Nationalrätin Nadine Masshard (3. v.l.), Nina Fehr Düsel (5. v.l.) Guido Fluri (7.v.r.) Bild: Miron Gradwohl

Grosse Tech-Unter­neh­men in die Verant­wor­tung nehmen

Die Guido Fluri Stiftung lanciert die «Internet-Initiative» zusammen mit Nationalrät:innen aus den grossen Parteien. Ziel ist es, die grossen Tech-Unternehmen in die Verantwortung zu nehmen bei der Verbreitung von Kindsmissbrauch, Cyberbetrug oder Desinformation.

Die «Inter­net-Initia­tive» will grosse Tech-Unter­neh­men in die Verant­wor­tung nehmen. Kinds­miss­brauch, Cyber­be­trug oder Desin­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen sollen nicht mehr über die digi­ta­len Platt­for­men verbrei­tet werden können, ohne dass diese dafür in die Pflicht genom­men werden. Bei Verlet­zung ihrer Sorg­falts­pflicht sollen sie «mit massi­ven Konse­quen­zen» rech­nen müssen. Mit dem Vorstoss wollen die Initiant:innen die Schwei­zer Grund­rechte und die Demo­kra­tie schützen.

Schutz und Verant­wor­tung im digi­ta­len Raum

Am Ursprung der Initia­tive steht Guido Fluri. Vor zehn Jahren hat er sich mit der  Wieder­gut­ma­chungs­in­itia­tive für die Aufar­bei­tung der frühe­ren Miss­brauchs­fälle in der Schweiz einge­setzt. An der Medi­en­kon­fe­renz zur Lancie­rung der «Inter­net-Initia­tive» sagte er: «Heute ist die Bevöl­ke­rung in der Schweiz wiederum gefähr­det, und zwar massiv im digi­ta­len Raum». Ille­gale Inhalte wie Gewalt- und Miss­brauchs­bil­der, Cyber­kri­mi­na­li­tät und auslän­di­sche Desin­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen würden über die Ange­bote der gros­sen Tech-Unter­neh­men verbrei­tet. Fluri sagt: «Der Gewinn wird heute von den Tech-Gigan­ten priva­ti­siert, der Scha­den auf die Allge­mein­heit überwälzt.» 

Mit der nun lancier­ten Initia­tive will er diesem Geschäfts­mo­dell einen Riegel schie­ben. «Platt­for­men und Anbie­ter von KI-Syste­men dürfen sich nicht mehr damit begnü­gen, ihre Reich­weite zu opti­mie­ren, sondern müssen auch Risi­ken begren­zen. Es geht um einen Wandel: weg von der Maxi­mie­rung der Aufre­gung, hin zur Quali­tät im digi­ta­len öffent­li­chen Raum. Verant­wor­tung dort, wo Macht konzen­triert ist. Schutz dort, wo Menschen verwund­bar sind», sagt Fluri. Nationalrät:innen der SVP‑, Mitte‑, FDP‑, SP‑, Grünen- und GLP-Frak­tion unter­stütz­ten die Initia­tive. Mitin­iti­an­tin Nina Fehr Düsel von der SVP sagt: «Als Natio­nal­rä­tin und als Mutter von zwei Kindern ist für mich klar, dass wir die explo­si­ons­ar­tige Verbrei­tung von Kinds­miss­brauchs­ma­te­rial stop­pen müssen.» Und Mitin­iti­an­tin Nadine Mass­hardt, Natio­nal­rä­tin der SP sagt in ihrer Funk­tion als Stif­tungs­rats­prä­si­den­tin vom Konsu­men­ten­schutz Schweiz: «Es braucht drin­gend und rasch Regu­lie­run­gen, damit der Online-Konsum­all­tag siche­rer wird.» Das Initia­tive­ko­mi­tee hat als Ziel formu­liert, die Hälfte der benö­tig­ten Unter­schrif­ten in den ersten 100 Tagen zu sammeln.