Julia Scheidegger, Geschäftsführerin Reka Stiftung Ferienhilfe

Reka Stif­tung Feri­en­hilfe: Ferien möglich machen

Die Nachfrage ist hoch, sagt Julia Scheidegger, Geschäftsführerin der Reka Stiftung Ferienhilfe. Diese ermöglicht bedürftigen Familien kleine und grosse Ferienträume.

Wie ist die Nach­frage nach ihrem Ange­bot in diesem Sommer?

Die Nach­frage nach unse­ren Feri­en­wo­chen für 200 Fran­ken ist hoch. Obwohl wir ein Jahr im Voraus Kontin­gente für die Fami­lien reser­vie­ren, müssen wir die Fami­lien zum Teil auf die Herbst­fe­rien vertrö­sten. Die meisten von ihnen haben Schul­kin­der und sind somit an die Schul­fe­rien gebun­den, während derer die Nach­frage allge­mein sehr hoch ist.

Gibt es Entwick­lun­gen, die sich über die Pande­mie hinweg, weiterziehen?

Die finan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten der Fami­lien, die unser Ange­bot in Anspruch nehmen, sind geblie­ben oder haben sich noch verstärkt. Ausser­dem macht sich die Teue­rung bemerk­bar, so dass Ferien für viele Fami­lien nicht mehr drin liegen.

Spüren Sie die Ukrainekrise?

Bis anhin haben wir verein­zelt Anfra­gen erhal­ten für ukrai­ni­sche Fami­lien. Diese können wir aber nicht berück­sich­ti­gen, da sich unser Ange­bot an Schwei­zer Bürger:innen und an Einwoh­ner mit der C‑Niederlassung rich­tet. Dafür aber hat unsere Stif­te­rin, die Schwei­zer Reise­kasse, das Reka-Feri­en­dorf Lenk als Kollek­tiv­un­ter­kunft für geflüch­tete Fami­lien aus der Ukraine sowie weitere Feri­en­woh­nun­gen in Sören­berg und Bris­sago zur Verfü­gung gestellt.

Warum sind Ferien für die Kinder so wichtig?

Ferien in einer ande­ren Umge­bung bieten Kindern eine Auszeit vom Alltag. Mit Mami und Papi einen Ausflug machen und Neues entdecken, fürein­an­der Zeit haben. Kinder kommen mit neuen Erfah­run­gen, Ideen und selbst­be­wuss­ter aus den Ferien zurück. Und zurück in der Schule können sie darüber berich­ten und ihre Erleb­nisse mit den Gspänli teilen.

Was war 1989 der Grund zur Stiftungsgründung?

Zum fünf­zig­jäh­ri­gen Jubi­läum der Schwei­zer Reise­kasse wurde mit dem Kapi­tal aus nicht einge­lö­sten Reise­mar­ken und Reka-Checks die Jubi­lä­ums­stif­tung der Schwei­zer Reise­kasse gegrün­det. Die Stif­tung unter­stützte Heime, Stif­tun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen mit Beiträ­gen an Feri­en­la­ger für Menschen mit Beein­träch­ti­gung. Paral­lel dazu finan­zierte die Schwei­zer Reise­kasse Feri­en­wo­chen für Fami­lien mit beschei­de­nem Einkom­men. Anfang 2020 erfolgte dann die Zusam­men­füh­rung der beiden Ange­bote in die Reka Stif­tung Ferienhilfe.

Wie funk­tio­niert die Zusam­men­ar­beit mit der Reisekasse?

Sie ist einer­seits die Stif­te­rin und trägt ausser­dem die Lohn- und Betriebs­ko­sten. Ande­rer­seits sind wir mit rund 1’000 Feri­en­ar­ran­ge­ments pro Jahr die wich­tig­ste Kundin von Reka-Ferien.

Klima­wan­del, Pande­mie, Krieg in der Ukraine: spüren Sie auf der Spen­den­seite, dass die öffent­li­che Wahr­neh­mung von diesen gros­sen Krisen geprägt ist?

Erfreu­li­cher­weise war die Soli­da­ri­tät während der Pande­mie gross und unser Anlie­gen stiess auf offene Ohren. Seit Beginn der Ukrai­ne­krise verzeich­nen wir einen leich­ten Rück­gang bei den Spen­den. Wir blei­ben aber dennoch präsent im Spen­den­markt, denn jedes sech­ste Kind und jeder sech­ste Jugend­li­che in der Schweiz wächst in wirt­schaft­lich und sozial schwie­ri­gen Verhält­nis­sen auf. Wir wollen ihnen Ferien ermög­li­chen und freuen uns über die Soli­da­ri­tät unse­rer Gönne­rin­nen und Gönner.

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