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Meilen­stein für Schutz der Ozeane

Die Schwelle von 60 Ratifizierungen ist erreicht. Damit tritt das UN-Hochseeschutzabkommen in 120 Tagen in Kraft. Umweltorganisationen sind sich einig, dass dies ein Meilenstein bedeutet. Die Schweiz hat das Abkommen noch nicht ratifiziert.

Das UN-Hoch­see­schutz­ab­kom­men (bekannt als Biodi­ver­sity Beyond Natio­nal Juris­dic­tion treaty BBNJ) hat am 19. Septem­ber die Schwelle von 60 Rati­fi­zie­run­gen erreicht. Damit star­tet die Frist von 120 Tagen. Nach dieser tritt das Abkom­men in Kraft. «Die 60 Rati­fi­ka­tio­nen stel­len eine einma­lige Errun­gen­schaft für die globale Meerespo­li­tik dar und sind ein Grund zum Feiern», sagt Ocean­Care-Geschäfts­füh­re­rin Fabi­enne McLel­lan zur Bedeu­tung. Sie fügt an: «Länder auf der ganzen Welt haben Führungs­stärke bewie­sen und sich trotz poli­ti­scher Turbu­len­zen auf das konzen­triert, was einen konkre­ten Unter­schied machen wird.» Auch Thomas Vella­cott, CEO WWF Schweiz hebt die Bedeu­tung des BBNJ hervor. «Dies ist ein Meilen­stein für den Meeres­schutz: Das Hoch­see­ab­kom­men schützt endlich zwei Drit­tel unse­rer Ozeane, die bisher kaum gere­gelt waren,» sagt er. 

20 Jahre Verhandlungen

Die Verein­ten Natio­nen haben das BBNJ 2023 nach 20 Jahren Verhand­lun­gen verab­schie­det. Der WWF hat mit diplo­ma­ti­schem Enga­ge­ment und wissen­schaft­li­cher Exper­tise mitge­ar­bei­tet und früh auf die Dring­lich­keit hinge­wie­sen. Ocean­Care weist trotz der Freude über die 60 Rati­fi­zie­run­gen darauf hin, dass dies erst ein Zwischen­ziel sei. Die Regie­run­gen seien nun bei der Umset­zung gefragt, Ausser­dem fehlt die Rati­fi­zie­rung von Staa­ten wie Deutsch­land, Öster­reich oder auch der Schweiz. Während Länder wie Sri Lanka, St. Vincent und die Grena­di­nen, Sierra Leone und Marokko das Abkom­men ratif­ziert haben, stehe die Schweiz abseits, schreibt Green­peace Schweiz. Iris Menn, Meeres­bio­lo­gin und Geschäfts­lei­te­rin von Green­peace Schweiz nennt das histo­ri­sche Ereig­nis den Schlüs­sel für die Einrich­tung von Schutz­ge­bie­ten, um die biolo­gi­sche Viel­falt zu erhal­ten. «Es schützt das globale Klima und fördert die Ernäh­rungs­si­cher­heit für Milli­ar­den von Menschen, die von den Ressour­cen der Ozeane abhän­gig sind.» Bis 2030 müss­ten mindes­tens 30 Prozent der Meere unter Schutz stehen, so das Ziel. 

Kein Platz am Tisch

Der Bundes­rat hat das BBNJ zwar unter­zeich­net. Für die Rati­fi­zie­rung braucht es aber das Parla­ment. Dieses werde frühes­tens Ende 2026 entschei­den, schreibt Green­peace Schweiz. Damit werde die Schweiz auch keine Platz am Verhand­lungs­tisch haben: Für die zweite Hälfte 2026 sei die erste UNO-Ozean Konfe­renz geplant.


Agree­ment under the United Nati­ons Conven­tion on the Law of the Sea on the Conser­va­tion and Sustainable Use of Marine Biolo­gi­cal Diver­sity of Areas beyond Natio­nal Juris­dic­tion (BBNJ Agreement)