Bild: Clay Banks, unsplash.

Neue Studie: So divers sind die Stiftungsräte

Mit einer neuen Studie haben Aline Kratz-Ulmer und Laetitia Gill untersucht, wie divers Stiftungsräte in der Schweiz zusammengesetzt sind. Die Daten für ihr Studie haben sie 2020 in einer Umfrage erhoben.

90 Prozent der befrag­ten Stiftungsrät*innen erach­ten Diver­sity als posi­tiv. Dies ist eines der Ergeb­nisse einer neuen Publi­ka­tion. In der Studie «Diver­sité et conseils de fonda­ti­ons d’utilité publi­que en Suisse» haben die beiden Autorin­nen Aline Kratz-Ulmer und Laeti­tia Gill unter­sucht, wie divers Stif­tungs­räte in der Schweiz zusam­men­ge­setzt sind. Dazu haben sie im 2020 eine Umfrage durch­ge­führt. Die Analyse basiert auf den Antwor­ten von 107 Stiftungen.

Poten­zial vorhanden

Für ihre Arbeit stüt­zen sich Aline Kratz-Ulmer und Laeti­tia Gill auf eine Defi­ni­tion von Diver­sity in einem weiten Sinn. Sie umfasst neben Alter, Geschlecht und ethni­scher Zuge­hö­rig­keit diverse weitere Merk­male wie beruf­li­che Kompe­tenz oder persön­li­che Lebens­er­fah­rung. Aufgrund der einge­gan­ge­nen Antwor­ten sind in der Studie die Aussa­gen von Frauen im Verhält­nis zu ihrer realen Vertre­tung in Stif­tungs­rä­ten über­ver­tre­ten. 47 Prozent der Antwor­ten stam­men von Frauen. Ihr Anteil an den Manda­ten in Stif­tungs­rä­ten beträgt real 37 Prozent. Beim Alter zeigte sich, dass 75 Prozent der antwor­ten­den Stiftungsrät*innen über 50 Jahre alt sind. Nur 5 Prozent sind jünger als 40 Jahre alt. 89 Prozent der Stif­tun­gen kennen keine Alters­be­schrän­kung. Wenig divers sind die Gremien bezüg­lich Herkunft. 79 Prozent der Stiftungsrät*innen aus der Umfrage sind Schweizer*innen. Während 90 Prozent Diver­sity posi­tiv bewer­ten erach­ten nur 65 Prozent ihr Gremium selbst als divers. Keinen posi­ti­ven Effekt auf die Diver­sity erwar­ten 65 Prozent der Befrag­ten von einer Entlöhnung.

Empfeh­lun­gen

Die Autorin­nen kommen zum Schluss, dass aufgrund der Ergeb­nisse und der geführ­ten Diskus­sio­nen das Thema für die Stif­tungs­räte rele­vant ist. Aktu­ell sehen sie zwar keine Entwick­lun­gen die eine Regu­lie­rung des Gesetz­ge­bers erwar­ten lassen. Sie halten aber fest, dass dies auch nicht wünschens­wert sei. Ein Wandel müsse von Innen kommen. Dabei soll­ten sich die Stif­tun­gen nicht auf das Thema Diver­sity beschrän­ken sondern gene­rell eine Kultur der Offen­heit fördern. Aus den Ergeb­nis­sen leitet die Studie diverse Empfeh­lun­gen ab. Neben der Sensi­bi­li­sie­rung der eige­nen Mitglie­der sollte ein Stif­tungs­rat über­haupt erst defi­nie­ren, was für die Stif­tung Diver­sity und Inklu­sion bedeuten. 


Zur Studie (fran­zö­sisch): Diver­sité et conseils de fonda­ti­ons d’utilité publi­que en Suisse, Aline Kratz-Ulmer und Laeti­tia Gill, Univer­sité de Genève, Centre en Philanthropie

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