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Schwie­ri­ges Jahr für ärmere Menschen

Mit der neuen Webplattform «Armut in der Schweiz» schafft Caritas einen Überblick über die Armutssituation in der Schweiz. Die Aussichten für Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind, erachtet das Hilfswerk als schwierig.

Cari­tas erwar­tet, dass 2026 für Menschen in Armut ein schwie­ri­ges Jahr wird: Die Belas­tung dürfte weiter zuneh­men. Der Direk­tor von Cari­tas Schweiz Peter Lack sieht in diesem Jahr keine Entspan­nung für Menschen, die von Armut betrof­fen oder bedroht sind. «Im Gegen­teil, wir von der Cari­tas sehen klare Hinweise darauf, dass unsere Gesell­schaft weiter ausein­an­der­drif­tet», sagt er.

Sieben Gründe für zuneh­mende Belastung

Aline Masé, Leite­rin des Bereichs Grund­la­gen und Poli­tik, sagt: «Die Ungleich­heit nimmt in der Schweiz zu, für die Ärme­ren wird es noch schwie­ri­ger.» Sieben Gründe zählt Cari­tas auf, die dafür verant­wort­lich sind. Weil diese prak­tisch ihr gesam­tes Einkom­men für Fixkos­ten und Grund­be­dürf­nisse aufbrau­chen belas­ten stei­gende Lebens­hal­tungs­kos­ten sie beson­ders stark. Auch die stei­gen­den Kran­ken­kas­sen­prä­mien und die Situa­tion auf dem Wohnungs­markt fordern sie. Erschwe­rend komme auf der Einnah­me­seite hinzu, dass die tiefe­ren Löhne stagnie­ren, 2020 und 2024 gar gesun­ken seien. Der Grund­be­darf sei in der Sozi­al­hilfe zu tief ange­setzt. Auch die Unter­stüt­zung für Fami­lien sei zu tief. In keinem euro­päi­schen Land würde der Lebens­stan­dard so stark sinken bei der Geburt eines Kindes wie in der Schweiz. Jedes fünfte Kinder sei von Armut betrof­fen oder bedroht. Schliess­lich gingen poli­ti­sche Entwick­lun­gen zu Lasten von Menschen mit Armut­s­er­fah­rung: Während sie von Steu­er­sen­kun­gen nicht profi­tie­ren trifft sie die Erhö­hung der Mehrwertsteuer.

Über­blick über Armut

Cari­tas will dem Thema Armut mehr Präsenz verschaf­fen. Zum 125-Jahre-Jubi­läum lanciert sie die Webplatt­form «Armut in der Schweiz». Diese bietet einen Über­blick über die Armuts­si­tua­tion in der Schweiz. Peter Lack sagt: «Die Armuts­pro­ble­ma­tik der Schweiz ist chro­nisch gewor­den. Als Gesell­schaft stehen wir vor der Aufgabe, für mehr Chan­cen­ge­rech­tig­keit und mehr Ausgleich zu sorgen.»