Bild: Rasa Kasparaviciene, Unsplash

Prove­ni­enz­for­schung in der SKKG

Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG in Winterthur widmet sich mit einem neuen Expert:innengremium der Provenienzforschung. Die Aufgabe des Gremiums ist es, die Herkunft und Geschichte von Gemälden und Objekten aus der Sammlung der SKKG zu untersuchen.

In der Prove­ni­enz­for­schung werden die Herkunft und die Geschichte von Kunst­ob­jek­ten unter­sucht. Vor allem durch den Zwei­ten Welt­krieg und der damit verbun­de­nen NS-Raub­kunst kommt der Aufar­bei­tung von Prove­ni­en­zen eine bedeu­tende Rolle zu. Auch die Stif­tung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG in Winter­thur nimmt sich nun vertieft diesem Thema an. 

Leit­fa­den und Glossar

Seit Mitte dieses Jahres erstel­len Expert:innen aus der Prove­ni­enz­for­schung einen Leit­fa­den und ein Glos­sar. Die Unter­la­gen sollen die SKKG bei der Aufar­bei­tung der Prove­ni­en­zen ihrer Gemälde und Objek­ten unter­stüt­zen. Im Leit­fa­den wird unter ande­rem der Umgang mit bela­ste­tem Kultur­gut durch die SKKG gere­gelt. Alle Mitglie­der des Expert:innengremiums haben den Leit­fa­den und seine Prämis­sen anzunehmen. 

Expert:innengremium

Aus fünf bis acht Perso­nen wird die SKKG das neue Expert:innengremium zusam­men­set­zen. Die Amts­dauer beläuft sich auf zwei Jahre und die Arbeit der Expert:innen erfolgt ehren­amt­lich. Das Gremium wird die «just and fair solu­ti­ons» erar­bei­ten. Die SKKG achtet auf eine auf den Zweck des Expert:innengremiums abge­stimmte Zusam­men­set­zung. So soll es minde­stens zu einem Drit­tel aus Jurist:innen und maxi­mal zur Hälfte aus Akademiker:innen bestehen. Auch sucht die SKKG Holocaust-Expert:innen, Fach­leute in Resti­tu­tion und Wirt­schafts­ge­schichte sowie Rechtsphilosoph:innen der verglei­chen­den Geno­zid- und Trau­ma­for­schung. Die SKKG möchte das Gremium zudem ausge­wo­gen mit Frauen und Männern sowie reli­giös divers beset­zen. In den kommen­den Mona­ten werden die Mitglie­der des Expert:innengremiums ausgewählt. 

Erst­check in der Initiierungsphase

Gestar­tet wird mit einem Prove­ni­enz-Erst­check. In der Initi­ie­rungs­phase von 2022 bis 2023 unter­sucht das Expert:innengremium vor allem Gemälde. In der Samm­lung der SKKG befin­den sich rund 4200 Gemälde, die vor 1945 entstan­den sind und damit für die Prove­ni­enz­for­schung von beson­de­rer Bedeu­tung sind. 700 Gemälde werden dem Erst­check unter­zo­gen. Für die Auswahl dieser Gemälde wurden klare Krite­rien defi­niert. Beispiels­weise soll der Ankaufs­preis über 20’000 Fran­ken liegen. Welche Werke in der Tiefen­re­cher­che unter­sucht werden, wird sich im Verlauf des Erst­checks zeigen. Bis Ende 2023 kann die SKKG die Prove­ni­en­zen von bis zu acht Werken komplett unter­su­chen. Von weite­ren Kunst­ob­jekte, wie Zeich­nun­gen und Skulp­tu­ren, werden etwa 100 Erst­checks durch­ge­führt und wo sinn­voll auch eine Tiefen­re­cher­che durch­ge­führt.  Die Haupt­phase des Projekt beginnt 2024. Sie wird auf den Erfah­run­gen aus der Initi­ie­rungs­phase aufbauen.

StiftungSchweiz engagiert sich für eine Philanthropie, die mit möglichst wenig Aufwand viel bewirkt, für alle sichtbar und erlebbar ist und Freude bereitet.

Folgen Sie StiftungSchweiz auf

The Philanthropist by subscribtion
Benefit now!