Objektrat #AltSuchtNeu (Bild: Andreas Reber)

Regio­nal­mu­seum Chüech­li­hus lädt ein zum Chüechlihus-Sunndig

Am 11. September 2022 führt das Regionalmuseum Chüechlihus, in Langnau im Emmental, den sogenannten Chüechlihus-Sunndig durch. Dieser ist das Finale des ersten schweizerischen, partizipativen Entsammlungsprojekts mit #AltSuchtNeu. Neue Besitzer:innen für alte Museumsobjekte wurden gesucht. Am Chüechlihus-Sunndig holen die neuen Eigentümer:innen ihre Besitztümer persönlich ab.

Das Regio­nal­mu­seum Chüech­li­hus ist im Besitz einer histo­ri­schen Samm­lung aus Emmen­ta­ler Objek­ten. Mit dem Entsamm­lungs­pro­jekt #AltSucht­Neu hat das Museum in einem komple­xen und viel­schich­ti­gen Prozess neue Blei­ben für abzu­ge­bende Gegen­stände gesucht. Am 11. Septem­ber kommt das Projekt am Chüech­li­hus-Sunn­dig zum Abschluss, wenn die neuen, gewähl­ten Besitzer:innen ihre Objekte persön­lich abholen.

Schul­pult (Bild: Regio­nal­mu­seum Chüech­li­hus): Ein Vater aus Biel hat sich auf dieses Objekt bewor­ben. Er darf es am Chüech­li­hus-Sunn­dig im Regio­nal­mu­seum abho­len, um es danach im Kinder­zim­mer seines zwei­jäh­ri­gen Sohnes zu platzieren.

Aus Alt mach Neu, parti­zi­pa­ti­ver Ansatz

Das Museum stellte alle Objekte, die es aus der Muse­ums­samm­lung wegge­ben wollte, auf die Webseite entsammeln.ch, wo sich Privat­per­so­nen, Museen, Vereine, Geschäfte und andere Insti­tu­tio­nen um die Gegen­stände bewer­ben konn­ten. Das Beson­dere am Projekt: Emmentaler:innen durf­ten mittels Online-Abstim­mung mitbe­stim­men, was mit den Objek­ten gesche­hen soll. Um die Objekte bewer­ben durf­ten sich alle. Die Online-Abstim­mung wurde am 14. August geschlos­sen. Nun hat der Objekt­rat, aufgrund der Abstim­mungs­re­sul­tate und seiner Exper­tise, über die Zukunft der Objekte entschie­den. Einige werden an andere Museen verschenkt, andere werden von Privat­per­so­nen umfunk­tio­niert. Die Ideen sind krea­tiv und viel­sei­tig. Das Chüech­li­hus ist das erste Museum in der Schweiz, das ein Entsamm­lungs­pro­jekt unter Einbin­dung der Öffent­lich­keit lancierte. Der Projekt­lei­ter Simon Schwei­zer sagt: «Wir wurden oft darauf ange­spro­chen, weshalb wir den ganzen Prozess so ausführ­lich gestal­ten. Dieser ist uns ein so gros­ses Anlie­gen, weil wir gegen­über den Objek­ten eine Sorg­falts­pflicht erfül­len und sie – wie auch alle Bewerber:innen, die sich mit tollen Ideen für die Weiter­ver­wen­dung eben­die­ser Gegen­stände bewor­ben haben – respekt­voll behan­deln wollen.»

Neue Skulp­tur

Im Rahmen des Chüech­li­hus-Sunn­dig dürfen die neuen Besitzer:innen ihre erwor­be­nen Objekte persön­lich abho­len. Auf 20 Objekte hat sich niemand bewor­ben. Geplant ist nun, dass die Besucher:innen gemein­sam mit dem Regio­nal­mu­seum Chüech­li­hus eine neue Skulp­tur aus den Gegen­stän­den errich­ten. Die Skulp­tur soll im Museum blei­ben und in einer neuen Form der Samm­lung angehören.

Buntes Programm

Ganz nach dem Motto «Alt sucht Neu» gestal­tet das Museum den Chüech­li­hus-Sunn­dig. Das Tages­pro­gramm ist viel­sei­tig: Von einem Upcy­cling-Work­shop für Kinder über Kurz­füh­run­gen für Erwach­sene bis zur musi­ka­li­schen Umrah­mung mit alten und neuen Liedern. Auch die kuli­na­ri­schen Ange­bote sollen nicht zu wünschen übrig lassen: Die Besucher:innen werden mit warmen Apfelch­üechli, Rosenchüechli, Kuchen und vieles mehr verkö­stigt. Der Anlass ist öffent­lich und kosten­los. Hier finden Sie weitere Informationen. 

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