Aktuell laufen in Genf noch bis zum 14. August die Verhandlungen für ein globales Plastik-Abkommen. Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention AT Schweiz und die NGO stop2drop machen auf ein oft wenig beachteten Aspekt des Themas aufmerksam: Zigarettenstummel. Irgendwo weggeworfen tragen sie zur Plastikverschmutzung bei. 4,5 Billionen Zigarettenstummel würden pro Jahr weggeworfen, schreibt AT Schweiz. Markus Dick, Leiter stop2drop, weist auf das Schadenpotenzial der Stummel hin: «Zigarettenfilter bestehen aus Zelluloseacetat – einem Plastik, das sich langsam zu schädlichem Mikroplastik zersetzt.» Und er führt einen weiteren problematischen Punkt an. «Zigarettenstummel enthalten über 7000 Chemikalien, darunter giftige Schwermetalle und Nikotin. Regen und Wasser lösen die Giftstoffe aus den Stummeln und verschmutzen damit den Boden und die Gewässer.»
Mehr als Plastik
Von den Verhandlungen in Genf fordert Luciano Ruggia, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz: «Die Welt verhandelt ein Abkommen gegen Plastikverschmutzung – Zigarettenfilter gehören daher dringend auf die Verbotsliste.» Ohne klare Regulierung werde die Umwelt weiterhin durch giftige Zigarettenstummel belastet. Das Verbot müsse denn auch alle Zigarettenfilter verbieten. Die beiden Organisationen weisen darauf hin, dass auch sogenannte «ökologische Filter» aus Papier oder Pflanzenfasern Teer, Nikotin und Schwermetalle enthalten und Böden und Wasser belasten würden. Luciano Ruggia fordert denn auch: «Das Verbot muss alle Filtertypen erfassen – nicht nur solche aus Plastik».
Umweltorganisationen formulieren ihre Forderungen
Bereits im Vorfeld der Verhandlungen hatte eine Koalition aus Greenpeace Schweiz, die Bewegung Break Free from Plastic, die Gallifrey Foundation in einer Kundgebung ein ambitioniertes Abkommen gefordert. Ihre Botschaft: «Reduziert die Plastikproduktion und provoziert nicht unsere Zerstörung. Wir brauchen ein starkes Plastik-Abkommen – Jetzt!». Auch OceanCare hat klare Forderungen an das Abkommen formuliert. Die Meeresschutzorganisation verlangt als Kernelement unter anderem, dass «verbindliche globale Ziele zum Einfrieren und Reduzieren der Plastikproduktion auf nachhaltige Niveaus».


