Für die Untersuchung hat Sucht Schweiz in der Stadt Genf zwei Monate lang sechs Routen untersucht, die Teil von typischen Tagesabläufen von Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren sind. Dabei wurden insgesamt 200 Anreize im Zusammenhang mit Geld- und Glücksspielen erfasst, denen junge Menschen ausgesetzt sind. Dazu gehören unter anderem Anbieter- und Produktewerbung und Sponsoring. An sieben Tagen haben die Jugendlichen zudem ihr übliches Surfverhalten im Internet dokumentiert. Im Durchschnitt erhielten sie dabei pro Stunde mehr als zwei problematische Anreize für Geldspiele. Die Quellen sind gemäss Sucht Schweiz vielfältig und umfassen legale Schweizer Anbieter von Online-Spielen, Influencer:innen, die Inhalte verbreiten und die das Spiel aus einer Lifestyle- oder humorvollen Perspektive darstellen, sowie illegale ausländische Angebote und sogar Werbeanzeigen für Geldspiele.
Verharmlosungen im Internet
Während sich laut Sucht Schweiz alle im urbanen Raum vorgefundenen Anreize an die geltenden Gesetze halten, verstossen viele Inhalte im Internet dagegen: Hier gebe es Botschaften, insbesondere von Influencer:innen, welche die Risiken von Geldspielen verharmlosen oder sogar beschönigen. Zudem fehle es an einer wirksamen Alterskontrolle, denn Geldspielwerbung darf sich nicht an Minderjährige richten. Darüber hinaus verweise ein beträchtlicher Teil der im digitalen Raum erfassten Anreize auf internationale Anbieter, die in der Schweiz nicht zugelassen sind.
Es braucht wirksame Altersschranken
Um die Situation zu verbessern, fordert Sucht Schweiz mehr Regulierung und weniger Anreize. Insbesondere müssten die Plattformen verpflichtet werden, wirksame Altersschranken einzurichten, damit Minderjährige dem Geldspiel-Marketing nicht ausgesetzt sind. Zum anderen sollten Massnahmen ergriffen werden, um die Anzahl der Anreize zu reduzieren, denen Jugendliche im urbanen Raum ausgesetzt sind.
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