Was war die ursprüngliche Motivation für die Gründung von GI-beider Basel, und wie hat sich die Vision seitdem entwickelt?
Seit 1996 geben wir Nonprofit-Organisationen eine starke Stimme und ein wirksames Netzwerk. Die Gründung beruhte auf der Überzeugung, dass NPOs eine Plattform für Dialog, Kompetenzen und Sichtbarkeit brauchen. Daran hat sich nichts geändert. Noch immer geht es uns darum, die Reichweite der Institutionen zu vergrössern, ihre Anliegen sichtbar zu machen und ihnen Raum für Austausch und Diskussion zu geben.
Seit 1996 geben wir Nonprofit-Organisationen eine starke Stimme und ein wirksames Netzwerk.
Philipp Rüegg, Geschäftsführer GI-beider Basel, Vereinigung und Netzwerk Gemeinnützige Institutionen
Wir verstehen uns als Partnerin für Institutionen, die in der Region Grosses und Wichtiges leisten. Deshalb setzen wir uns für Anerkennung, gute Rahmenbedingungen sowie für Vernetzung ein – innerhalb wie ausserhalb des Sektors. Mit den Jahren hat sich die GI weiterentwickelt – geprägt von vielen verschiedenen Menschen, ob ehrenamtlich oder in der Geschäftsführung. Jede Generation hat so ihre Impulse eingebracht und Neues ergänzt, ohne die Grundidee aus den Augen zu verlieren: Gemeinsam mehr zu bewirken und im Interesse aller.
Sie pflegen sehr konsequent den Community-Aufbau. Welche Prinzipien und Werte leiten Ihre Arbeit beim Aufbau und der Pflege der Community?
Community bedeutet für mich Beziehungen – und diese leben von Neugier, Interesse und Echtheit sowie auch von Aufmerksamkeit und Faszination. Wir alle bewegen uns in verschiedenen «Bubbles» und entscheidend ist, neugierig zu bleiben und bewusst Verbindungen zu pflegen. Dazu gehören Präsenz, Kontinuität und manchmal auch Hartnäckigkeit. Digitale Tools wie LinkedIn oder unser Newsletter helfen, Kontakte zu halten und Einblicke zu geben. Unsere Aktivitäten, ob online oder physisch, sind somit immer auch Fenster, Noch-Nichtmitgliedern Einblicke zu geben, welche die GI erst noch am Entdecken sind. Doch zentral bleibt der persönliche Austausch: unterwegs sein, Einladungen annehmen, vielseitig interessiert bleiben. Community lebt von Nähe, Begegnung und Wertschätzung.
Welche Netzwerkformate bieten Sie Mitgliedern an, und welche haben sich als besonders wirkungsvoll erwiesen?
Wir setzen auf Vielfalt – von kleinen Treffen über Fachinputs bis zu grossen Veranstaltungen. Nur so können wir den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. 2025 werden wir zu rund 15 Happenings eingeladen haben. Die Formate hinterfragen wir immer auch wieder kritisch, indem wir prüfen, ob diese noch den Erwartungen entsprechen, justiert oder gar abgelöst werden dürfen.
Besonders wertvoll sind Gelegenheiten, verschiedene Perspektiven zusammenzubringen: NPOs mit Politik und Verwaltung, mit Förderstiftungen oder mit interessierten Engagierten. Solche Formate schaffen neue Möglichkeiten. Sie bieten den Rahmen für das Kennenlernen mit Unbekannten und auch das Wiedersehen mit Bekannten.
Wir setzen auf Vielfalt – von kleinen Treffen über Fachinputs bis zu grossen Veranstaltungen.
Philipp Rüegg
Wie viele Mitglieder zählt GI-beider Basel aktuell, und wer kann Mitglied werden?
Aktuell zählt unsere Vereinigung über 160 Mitgliedsinstitutionen – so in den letzten vier Jahren mit Zugängen von knapp 100 NPOs. Unser wachsendes Netzwerk vereint gemeinnützige Institutionen verschiedenster Ausrichtung – jede Organisation, die sich dem Gemeinwohl, dem Mensch, der Natur und Region verpflichtet fühlt, ist bei uns richtig. Mitglied werden können gemeinnützige und nicht-gewinnorientierte Institutionen in jeder Rechtsform – vom Verein über die Stiftung bis zur GmbH oder AG.
Welche konkreten Vorteile oder Mehrwerte erhalten Mitglieder durch die Zugehörigkeit?
Gemeinsam mehr bewirken: Unsere Mitglieder profitieren von mehr Sichtbarkeit, wirkungsvoller Interessenvertretung und Zugangsmöglichkeiten zu Wissen und relevanten Netzwerken. Nebst all den Unterschieden und verschiedenen Wirkungsfeldern gibt es viele Gemeinsamkeiten, welche sich auch in der Agenda bzw. im Programm der GI wiederfinden: Staatsbeiträge und Leistungsvereinbarungen, Zusammenarbeit mit Departementen und Fachstellen, Fundraising und Kommunikation, Vorstandsarbeit, Mitgliederwesen und Community Management, Trends und neue Normalität, Vorgaben und Gesetzgebung, Synergien und Kollaborationen, Gewinnung und Bindung von geeignetem (Fach-)Personal und Freiwilligen, Förderung von Mitarbeitenden, Lernenden, Praktikant:innen und Zivildienstleistenden.
Community ist ein People Business, es geht um Kontakte, Informationen und Situationen, dabei sehe ich die GI als Plattform für Begegnungen.
Philipp Rüegg
Mit einer breiteren Basis wächst unsere Reichweite – und damit auch unser Gewicht in der öffentlichen Diskussion. Mitglieder profitieren zudem von Platzierungen im Newsletter oder auf LinkedIn, vom Wissenstransfer zu NPO-Themen und vor allem vom Zugang zu einem aktiven Netzwerk.
Gibt es ein Beispiel, wo die Community einen direkten Mehrwert oder eine erfolgreiche Kooperation ermöglicht hat?
Community ist ein People Business, es geht um Kontakte, Informationen und Situationen, dabei sehe ich die GI als Plattform für Begegnungen. Die Community fängt für mich bei den Mitgliedsinstitutionen an. Wir interagieren auch mit weiteren Akteur:innen im NPO-Umfeld, das aus vielseitigen Partner:innen besteht: Fachverbände, im Sektor wirkende Akteur:innen wie Förderstiftungen und Medien sowie Bildungs- und Forschungsorganisationen, aber auch die Freund:innen der GI als Unterstützende sowie weitere am Gemeinwohl, an Institutionen und unserem Engagement Interessierte. Unser Netzwerk lebt davon, dass Menschen in Kontakt kommen, die einander sonst vielleicht nicht begegnet wären. Immer wieder erleben wir, dass aus Gesprächen an unseren Formaten Beziehungen und Kollaborationen entstehen, so beispielsweise mit gemeinsamen Angeboten wie Kurse oder der Schaffung von Synergien.
Welche Wirkung konnte die Community seit dem Start bisher erzielen – messbar oder in Geschichten greifbar?
Unsere Community steigert Reichweite, Aufmerksamkeit und Wirkung – der wachsende Impact zeigt sich in Zahlen, Feedbacks und Gemeinsamem. Wir werden als Multiplikatorin und Vernetzerin wahrgenommen, dies zeigt sich in verschiedenen Kontaktaufnahmen und auch bei unserer bereiteren Bekanntheit. Unsere steigende Reichweite nutzen wir weiterhin für die Gemeinnützigkeit. Durch Wachstum entstehen weitere Ressourcen für mehr Aktivitäten und Community-Management, online und offline, sowie auch für unsere vermittelnde und koordinierende Rolle.
Mit steigender Mitgliederzahl und Diversität steigen auch die Verantwortung und die Erwartung nach mehr oder anderem Austausch und höherer Wirksamkeit.
Philipp Rüegg
Die wachsenden Follower:innenzahlen auf LinkedIn, die Reaktionen auf Posts und der erfolgreiche Start unseres Newsletters zeigen messbaren Impact. Auch ist das grosse Interesse an der Platzierung von Hinweisen oder Vorstellungen über unsere Kanäle sehr erfreulich und zeigt, dass wir da einen Bedarf erfolgreich decken können. Mich freuen die wertschätzenden Feedbacks und die positive Resonanz, welche wir sowohl auf unseren Content als auch auf die Feed-Kuration sowie tägliche Reaktionen unsererseits erhalten.
Vor welchen Herausforderungen stehen Sie aktuell beim Aufbau und der Pflege der Community?
Mit steigender Mitgliederzahl und Diversität steigen auch die Verantwortung und die Erwartung nach mehr oder anderem Austausch und höherer Wirksamkeit. Hinzu kommt die Realität der knappen Ressourcen – sowohl bei uns als auch bei den Mitgliedsinstitutionen. Das bedeutet ein möglichst effizientes Wirtschaften mit den vorhandenen Mitteln und innovativen Formaten, kreativ und agil. Jede Mitgliedsinstitution und die mit ihr verbundenen Menschen bringen Bewegung in die Community. Als grosse Chance und Treiber:innen sehe ich unser Wachstum und die stetige Weiterentwicklung, dabei ist und bleibt, wie so oft, immer Luft nach oben.
Welche Visionen oder Pläne haben Sie für die nächsten Jahre, um die GI-beider Basel weiterzuentwickeln?
Wir wollen unseren Weg konsequent weitergehen, dabei flexibel und agil reagieren, wo Neues und Anderes gebraucht wird. Wichtig bleibt, Räume zu schaffen für Austausch und die nachhaltige Stärkung der Gemeinnützigkeit. Die heutigen Zeiten sind anspruchsvoll und mit Blick über unsere Kantons- und Landesgrenzen erachte ich es als sehr wichtig, dass wir das Bewusstsein über unsere sozialen, kulturellen und nachhaltigen Werte beibehalten und auf verschiedenen Ebenen diese wertvollen Leistungen von gemeinnützigen Institutionen ermöglichen. Die GI wird da auch in Zukunft ihre Rolle wahrnehmen, mit all den verschiedenen Akteur:innen, als Partnerin und Moderatorin an Schnittstellen von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft und als starke Stimme für NPOs in der Region.
Und ganz persönlich freue ich mich auch in Zukunft auf viele Begegnungen, Interaktionen und gemeinschaftliche Erlebnisse. Denn genau darin liegt das Herzstück unserer Arbeit: im Miteinander.
GI-beider Basel, Vereinigung und Netzwerk Gemeinnützige Institutionen
Seit 1996 engagiert sich die GI-beider Basel als thematisch und fachlich übergeordnete Interessensvertreterin, Multiplikatorin und Vernetzerin für die vielseitigen Akteur:innen der Gemeinnützigkeit in der Region – impulsgebend, unterstützend und vermittelnd.
Mit den Menschen im Mittelpunkt steht die Vielzahl an gemeinnützigen Institutionen ein für Werte wie Fürsorge und Gemeinwohl, Toleranz und Rücksichtnahme, Vielfalt und Akzeptanz, Verständnis und Respekt, Sichtbarkeit und verschiedene Perspektiven, Nachhaltigkeit und Bewusstsein, Gleichstellung und Gleichberechtigung sowie Inklusion.


