Bild: Aaron Andrew, unsplash

Pro Senec­tute: Studie zur Alters­ar­mut in der Schweiz

Die Ergebnisse aus dem nationale Altersmonitor Pro Senectute Schweiz zeigen, dass rund 300'000 Senior:innen in der Schweiz an der Armutsgrenze leben. Der demografische Wandel und die aktuelle Teuerung verschlechtern die Aussicht auf Verbesserung zusätzlich.

Zusam­men mit der Zürcher Hoch­schule für Ange­wandte Wissen­schaf­ten (ZHAW) und der Univer­si­tät Genf führte Pro Senec­tute Schweiz eine schweiz­weite Befra­gung zur Alters­ar­mut durch. Die reprä­sen­ta­ti­ven Ergeb­nisse zeigen, dass in der Schweiz knapp 300’000 ältere Menschen an der Armuts­grenze leben und 46’000 Rentner:innen arm sind. 

Schei­tert unser Alters­vor­sor­ge­sy­stem?
«Für 86 Prozent der Rent­ne­rin­nen und Rent­ner schafft das Drei-Säulen-System finan­zi­elle Sicher­heit – das ist aber auch die einzige gute Nach­richt», sagt Alex­an­der Widmer, Geschäfts­lei­tungs­mit­glied und Verant­wort­li­cher des Alters­mo­ni­tors von Pro Senec­tute Schweiz. Ein Gross­teil der älte­ren Bevöl­ke­rung ist somit finan­zi­ell gut gestellt. Gleich­zei­tig leiden 14 Prozent der Schwei­zer Senior:innen an Alters­ar­mut. 46’000 ältere Perso­nen sind gemäss dem Alters­mo­ni­tor gar «ausweg­los arm». Das heisst, sie können ihr Einkom­men nicht mittels Vermö­gen kompen­sie­ren. 20 Prozent der Perso­nen im Pensi­ons­al­ter sind arm oder armuts­ge­fähr­det und 13,6 Prozent können sich eine unvor­her­ge­se­hene Ausgabe von 2000 Fran­ken nicht leisten. Laut Alex­an­der Widmer hat die Schweiz eines der welt­weit besten Alters­vor­sor­ge­sy­steme. «Trotz­dem nimmt die Proble­ma­tik der Alters­ar­mut zu», erklärt Alex­an­der Widmer. 

Risi­ko­fak­to­ren für Alters­ar­mut und kanto­nale Unter­schiede
Mit knapp 34 Prozent der Fälle stellt ein tiefer Bildungs­grad den wich­tig­sten Risi­ko­fak­tor für Alters­ar­mut dar. Es sind vor allem Perso­nen ohne sekun­däre oder tertiäre Ausbil­dung betrof­fen. Aus der Studie gehen aber auch andere Risi­ko­fak­to­ren hervor. Beispiels­weise sind viele Betrof­fene auslän­di­sche Staats­an­ge­hö­rige, Perso­nen aus länd­li­chen Gemein­den oder Frauen. Auch Verwit­wung und Schei­dung spie­len eine Rolle. «Tref­fen mehrere solche Risi­ko­fak­to­ren aufein­an­der, wird ihr jewei­li­ger Einfluss verstärkt», sagt Alex­an­der Widmer. «Der Bildung kommt dabei eine entschei­dende Rolle zu.» Mit der Erhe­bung wurde ausser­dem ersicht­lich, dass die Alters­ar­mut von Kanton zu Kanton unter­schied­lich stark ausge­prägt ist. Im Tessin sind etwa bis zu fünf­mal mehr Senior:innen von Alters­ar­mut betrof­fen als im Kanton Basel-Stadt. Diese Abwei­chun­gen lassen sich nicht eindeu­tig erklä­ren, meint Alex­an­der Widmer. 

Unvor­teil­hafte Aussich­ten
Trotz sozia­ler Siche­rungs­sy­steme konnte die Alters­ar­mut auch in diesem Jahr nicht verrin­gert werden. Und ange­sichts des demo­gra­fi­schen Wandels und der aktu­el­len Teue­rung der Lebens- und Wohn­ko­sten scheint die Prognose für die näch­sten Jahre nicht besser auszusehen. 


Sie möch­ten mehr über den Alters­mo­ni­tor erfah­ren? Auf der Webseite von Pro Senec­tute und im Fakten­blatt finden Sie weiter­füh­rende Informationen.

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