Die Spendenbereitschaft der Menschen in Österreich erreicht einen neuen Rekordwert. 79 Prozent der Menschen haben im Vorjahr gespendet. Das zeigt der Spendenbericht 2025 des Fundraising Verband Austria, dem Dachverband der Spendenorganisationen in Österreich. Das Spendenvolumen bleibt auf 1,07 Milliarden Euro stabil. Allerdings ist es das zweite Mal in Folge leicht rückläufig. Dennoch ist es der dritthöchste Wert. Für die Schweiz zeigt der Zewo-Spendenreport, dass 82 Prozent der Bevölkerung gespendet haben. Auch in der Schweiz blieb das Volumen stabil bei 2,25 Milliarden Franken.
Internationale Hilfe unter Druck
Ruth Williams, Geschäftsführerin Fundraising Verband Austria, betont die grosse Resilienz des Spendenwesens. «Trotz umfassender gesellschaftlicher Herausforderungen haben die Menschen, die in Österreich leben, bei der Unterstützung gemeinnütziger Anliegen kaum Abstriche gemacht – ein Zeugnis der großen Wertschätzung gegenüber gemeinnütziger Arbeit.» Die Analyse zeigt auch, wofür die Menschen gespendet haben. Die Hochwasserkatastrophe im Osten Österreichs löste eine breite Spendenbereitschaft aus. Beim Spendenzweck flossen am meisten Mittel in den Bereich Soziales, Gesundheit & Menschen mit Behinderungen. 29,5 Prozent aller Mittel wurden hierfür gespendet. Um 1,5 Prozent gewachsen sind die Bereiche Umwelt/Klima und Tierschutz. Sie machen einen Anteil von 12,5 Prozent aus. Unter Druck steht die internationale Hilfe. Nachdem USA und andere Länder im Bereich internationale Zusammenarbeit Gelder streichen verzeichnet in Österreich auch das Spendenvolumen einen Rückgang um zwei Prozent. 23 Prozent aller Spenden flossen noch in diesen Bereich.
Verschiebungen bei den Organisationen
Die 50 grössten NPO erhalten 65 Prozent des Spendenvolumens. Allerdings sanken ihre Spendeneinnahmen um 4,2 Prozent. Dagegen konnten mittlere um 5,2 Prozent und kleinere um 7,7, Prozent zulegen. Herausfordernd dürfte die anhaltend wirtschaftlich angespannte Lage bleiben. Während das Spendenvolumen der Privathaushalte stabil bleiben dürfte, wird bei Unternehmensspenden einen Rückgang erwartet. Positiv Auswirkungen werden von der Gesetztesrevision erwartet, die 2024 in Kraft trat. 1300 Institutionen sind seither zusätzlich spendenbegünstigt. Ruth Williams sagt: «Die Reform hat mehr Vielfalt gebracht – neben vielen Vereinen aus Kultur, Bildung, Sport und Tierschutz können seit 2024 auch wesentlich mehr NPOs mit Tätigkeitsschwerpunkten wie Demokratieförderung, Menschenrechte, Konsumentenschutz und Datenschutz den Vorteil der Spendenabsetzbarkeit bieten. Langfristig wird dies das Spendenaufkommen nachhaltig beflügeln.»


