmen Spon­so­ren ein?
Bei den Spon­so­ren schlägt Corona voll durch. Wir haben kein einzi­ges Unter­neh­men, das sich mit einem klas­si­schen Spon­so­ring mit Gegen­lei­stun­gen enga­giert. Wir haben verein­zelte Unter­stüt­zung von Gönnern und Stif­tun­gen. Aber es ist klar, in einem ande­ren Land gebe es Mummen­schanz heute nicht mehr.

Das heisst?
Die Unter­stüt­zung des Bundes und vor allem des Heimat­kan­tons von Mummen­schanz St. Gallen haben es ermög­licht, die Pande­mie bis jetzt zu über­ste­hen. Nur so ist das Jubi­lä­ums­pro­gramm über­haupt zustande gekom­men und möglich.

Wie hilft die Stif­tung?
Dass Mummen­schanz eine gemein­nüt­zige Stif­tung ist, hilft beim Gene­rie­ren von Mitteln. Aber es ist vor allem das Netz­werk des Stif­tungs­ra­tes, das wirkt.

Mummen­schanz hat das Ziel, in allen Ländern der Welt gespielt zu haben. 

Felix Wehrle

Wie nah ist die Stif­tung an der Produk­tion?
Im künst­le­ri­schen Bereich reden wir nicht drein. Unsere wich­tig­ste Aufgabe als Stif­tungs­rat ist die Beset­zung des Geschäfts­füh­rers. Vor drei Jahren muss­ten wir die Posi­tion neu beset­zen. Wir hatten über 100 Bewer­bun­gen. Das war die zeit­auf­wen­dig­ste Aufgabe. Aber das ist die Kern­auf­gabe des Stif­tungs­ra­tes. Dann bin vor allem ich als Sitftungs­rats­prä­si­dent Spar­rings­part­ner für den Geschäfts­füh­rer Marc Rein­hardt. Das ist wich­tig, weil er anson­sten ziem­lich alleine mit seinen Frage­stel­lun­gen wäre. Und dann geben wir natür­lich stra­te­gi­sche Inputs, welche Länder besucht werden könn­ten. Mummen­schanz hat das Ziel, in allen Ländern der Welt gespielt zu haben. Dank der künst­le­ri­schen Darbie­tung, die ohne Worte auskommt, ist das gut möglich.

So wie in Saudi-Arabien?
Genau. Das Ange­bot kam in einer Zeit, in der wir nirgends sonst auftre­ten konn­ten. Mummen­schanz war dieses Jahr in Saudi-Arabien. Wir haben drei Mal das Thea­ter fast ausver­kauft und ein aufmerk­sa­mes und begei­ste­rungs­fä­hi­ges Publi­kum angetroffen.

Aber jetzt star­tet die Tour­nee in Zürich.
Ab dem 10. Dezem­ber spie­len wir in Zürich. Die Tour­nee führt über 27 Stand­orte durch die ganze Schweiz. In der zwei­ten Hälfte 2022 geht es dann in die USA.

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