Bild: Anna Rosar, unsplash

Spen­den­be­reit­schaft in Öster­reich bleibt hoch

Trotz der wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bleibt das Spendenvolumen stabil. Dies zeigt der Spendenbericht 2025 des Fundraising Verband Austria.

Die Spen­den­be­reit­schaft der Menschen in Öster­reich erreicht einen neuen Rekord­wert. 79 Prozent der Menschen haben im Vorjahr gespen­det. Das zeigt der Spen­den­be­richt 2025 des Fund­rai­sing Verband Austria, dem Dach­ver­band der Spen­den­or­ga­ni­sa­tio­nen in Öster­reich. Das Spen­den­vo­lu­men bleibt auf 1,07 Milli­ar­den Euro stabil. Aller­dings ist es das zweite Mal in Folge leicht rück­läu­fig. Dennoch ist es der dritt­höchste Wert. Für die Schweiz zeigt der Zewo-Spen­den­re­port, dass 82 Prozent der Bevöl­ke­rung gespen­det haben. Auch in der Schweiz blieb das Volu­men stabil bei 2,25 Milli­ar­den Franken.

Inter­na­tio­nale Hilfe unter Druck

Ruth Williams, Geschäfts­füh­re­rin Fund­rai­sing Verband Austria, betont die grosse Resi­li­enz des Spen­den­we­sens. «Trotz umfas­sen­der gesell­schaft­li­cher Heraus­for­de­run­gen haben die Menschen, die in Öster­reich leben, bei der Unter­stüt­zung gemein­nüt­zi­ger Anlie­gen kaum Abstri­che gemacht – ein Zeug­nis der großen Wert­schät­zung gegen­über gemein­nüt­zi­ger Arbeit.» Die Analyse zeigt auch, wofür die Menschen gespen­det haben. Die Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phe im Osten Öster­reichs löste eine breite Spen­den­be­reit­schaft aus. Beim Spen­den­zweck flos­sen am meis­ten Mittel in den Bereich Sozia­les, Gesund­heit & Menschen mit Behin­de­run­gen. 29,5 Prozent aller Mittel wurden hier­für gespen­det. Um 1,5 Prozent gewach­sen sind die Berei­che Umwelt/Klima und Tier­schutz. Sie machen einen Anteil von 12,5 Prozent aus. Unter Druck steht die inter­na­tio­nale Hilfe. Nach­dem USA und andere Länder im Bereich inter­na­tio­nale Zusam­men­ar­beit Gelder strei­chen verzeich­net in Öster­reich auch das Spen­den­vo­lu­men einen Rück­gang um zwei Prozent. 23 Prozent aller Spen­den flos­sen noch in diesen Bereich. 

Verschie­bun­gen bei den Organisationen

Die 50 gröss­ten NPO erhal­ten 65 Prozent des Spen­den­vo­lu­mens. Aller­dings sanken ihre Spen­den­ein­nah­men um 4,2 Prozent. Dage­gen konn­ten mitt­lere um 5,2 Prozent und klei­nere um 7,7, Prozent zule­gen. Heraus­for­dernd dürfte die anhal­tend wirt­schaft­lich ange­spannte Lage blei­ben. Während das Spen­den­vo­lu­men der Privat­haus­halte stabil blei­ben dürfte, wird bei Unter­neh­mens­spen­den einen Rück­gang erwar­tet. Posi­tiv Auswir­kun­gen werden von der Gesetz­tes­re­vi­sion erwar­tet, die 2024 in Kraft trat. 1300 Insti­tu­tio­nen sind seit­her zusätz­lich spen­den­be­güns­tigt. Ruth Williams sagt: «Die Reform hat mehr Viel­falt gebracht – neben vielen Verei­nen aus Kultur, Bildung, Sport und Tier­schutz können seit 2024 auch wesent­lich mehr NPOs mit Tätig­keits­schwer­punk­ten wie Demo­kra­tie­för­de­rung, Menschen­rechte, Konsu­men­ten­schutz und Daten­schutz den Vorteil der Spen­den­ab­setz­bar­keit bieten. Lang­fris­tig wird dies das Spen­den­auf­kom­men nach­hal­tig beflügeln.»


Zum Spen­den­be­richt

-
-