Inter­na­tio­nale Förder­al­li­an­zen: Gemein­sam globale Wirkung erzielen

Grosse gesellschaftliche Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam erfolgreich bewältigen. Die Hilti Foundation zeigt, wie sie durch internationale Beteiligungsnetzwerke notwendige Ressourcen und lokale Expertise bündelt – und so Projekte nachhaltig und skalierbar gestaltet.

In Kenia verlas­sen jedes Jahr rund eine Million Jugend­li­che die Berufs­schu­len – und finden trotz­dem keine gute Arbeits­stelle. Das kenia­ni­sche Berufs­schul­sys­tem ist stark von den Bedürf­nis­sen der Privat­in­dus­trie entkop­pelt. Um die Auszu­bil­den­den gezielt zu unter­stüt­zen, haben wir mit der Hilti Foun­da­tion vor vier Jahren eine Initia­tive gestar­tet. Das Ziel: die Berufs­aus­bil­dung in Kenia trans­for­mie­ren. In einer inter­na­tio­na­len Förder­al­li­anz haben wir ein duales Bildungs­sys­tem nach Schwei­zer Modell imple­men­tiert, ange­passt an kenia­ni­sche Gegebenheiten.

Mit dieser inter­na­tio­na­len Förder­al­li­anz setzen wir auf eine komplexe, aber erfolg­rei­che Lösung. Das Betei­li­gungs­netz­werk besteht aus Schwei­zer Akteu­ren wie Gross­kon­zerne, Berufs­schu­len, Fach­ver­bände und der Kanton, die Know-how, Tech­no­lo­gie und Erfah­rung in das Projekt einbrin­gen. Auf kenia­ni­scher Seite sind Baufir­men, ausge­wählte Privat­schu­len und das Bildungs­mi­nis­te­rium vertre­ten. Diese gleich­be­rech­tigte Einbin­dung loka­ler Part­ner schafft nicht nur Vertrauen, sondern stellt sicher, dass die Initia­tive der Hilti Foun­da­tion an den tatsäch­li­chen Bedürf­nis­sen der kenia­ni­schen Gemein­schaft ausge­rich­tet ist.

Erfolgs­fak­to­ren 

Nach­hal­tige Verän­de­run­gen entste­hen dort, wo inter­na­tio­nale Exper­tise und lokale Erfah­rung inein­an­der­grei­fen. Doch ein star­kes Netz­werk allein genügt nicht. Ob eine Alli­anz tatsäch­lich Wirkung entfal­tet, hängt von verschie­de­nen Erfolgs­fak­to­ren ab. 

1. Gemein­same Vision entwickeln

Die Gefahr, dass Funders an den loka­len Bedürf­nis­sen vorbei­ent­wi­ckeln, ist gross. Ohne klare Ziele und eine gemein­same Vision entste­hen Konflikte und Miss­ver­ständ­nisse. Part­ner können so nicht effi­zi­ent zusam­men­ar­bei­ten. Sie verschwen­den Ressour­cen und riskie­ren letzt­lich, dass sich das Netz­werk auflöst. Daher müssen sich zu Beginn des Projekts alle Betei­lig­ten über die ange­streb­ten Ergeb­nisse einig sein. Planen Sie genug Zeit und Ener­gie ein, um eine gemein­same Vision mit klaren Werten, Zielen und Erwar­tun­gen zu entwickeln.

2. Klare Rollen definieren

Wer macht was – und bis wann? Wenn diese Fragen unbe­ant­wor­tet blei­ben, verlie­ren Netz­werke an Ener­gie. Aufbau­end auf die gemein­same Vision sorgen klare Rollen und verbind­li­che Zeit­pläne dafür, dass Projekte voran­kom­men. Wich­tig ist, dass die Betei­lig­ten einan­der in ihren Fähig­kei­ten ergän­zen und Sie für jeden ein Vorge­hens- und Mass­nah­men­plan erstel­len. Bestim­men Sie ausser­dem eine verant­wort­li­che Person im Netz­werk, die die über­ge­ord­nete Steue­rung über­nimmt und alle Akteure verant­wort­lich hält. Die klare Rollen­wahr­neh­mung ist entschei­dend, damit das Netz­werk wirk­lich etwas bewegt.

3. Lokale Part­ner ernst nehmen

Ein häufi­ger Stol­per­stein inter­na­tio­na­ler Projekte ist, die Stim­men vor Ort zu über­hö­ren. Binden Sie die Betei­lig­ten aus der Region von Anfang an ein, geben Sie ihnen eine Platt­form für den Austausch und hören Sie ihnen zu. Lokale Akteure wissen am besten, was ihre Gemein­schaft wirk­lich braucht.

4. Fort­schritte und Erfolge messen

Selbst wenn Sie eine klare Werte­ba­sis und ein gemein­sa­mes Leit­bild entwi­ckelt haben, ist der Erfolg Ihrer Förder­al­li­anz noch nicht gesi­chert. Oft fehlen ein adäqua­tes Moni­to­ring und eine Steue­rung des Projekt­fort­schritts durch alle Betei­lig­ten. Nur konkrete Ziel­set­zun­gen machen mess­bare Fort­schritte möglich. Mithilfe der Evalua­tion lassen sich geeig­nete Kenn­zah­len (KPIs) auswäh­len, die zeigen, ob das Netz­werk seine Wirkung entfal­tet. Hier kommt die koor­di­nie­rende Person als Trei­ber im Netz­werk zum Zug: Sie bindet alle Part­ner aktiv ein und behält deren Fort­schritt im Blick. Regel­mäs­si­ger Austausch, die Doku­men­ta­tion von Lern­erfah­run­gen und das gemein­same Feiern von Teil­erfol­gen halten das Netz­werk leben­dig und motiviert.


Zur Person:

Werner Wall­ner ist Geschäfts­füh­rer der Hilti Foun­da­tion und Stif­tungs­rats­vor­sit­zen­der des Enab­ling Micro­fi­nance Fund. Mit über 40 Jahren Erfah­rung in Führungs­rol­len bei der Hilti Group und im Martin Hilti Family Trust bringt er umfas­sen­des Know-how in Unter­neh­mens­füh­rung, Finanz­steue­rung und stra­te­gi­schem Risi­ko­ma­nage­ment in die Stif­tung ein. Seit 2019 fokus­siert sich seine Arbeit auf die phil­an­thro­pi­schen Akti­vi­tä­ten der Hilti Foun­da­tion, insbe­son­dere in den Berei­chen Berufs­bil­dung und globale Entwicklungsprojekte.

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