Philipp Rüegg, Geschäftsführer GI-beider Basel

Gemein­sam mehr bewir­ken im Inter­esse aller

Die Community und das Netzwerk sind für jede Organisation eine wirksame Ressource. Philipp Rüegg, Geschäftsführer GI-beider Basel, spricht über die Bedeutung des Community-Management, gestiegenen Erwartungen und Verantwortung.

Was war die ursprüng­li­che Moti­va­tion für die Grün­dung von GI-beider Basel, und wie hat sich die Vision seit­dem entwickelt?

Seit 1996 geben wir Nonpro­fit-Orga­ni­sa­tio­nen eine starke Stimme und ein wirk­sa­mes Netz­werk. Die Grün­dung beruhte auf der Über­zeu­gung, dass NPOs eine Platt­form für Dialog, Kompe­ten­zen und Sicht­bar­keit brau­chen. Daran hat sich nichts geän­dert. Noch immer geht es uns darum, die Reich­weite der Insti­tu­tio­nen zu vergrös­sern, ihre Anlie­gen sicht­bar zu machen und ihnen Raum für Austausch und Diskus­sion zu geben.

Seit 1996 geben wir Nonpro­fit-Orga­ni­sa­tio­nen eine starke Stimme und ein wirk­sa­mes Netzwerk. 

Phil­ipp Rüegg, Geschäfts­füh­rer GI-beider Basel, Verei­ni­gung und Netz­werk Gemein­nüt­zige Institutionen


Wir verste­hen uns als Part­ne­rin für Insti­tu­tio­nen, die in der Region Gros­ses und Wich­ti­ges leis­ten. Deshalb setzen wir uns für Aner­ken­nung, gute Rahmen­be­din­gun­gen sowie für Vernet­zung ein – inner­halb wie ausser­halb des Sektors. Mit den Jahren hat sich die GI weiter­ent­wi­ckelt – geprägt von vielen verschie­de­nen Menschen, ob ehren­amt­lich oder in der Geschäfts­füh­rung. Jede Gene­ra­tion hat so ihre Impulse einge­bracht und Neues ergänzt, ohne die Grund­idee aus den Augen zu verlie­ren: Gemein­sam mehr zu bewir­ken und im Inter­esse aller.

Sie pfle­gen sehr konse­quent den Commu­nity-Aufbau. Welche Prin­zi­pien und Werte leiten Ihre Arbeit beim Aufbau und der Pflege der Community?

Commu­nity bedeu­tet für mich Bezie­hun­gen – und diese leben von Neugier, Inter­esse und Echt­heit sowie auch von Aufmerk­sam­keit und Faszi­na­tion. Wir alle bewe­gen uns in verschie­de­nen «Bubbles» und entschei­dend ist, neugie­rig zu blei­ben und bewusst Verbin­dun­gen zu pfle­gen. Dazu gehö­ren Präsenz, Konti­nui­tät und manch­mal auch Hart­nä­ckig­keit. Digi­tale Tools wie Linke­dIn oder unser News­let­ter helfen, Kontakte zu halten und Einbli­cke zu geben. Unsere Akti­vi­tä­ten, ob online oder physisch, sind somit immer auch Fens­ter, Noch-Nicht­mit­glie­dern Einbli­cke zu geben, welche die GI erst noch am Entde­cken sind. Doch zentral bleibt der persön­li­che Austausch: unter­wegs sein, Einla­dun­gen anneh­men, viel­sei­tig inter­es­siert blei­ben. Commu­nity lebt von Nähe, Begeg­nung und Wertschätzung.

Welche Netz­werk­for­mate bieten Sie Mitglie­dern an, und welche haben sich als beson­ders wirkungs­voll erwiesen?

Wir setzen auf Viel­falt – von klei­nen Tref­fen über Fach­in­puts bis zu gros­sen Veran­stal­tun­gen. Nur so können wir den unter­schied­li­chen Bedürf­nis­sen gerecht werden. 2025 werden wir zu rund 15 Happe­nings einge­la­den haben. Die Formate hinter­fra­gen wir immer auch wieder kritisch, indem wir prüfen, ob diese noch den Erwar­tun­gen entspre­chen, justiert oder gar abge­löst werden dürfen.
Beson­ders wert­voll sind Gele­gen­hei­ten, verschie­dene Perspek­ti­ven zusam­men­zu­brin­gen: NPOs mit Poli­tik und Verwal­tung, mit Förder­stif­tun­gen oder mit inter­es­sier­ten Enga­gier­ten. Solche Formate schaf­fen neue Möglich­kei­ten. Sie bieten den Rahmen für das Kennen­ler­nen mit Unbe­kann­ten und auch das Wieder­se­hen mit Bekannten.

Wir setzen auf Viel­falt – von klei­nen Tref­fen über Fach­in­puts bis zu gros­sen Veranstaltungen. 

Phil­ipp Rüegg

Wie viele Mitglie­der zählt GI-beider Basel aktu­ell, und wer kann Mitglied werden?

Aktu­ell zählt unsere Verei­ni­gung über 160 Mitglieds­in­sti­tu­tio­nen – so in den letz­ten vier Jahren mit Zugän­gen von knapp 100 NPOs. Unser wach­sen­des Netz­werk vereint gemein­nüt­zige Insti­tu­tio­nen verschie­dens­ter Ausrich­tung – jede Orga­ni­sa­tion, die sich dem Gemein­wohl, dem Mensch, der Natur und Region verpflich­tet fühlt, ist bei uns rich­tig. Mitglied werden können gemein­nüt­zige und nicht-gewinn­ori­en­tierte Insti­tu­tio­nen in jeder Rechts­form – vom Verein über die Stif­tung bis zur GmbH oder AG.

Welche konkre­ten Vorteile oder Mehr­werte erhal­ten Mitglie­der durch die Zugehörigkeit?

Gemein­sam mehr bewir­ken: Unsere Mitglie­der profi­tie­ren von mehr Sicht­bar­keit, wirkungs­vol­ler Inter­es­sen­ver­tre­tung und Zugangs­mög­lich­kei­ten zu Wissen und rele­van­ten Netz­wer­ken. Nebst all den Unter­schie­den und verschie­de­nen Wirkungs­fel­dern gibt es viele Gemein­sam­kei­ten, welche sich auch in der Agenda bzw. im Programm der GI wieder­fin­den: Staats­bei­träge und Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen, Zusam­men­ar­beit mit Depar­te­men­ten und Fach­stel­len, Fund­rai­sing und Kommu­ni­ka­tion, Vorstands­ar­beit, Mitglie­der­we­sen und Commu­nity Manage­ment, Trends und neue Norma­li­tät, Vorga­ben und Gesetz­ge­bung, Syner­gien und Kolla­bo­ra­tio­nen, Gewin­nung und Bindung von geeig­ne­tem (Fach-)Personal und Frei­wil­li­gen, Förde­rung von Mitar­bei­ten­den, Lernen­den, Praktikant:innen und Zivildienstleistenden.

Commu­nity ist ein People Busi­ness, es geht um Kontakte, Infor­ma­tio­nen und Situa­tio­nen, dabei sehe ich die GI als Platt­form für Begegnungen. 

Phil­ipp Rüegg

Mit einer brei­te­ren Basis wächst unsere Reich­weite – und damit auch unser Gewicht in der öffent­li­chen Diskus­sion. Mitglie­der profi­tie­ren zudem von Plat­zie­run­gen im News­let­ter oder auf Linke­dIn, vom Wissens­trans­fer zu NPO-Themen und vor allem vom Zugang zu einem akti­ven Netzwerk.

Gibt es ein Beispiel, wo die Commu­nity einen direk­ten Mehr­wert oder eine erfolg­rei­che Koope­ra­tion ermög­licht hat?

Commu­nity ist ein People Busi­ness, es geht um Kontakte, Infor­ma­tio­nen und Situa­tio­nen, dabei sehe ich die GI als Platt­form für Begeg­nun­gen. Die Commu­nity fängt für mich bei den Mitglieds­in­sti­tu­tio­nen an. Wir inter­agie­ren auch mit weite­ren Akteur:innen im NPO-Umfeld, das aus viel­sei­ti­gen Partner:innen besteht: Fach­ver­bände, im Sektor wirkende Akteur:innen wie Förder­stif­tun­gen und Medien sowie Bildungs- und Forschungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, aber auch die Freund:innen der GI als Unter­stüt­zende sowie weitere am Gemein­wohl, an Insti­tu­tio­nen und unse­rem Enga­ge­ment Inter­es­sierte. Unser Netz­werk lebt davon, dass Menschen in Kontakt kommen, die einan­der sonst viel­leicht nicht begeg­net wären. Immer wieder erle­ben wir, dass aus Gesprä­chen an unse­ren Forma­ten Bezie­hun­gen und Kolla­bo­ra­tio­nen entste­hen, so beispiels­weise mit gemein­sa­men Ange­bo­ten wie Kurse oder der Schaf­fung von Synergien.

Welche Wirkung konnte die Commu­nity seit dem Start bisher erzie­len – mess­bar oder in Geschich­ten greifbar?

Unsere Commu­nity stei­gert Reich­weite, Aufmerk­sam­keit und Wirkung – der wach­sende Impact zeigt sich in Zahlen, Feed­backs und Gemein­sa­mem. Wir werden als Multi­pli­ka­to­rin und Vernet­ze­rin wahr­ge­nom­men, dies zeigt sich in verschie­de­nen Kontakt­auf­nah­men und auch bei unse­rer berei­te­ren Bekannt­heit. Unsere stei­gende Reich­weite nutzen wir weiter­hin für die Gemein­nüt­zig­keit. Durch Wachs­tum entste­hen weitere Ressour­cen für mehr Akti­vi­tä­ten und Commu­nity-Manage­ment, online und offline, sowie auch für unsere vermit­telnde und koor­di­nie­rende Rolle.

Mit stei­gen­der Mitglie­der­zahl und Diver­si­tät stei­gen auch die Verant­wor­tung und die Erwar­tung nach mehr oder ande­rem Austausch und höhe­rer Wirksamkeit.

Phil­ipp Rüegg

Die wach­sen­den Follower:innenzahlen auf Linke­dIn, die Reak­tio­nen auf Posts und der erfolg­rei­che Start unse­res News­let­ters zeigen mess­ba­ren Impact. Auch ist das grosse Inter­esse an der Plat­zie­rung von Hinwei­sen oder Vorstel­lun­gen über unsere Kanäle sehr erfreu­lich und zeigt, dass wir da einen Bedarf erfolg­reich decken können. Mich freuen die wert­schät­zen­den Feed­backs und die posi­tive Reso­nanz, welche wir sowohl auf unse­ren Content als auch auf die Feed-Kura­tion sowie tägli­che Reak­tio­nen unse­rer­seits erhalten.

Vor welchen Heraus­for­de­run­gen stehen Sie aktu­ell beim Aufbau und der Pflege der Community?

Mit stei­gen­der Mitglie­der­zahl und Diver­si­tät stei­gen auch die Verant­wor­tung und die Erwar­tung nach mehr oder ande­rem Austausch und höhe­rer Wirk­sam­keit. Hinzu kommt die Reali­tät der knap­pen Ressour­cen – sowohl bei uns als auch bei den Mitglieds­in­sti­tu­tio­nen. Das bedeu­tet ein möglichst effi­zi­en­tes Wirt­schaf­ten mit den vorhan­de­nen Mitteln und inno­va­ti­ven Forma­ten, krea­tiv und agil. Jede Mitglieds­in­sti­tu­tion und die mit ihr verbun­de­nen Menschen brin­gen Bewe­gung in die Commu­nity. Als grosse Chance und Treiber:innen sehe ich unser Wachs­tum und die stetige Weiter­ent­wick­lung, dabei ist und bleibt, wie so oft, immer Luft nach oben.

Welche Visio­nen oder Pläne haben Sie für die nächs­ten Jahre, um die GI-beider Basel weiterzuentwickeln?

Wir wollen unse­ren Weg konse­quent weiter­ge­hen, dabei flexi­bel und agil reagie­ren, wo Neues und Ande­res gebraucht wird. Wich­tig bleibt, Räume zu schaf­fen für Austausch und die nach­hal­tige Stär­kung der Gemein­nüt­zig­keit. Die heuti­gen Zeiten sind anspruchs­voll und mit Blick über unsere Kantons- und Landes­gren­zen erachte ich es als sehr wich­tig, dass wir das Bewusst­sein über unsere sozia­len, kultu­rel­len und nach­hal­ti­gen Werte beibe­hal­ten und auf verschie­de­nen Ebenen diese wert­vol­len Leis­tun­gen von gemein­nüt­zi­gen Insti­tu­tio­nen ermög­li­chen. Die GI wird da auch in Zukunft ihre Rolle wahr­neh­men, mit all den verschie­de­nen Akteur:innen, als Part­ne­rin und Mode­ra­to­rin an Schnitt­stel­len von Poli­tik, Gesell­schaft und Wirt­schaft und als starke Stimme für NPOs in der Region.
Und ganz persön­lich freue ich mich auch in Zukunft auf viele Begeg­nun­gen, Inter­ak­tio­nen und gemein­schaft­li­che Erleb­nisse. Denn genau darin liegt das Herz­stück unse­rer Arbeit: im Miteinander.


GI-beider Basel, Verei­ni­gung und Netz­werk Gemein­nüt­zige Institutionen

Seit 1996 enga­giert sich die GI-beider Basel als thema­tisch und fach­lich über­ge­ord­nete Inter­es­sens­ver­tre­te­rin, Multi­pli­ka­to­rin und Vernet­ze­rin für die viel­sei­ti­gen Akteur:innen der Gemein­nüt­zig­keit in der Region – impuls­ge­bend, unter­stüt­zend und vermittelnd.

Mit den Menschen im Mittel­punkt steht die Viel­zahl an gemein­nüt­zi­gen Insti­tu­tio­nen ein für Werte wie Fürsorge und Gemein­wohl, Tole­ranz und Rück­sicht­nahme, Viel­falt und Akzep­tanz, Verständ­nis und Respekt, Sicht­bar­keit und verschie­dene Perspek­ti­ven, Nach­hal­tig­keit und Bewusst­sein, Gleich­stel­lung und Gleich­be­rech­ti­gung sowie Inklusion.

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