Viele schutzsuchende Kinder leben in der Schweiz in Kollektivunterkünften. Oft verbringen sie Wochen oder Monate in diesen. Dabei sind diese Unterkünfte oft nicht auf ihre besonderen Bedürfnisse ausgerichtet. Kindergerechte Strukturen fehlen häufig. Dies kann die psychischen Belastungen der Flucht zusätzlich verstärken. Ein nationaler Rahmen mit verbindlichen Mindeststandards fehlt bisher.
Gemeinsame Empfehlungen
Nun legen vier Organisationen – UNICEF Schweiz und Liechtenstein, UNHCR, Save the Children Schweiz und die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) – erstmals gemeinsame Handlungsempfehlungen vor: Bund, Kantone, Gemeinden und Betreuungsorganisationen können die Situation der betroffenen Kinder mit wenigen, zentralen Massnahmen deutlich verbessern könnten. Zentral ist die Schaffung und Einhaltung von Kindesschutz- und Qualitätsstandards. Unicef fordert genügend qualifiziertes Personal in den Unterkünften. «Kinder sollen altersgerecht beteiligt und in ihrer Entwicklung gestärkt werden», so das Hilfswerk. Die Verantwortung der zuständigen Behörden hebt UNHCR hervor. Der Kindesschutz sie konsequent mitzudenken, «verbindliche Standards zu etablieren und die völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz vollumfänglich umzusetzen.» Ein konsequentes Umdenken fordert Save the Children: «Kinder brauchen Schutz, verlässliche Bezugspersonen und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit – auch im Verfahren, in der Unterbringung und in der Betreuung.» Und die SFH schreibt, dass Kinder «nicht in unterirdischen oder ungeeigneten Kollektivunterkünften leben sollten.»


