Steve Schennach an der 50. Jubiläumsgala der Sporthilfe in der Samsung Hall, Dübendorf. (Bild: Sporthilfe/KEYSTONE/Michael Calabrò)

Schwei­zer Sport­hilfe: Blick auf die olym­pi­schen Spiele

Am Freitag beginnen in Peking die olympischen Winterspiele. Steve Schennach, Geschäftsführer Stiftung Schweizer Sporthilfe, sagt, was er besonders spannend findet und dass Transparenz und Vertrauen für die Stiftung wichtig sind.

The Philanthropist: Am Frei­tag begin­nen die olym­pi­schen Winter­spiele. Welche Bedeu­tung hat der Event für die Sporthilfe.

Steve Schen­nach: Olym­pi­sche Spiele sind das Ziel und oft auch der Karrie­re­hö­he­punkt vieler Athlet*innen, welche wir jahre­lang finan­zi­ell unter­stüt­zen. Für die meisten Sport­ar­ten sind olym­pi­sche Spiele die grösste Platt­form. Damit haben die Athlet*innen nur alle 4 Jahre die Chance zu zeigen, was sie drauf haben und um ihre gros­sen Karrie­ren­träume zu verwirklichen.

Welche Rolle nimmt die Stif­tung Sport­hilfe ein in der Karriere eines Spitzensportlers?

Für fast alle Athlet*innen aus Einzel­sport­ar­ten ist die Sport­hilfe zum Karrie­re­start (Status Natio­nale Swiss Olym­pic Talent Einstu­fu­ung) ein wich­ti­ger Part­ner. Finan­zi­ell, aber auch persön­lich durch Auszeich­nun­gen wie Nachwuchssportler*in des Jahres, Teil­nahme an Events etc.

Sie spre­chen vom Karrie­re­start. Ist die Förde­rung durch gemein­nüt­zige Orga­ni­sa­tio­nen nur in dieser Phase einer Sport­ler­kar­riere von Bedeutung?

In vielen Sport­ar­ten bleibt die Unter­stüt­zung bis an die Spitze rele­vant. Nur wenige Athlet*innen aus vielen olym­pi­schen Sport­ar­ten können ihre Karriere und das Leben aus ihren Sport­ein­nah­men bestrei­ten. Degen­fech­ter, Curler oder Schwim­mer betrei­ben als Beispiel wie die ande­ren über 70 von uns unter­stütz­ten Sport­ar­ten, einen voll­pro­fes­sio­nel­len Aufwand um an der Spitze mithal­ten zu können. Finan­zi­ell sind die meisten von ihnen aber die ganze Karriere auf den zusätz­li­chen Support der Schwei­zer Sport­hilfe angewiesen.

In vielen Sport­ar­ten bleibt die Unter­stüt­zung bis an die Spitze relevant.

Steve Schen­nach, Geschäfts­füh­rer Stif­tung Schwei­zer Sporthilfe

Arbei­ten Sie mit Spon­so­ren zusam­men – gibt es einen fach­li­chen Austausch?

Wir arbei­ten mit den Spon­so­ren und Part­nern aus der Wirt­schaft der Schwei­zer Sport­hilfe und den Leistungs­sport­ver­ant­wort­li­che der Verbände zusam­men. Da wird vieles gemein­sam entwickelt und umgesetzt.

Sie fördern beson­ders den Nach­wuchs. Haben die Pande­mie und die teils erschwer­ten Trai­nings­be­din­gun­gen Einfluss auf die Nachwuchsarbeit?

Die Athlet*innen und ihre Umfel­der sind sehr krea­tiv, das hat ihnen in der Pande­mie gehol­fen. Sie haben alter­na­tive Trai­nings­ideen umge­setzt und sind sich gewohnt den Fokus immer wieder neu auszu­rich­ten. Aber ja, der finan­zi­elle Bedarf ist gestiegen.

Steve Schen­nach, Geschäfts­füh­rer Stif­tung Schwei­zer Sporthilfe

Sie kommu­ni­zie­ren auf Ihrer Webseite, wer welchen Förder­bei­trag erhält. War diese Trans­pa­renz umstritten?

Ich habe bisher persön­lich noch kein nega­ti­ves Feed­back gehört. Als Stif­tung ist uns die Trans­pa­renz und das Vertrauen in alle Inter­es­sens­grup­pen sehr wich­tig. Das ab und zu ein Athlet nach­fragt, weshalb ein ande­rer mehr oder weni­ger als er selber erhält kommt vor. Aber auch da herrscht volle Trans­pa­renz. Unsere Beiträge basie­ren auf einem Einstu­fungs­sy­stem von Swiss Olym­pic, dann der persön­li­chen Athle­ten­card Vergabe auf Grund von Ergeb­nis­sen und Poten­ti­al­ein­schät­zung durch den jewei­li­gen Fach­ver­band und Swiss Olym­pic, sowei zum Schluss durch unsere Bedarfs­ana­lyse pro Athlet*in.

Gross­an­lässe stehen immer wieder aus diver­sen Grün­den in der Kritik, nicht erst seit Peking. Erhal­ten Sie dies­be­züg­lich Reak­tio­nen von Ihren Spen­de­rin­nen und Spender?

Wie oben beschrie­ben, für die Athlet*innen sind Gross­an­lässe Visio­nen und Ziele ihrer Karrie­ren. Aber selbst­ver­ständ­lich erhal­ten wir zu solchen Spie­len auch kriti­sche Feed­backs. Wir sind aber auf der Seite der Athlet*innen und versu­chen für sie auf ihrem Weg die best­mög­li­che Unter­stüt­zung zu leisten.

Als Stif­tung ist uns die Trans­pa­renz und das Vertrauen in alle Inter­es­sens­grup­pen sehr wichtig.

Steve Schen­nach, Geschäfts­füh­rer Stif­tung Schwei­zer Sporthilfe

Die Sport­hilfe unter­stützt gezielt Sport­ar­ten, die weni­ger Medi­en­prä­senz genies­sen. Haben Sie einen Geheim­tipp für die olym­pi­schen Spiele für einen attrak­ti­ven Wett­kampf in einer solchen Sportart?

Die Athlet*innen nennen diese, also ihre Sport­ar­ten, immer «Rand­sport­ar­ten». Ich finde nicht das dies Rand­sport­ar­ten sind, denn es sind Spitzenathlet*innen, mit Spit­zen­lei­stun­gen in Spit­zen­sport­ar­ten. Seit meiner Kind­heit geniesse ich solche Gross­an­lässe auf Grund ihrer Schau­fen­ster für klei­nere Sport­ar­ten. Deshalb finde ich die Band­breite der Diszi­pli­nen span­nend. Eisschnelllauf, Curling, Biath­lon, Short Track, Bob, Free­styl Skijing, Renn­ro­deln und all die ande­ren teil­weise renom­mier­ten Winter­dis­zi­pli­nen. Eben, die Band­breite und Viel­sei­tig­keit – auch das eine Stärke der Schwei­zer Athlet*innen.

StiftungSchweiz engagiert sich für eine Philanthropie, die mit möglichst wenig Aufwand viel bewirkt, für alle sichtbar und erlebbar ist und Freude bereitet.

Folgen Sie StiftungSchweiz auf

The Philanthropist by subscribtion
Benefit now!