Für ein Grie­chen­land in Bestform

Die vor 50 Jahren gegründete Alexander S. Onassis Public Benefit Foundation unterstützt und betreibt Projekte in den Bereichen Kultur, Bildung, Gesundheit und soziale Solidarität. Ihren Sitz hat die weltweit tätige Stiftung in Vaduz, der Fokus ihrer Tätigkeit liegt aber auf Griechenland – der Heimat ihres Gründers Aristoteles Onassis.

Anthony Papa­di­mi­triou, Präsi­dent Alexander-Onassis-Stiftung

Kultur, Bildung und Gesund­heit bilden die drei zentra­len Säulen der gemein­nüt­zi­gen Alex­an­der-Onas­sis-Stif­tung – Dinge, die ein Mensch brau­che, um wirk­lich zu leben und nicht einfach nur zu über­le­ben, ist Stif­tungs­prä­si­dent Anthony Papa­di­mi­triou über­zeugt. Den ersten Meilen­stein bildete das Stipen­di­en­pro­gramm: Seit 1978 hat die Onas­sis-Stif­tung über 7800 Stipen­dien an Studie­rende, Forschende und Künstler:innen verge­ben. In der grie­chi­schen Haupt­stadt Athen ist die Stif­tung omni­prä­sent: Hier befin­den sich bedeu­tende Kultur­in­sti­tu­tio­nen wie das «Onas­sis Stegi», ein kultu­rel­les Zentrum für Thea­ter- und Tanz­auf­füh­rung, Kunst­aus­stel­lun­gen, Gesprä­che und Vorträge, oder die Onas­sis-Biblio­thek mit ihrer histo­ri­schen Bücher­samm­lung. Auch die neue, preis­ge­krönte Beleuch­tung der Athe­ner Akro­po­lis wurde mit Unter­stüt­zung der Stif­tung reali­siert. In Athen befin­det sich weiter das «Onas­sis Cardiac Surgery Center», das die Stif­tung 1992 dem grie­chi­schen Staat geschenkt hatte und das seit weni­gen Wochen durch das «Onas­sis Natio­nal Trans­plant Center» ergänzt wird. Dessen Bedeu­tung gehe über die Medi­zin hinaus, erklärt Anthony Papa­di­mi­triou: «Die Onas­sis-Stif­tung kämpft gegen fest­ge­fah­rene Vorur­teile, Über­zeu­gun­gen und sozia­len Konser­va­tis­mus und möchte ein Kata­ly­sa­tor für sozia­len Wandel in allen Berei­chen der Organ­spende sein. Hier weist Grie­chen­land derzeit die nied­rigste Quote in ganz Europa auf.» 

Global aktiv, lokal fokussiert

Gegrün­det wurde die gemein­nüt­zige Stif­tung im Dezem­ber 1975 gemäss dem letz­ten Willen von Aris­to­te­les Onas­sis. Der grie­chi­sche Reeder wollte damit das Andenken seines Sohns Alex­an­der ehren, der 1973 bei einem Flug­zeug­ab­sturz ums Leben gekom­men war. Der Sitz der Stif­tung befin­det sich seit der Grün­dung in Vaduz – ein Ort, der gemäss dem Stif­tungs­prä­si­den­ten «gleich­zei­tig Rechts­staat­lich­keit, poli­ti­sche Stabi­li­tät und hoch­ent­wi­ckelte Finanz­dienst­leis­tun­gen» bietet. Die Stif­tung ist welt­weit aktiv. In Liech­ten­stein betei­ligt sie sich etwa am jähr­lich statt­fin­den­den Film­fest. Die Projekte haben aber stets einen Bezug zur grie­chi­schen Gesell­schaft, Kultur und Zivi­li­sa­tion. «Wir sind keine Förder­or­ga­ni­sa­tion», betont Anthony Papa­di­mi­triou: «Alle unsere Mittel verwen­den wir für unsere eige­nen Projekte. Ausser­dem bevor­zu­gen wir die Finan­zie­rung und Verwal­tung von Gross­pro­jek­ten.» Sämt­li­che Akti­vi­tä­ten der gemein­nüt­zi­gen Stif­tung werden ausschliess­lich aus den Gewin­nen der auto­no­men und insti­tu­tio­nell unab­hän­gi­gen Unter­neh­mens­stif­tung Alex­an­der S. Onas­sis Foun­da­tion finan­ziert, die ihren Sitz eben­falls in Vaduz hat. Diese Stif­tung hält Unter­neh­men, die haupt­säch­lich in den Berei­chen Schiff­fahrt, Immo­bi­lien und Finanz­pro­dukt­in­ves­ti­tio­nen tätig sind. 40 Prozent ihres jähr­li­chen Netto­ge­winns gehen an die gemein­nüt­zige Onas­sis-Stif­tung, der Rest wird reinvestiert.

Anthony Papa­di­mi­triou wurde bereits 1988 auf Empfeh­lung der dama­li­gen Präsi­den­tin Chris­tina Onas­sis in den Verwal­tungs­rat gewählt, seit 2005 hat er den Vorsitz. Natür­lich liegen ihm alle Projekte der Stif­tung am Herzen, derzeit ist er aber vor allem gespannt, wie sich ihre jüngs­ten «Kinder» entwi­ckeln: Neben dem erwähn­ten Trans­plan­ta­ti­ons­zen­trum ist das die Errich­tung von 22 öffent­li­chen Onas­sis-Schu­len in sozial und wirt­schaft­lich benach­tei­lig­ten Gebie­ten Grie­chen­lands. Über einen Zeit­raum von zwölf Jahren sollen mehr als 22’000 Schüler:innen von dieser Initia­tive profi­tie­ren. Die Infra­struk­tur bilde dabei ledig­lich die Basis, sagt Anthony Papa­di­mi­triou: «Es sind die Lehrer, die eine gute Schule ausma­chen, nicht die schön gestri­che­nen Wände. Wir stehen ihnen zur Seite und unter­stüt­zen sie mit konkre­ten Massnahmen.» 

Kata­ly­sa­tor des Fortschritts

Dem Ziel, durch Inno­va­tion und Pionier­geist ein Kata­ly­sa­tor für Fort­schritt und Demo­kra­ti­sie­rung zu sein, sei die Alex­an­der S. Onas­sis Public Bene­fit Foun­da­tion seit 50 Jahren treu geblie­ben, so der Stif­tungs­prä­si­dent: «Inno­va­tion und Disrup­tion, Pionier­geist und die Entschlos­sen­heit, niemals still zu stehen, gehö­ren zu unse­ren Grund­prin­zi­pien.» Gleich­zei­tig sei die Stif­tung aber auch «darwi­nis­tisch»: «Wir passen unsere Mittel laufend den Bedürf­nis­sen einer Gesell­schaft an, die sich stän­dig weiter­ent­wi­ckelt.» Heute setzt sie sich vermehrt für Barrie­re­frei­heit und Inklu­sion in allen sozia­len Berei­chen sowie für Umwelt- und Klima­schutz ein; so vergibt sie seit 2010 alle zwei Jahre den mit 250’000 Euro dotier­ten Umwelt­preis für heraus­ra­gende Forschungs­bei­träge zur Lösung von Umwelt­pro­ble­men. «Als Kata­ly­sa­tor für den Fort­schritt stre­ben wir Part­ner­schaf­ten über alle gesell­schaft­li­chen Berei­che an», erklärt Anthony Papa­di­mi­triou – durch die Abgabe von über 13 Millio­nen Gesichts­mas­ken an das grie­chi­sche Gesund­heits­per­so­nal während der Coro­na­pan­de­mie ebenso wie durch die Sanie­rung von öffent­li­chen Spiel- und Sport­plät­zen in Athen. «Was wir wollen, ist ein Grie­chen­land in Bestform.»

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