© Greenpeace / Joakim Chardonnens

Green­peace fordert grünen Wieder­auf­bau der Ukraine

Am Montagmorgen stellten Greenpeace-Aktivist*innen symbolisch eine Windturbine in Lugano nahe der Ukraine-Konferenz auf. Grund dafür: Greenpeace und rund 45 ukrainische NGOs fordern einen umweltfreundlichen und nachhaltigen Wiederaufbauplan – weg von nuklearen und fossilen Brennstoffen.

«Es entspricht dem gesun­den Menschen­ver­stand, dass die Ukraine ihre Infra­struk­tur nicht nach alten sowje­ti­schen Stan­dards wieder aufbauen sollte», sagt Nata­lia Gozak, Direk­to­rin von Ecoac­tion, Kiew. Der Wieder­auf­bau des Landes soll eine nach­hal­tige und umwelt­freund­li­che Entwick­lung ermög­li­chen. Und dies für eine wirt­schaft­li­che, soziale und ökolo­gi­sche Gesund­heit gleichermassen.

Es entspricht dem gesun­den Menschen­ver­stand, dass die Ukraine ihre Infra­struk­tur nicht nach alten sowje­ti­schen Stan­dards wieder aufbauen sollte

Nata­lia Gozak, Direk­to­rin von Ecoac­tion, Kiew
© Green­peace / Joakim Chardonnens

Wind­tur­bine als Symbol für nach­hal­ti­gen Wieder­auf­bau
Aktivist*innen von Green­peace stell­ten heute eine Wind­tur­bine in Lugano als Symbol für den nach­hal­ti­gen Wieder­auf­bau nach dem Ukraine-Krieg auf. Die Aktion wurde in den frühen Morgen­stun­den anläss­lich der Ukraine-Konfe­renz durch­ge­führt. An der «Ukraine Reco­very Confe­rence» setzen sich Vertreter*innen vier­zig mögli­cher Geld­ge­ber­staa­ten sowie zwan­zig inter­na­tio­na­ler Orga­ni­sa­tio­nen mit dem Wieder­auf­bau nach dem Krieg in der Ukraine ausein­an­der. Denitza Petrova ist Campai­g­ne­rin bei Green­peace Mittel- und Osteu­ropa und nahm heute an der Aktion von Green­peace teil. «Die Zerstö­rung der Infra­struk­tur, der Wirt­schaft und der Gesell­schaft der Ukraine durch das russi­sche Mili­tär muss aufhö­ren», meint sie. Es sei entschei­dend, dass die öffent­li­chen und priva­ten Geld­ge­ber ihr Geld in einen grünen und nach­hal­ti­gen Wieder­auf­bau inve­stie­ren und nicht in nukleare und fossile Brenn­stoffe. Auch die Geschäfts­füh­re­rin von Green­peace Schweiz, Iris Menn, äussert sich in der Medi­en­mit­tei­lung von Green­peace: «Die Schweiz und alle ande­ren Geld­ge­ber müssen sich bei jeder Gele­gen­heit für einen ökolo­gi­schen, nach­hal­ti­gen und sozial gerech­ten Wieder­auf­bau der Ukraine einset­zen.» Und dies beginne heute in Lugano.

Die Zerstö­rung der Infra­struk­tur, der Wirt­schaft und der Gesell­schaft der Ukraine durch das russi­sche Mili­tär muss aufhören

Denitza Petrova, Campai­g­ne­rin und Akti­vi­stin Greenpeace

«Wir können es uns nicht leisten, falsch zu planen»
Über 45 ukrai­ni­sche NGOs haben sich mit der Unter­zeich­nung von Leit­prin­zi­pien einem nach­hal­ti­gen Wieder­auf­bau zugun­sten der Menschen und der Natur verpflich­tet. «Wir müssen unsere Städte nach­hal­tig und ener­gie­ef­fi­zi­ent wieder aufbauen. Wir dürfen nicht mehr von fossi­len Brenn­stof­fen abhän­gig sein. Wir müssen geschä­digte Ökosy­steme wieder­her­stel­len und saubere Indu­strie­be­triebe fördern», sagt Nata­lia Gozak und weiter: «Es liegen Jahr­zehnte harter Arbeit vor uns. Wir können es uns nicht leisten, falsch zu planen.» Der Krieg bedrohe die Umwelt zuneh­mend. Es sei gut möglich, dass grosse Land­flä­chen mit schäd­li­chen Chemi­ka­lien vergif­tet sind und die Wasser­ver­schmut­zung zunehme. Zerstörte Lebens­räume und Treib­haus­gas­emis­sio­nen würden mit dem mit dem Krieg einher gehen betont die NGO-Vertre­te­rin. All dies habe nega­tive Folgen für die Gesund­heit von Mensch und Natur. Beim Wieder­auf­bau der ukrai­ni­schen Städte sollen nach­hal­tige Tech­no­lo­gien zur Anwen­dung kommen. Vorstell­bar seien beispiels­weise Solar­ener­gie oder der Bau von Null-Ener­gie-Gebäu­den. So oder so: Mensch und Natur sollen bei der künf­ti­gen Stadt­pla­nung auf jeden Fall im Mittel­punkt stehen.

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