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Nonpro­fit Manage­ment als Beruf(ung)

Die Bedeutung von NPO auch als Arbeitgeber steigt stetig – 2018 waren gut 9 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz im NPO-Sektor tätig, gemäss CNP-Länderstudie lag dieser Wert 2005 noch bei 4.5 Prozent. Damit wächst der Bedarf an professionellen Fach- und Führungskräften, um die gemeinnützigen Ziele von Stiftungen, Vereinen und sozialen Einrichtungen umzusetzen. Aber was macht gute NPO-Manager:innen aus?

Ein Blick auf einschlä­gige Stel­len­an­zei­gen zeigt: die Anfor­de­run­gen für Stel­len in NPO sind oft sehr hoch und vor allem auch breit gefä­chert. So wird für eine Führungs­funk­tion nicht selten eine Kombi­na­tion von Kennt­nis­sen in Admi­nis­tra­tion, Rech­nungs­we­sen und Projekt­ver­wal­tung mit Führungs­er­fah­rung und hoher Dienst­leis­tungs­ver­ant­wor­tung erwartet.

Berufs­pro­fil

Eine einzige Stel­len­an­zeige umfasst diese Aufga­ben: Budge­tie­rung, Control­ling, Buch­füh­rung, Mittel­ak­quise, Kommu­ni­ka­tion und Medi­en­ar­beit, Berichts­we­sen, Perso­nal­füh­rung sowie allge­meine Admi­nis­tra­ti­ons­auf­ga­ben. Erwar­tet werden zusätz­lich soft skills, wie Sozi­al­kom­pe­tenz, Team­fä­hig­keit, siche­res Auftre­ten, gute Vernet­zung, Flexi­bi­li­tät, Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent – die Liste liesse sich noch fort­set­zen. Diese Fähig­kei­ten sind natür­lich nicht ausschliess­lich bei NPO gesucht. Typisch ist jedoch, dass möglichst eine einzelne Person diese auf sich verei­nen sollte. Denn oft fehlen die Mittel, um für die unter­schied­li­chen Aufga­ben mehrere spezia­li­sierte Fach­kräfte zu beschäf­ti­gen. Zudem sind NPO-Stel­len nicht über­durch­schnitt­lich hoch dotiert. Es muss also für die hoch­qua­li­fi­zier­ten Perso­nen andere Gründe geben, sich für eine solche Posi­tion zu entscheiden. 

Intrin­si­sche Motivation

NPO-Manager:innen entschei­den sich i.d.R. bewusst für eine sinn­stif­tende Arbeit bei einer Orga­ni­sa­tion, deren Zweck und Werte sie teilen. Sie möch­ten mit ihrer Arbeit gesell­schaft­lich etwas bewir­ken. Gleich­zei­tig erhof­fen sie sich, dass die sozia­len Werte inner­halb der Orga­ni­sa­tion gelebt werden. Diese beiden Fakto­ren moti­vie­ren auch viele Quereinsteiger:innen dazu, aus der Privat­wirt­schaft zu NPO zu wech­seln und ihre beruf­li­che Erfah­rung für «die gute Sache» einzu­set­zen. Die intrin­si­sche Moti­va­tion über­wiegt extrin­si­sche Fakto­ren wie Gehalt oder Status.

Sie birgt aber auch eine Gefahr: NPO-Mitar­bei­tende entwi­ckeln oft ein so gros­ses Pflicht­be­wusst­sein für ihre Arbeit, ihre Orga­ni­sa­tion, ihre Mission, dass sie Gefahr laufen, sich bis zur Erschöp­fung zu engagieren. 

Chan­cen der Professionalisierung

Eine für diese Risi­ken sensi­bi­li­sierte Profes­sio­na­li­sie­rung im NPO-Sektor kann hier Abhilfe schaf­fen. Es braucht ein Bewusst­sein, seitens der Orga­ni­sa­tio­nen ebenso wie seitens der Arbeit­neh­men­den, dass eine einzelne Person aber auch die Orga­ni­sa­tion nicht alles schaf­fen kann. Umso wich­ti­ger ist es, Resul­tate und Wirkun­gen sicht­bar zu machen, zu kommu­ni­zie­ren und wert­zu­schät­zen. Weitere Fakto­ren für ein gesun­des Arbeits­klima sind u.a. eine sinn­volle Planung der Arbeits­zei­ten, die Gele­gen­heit zur Weiter­bil­dung und Karrie­re­chan­cen aber auch klare Jobpro­file, die nicht ganz so umfas­send ausfal­len wie oben beschrie­ben. Schliess­lich gibt es immer mehr Perso­nen, die ihre gesamte Berufs­zeit in NPO verbrin­gen werden. Denn die Heraus­for­de­run­gen sind zwar gross, aber eben auch viel­sei­tig und sinnstiftend.

Das CEPS bietet mit dem Master of Advan­ced Studies die Möglich­keit sich berufs­be­glei­tend und flexi­bel in NPO Manage­ment & Law fit zu machen. Die nächste Einstiegs­mög­lich­keit ist der CAS Wirkungs­ma­nage­ment, der am 21. August 2023 beginnt.