Für den gemein­nüt­zi­gen Sektor im Tessin: Stif­tung cenpro und Sphe­riq span­nen zusammen

Gute Nachrichten für den gemeinnützigen Sektor im Tessin: Stiftung cenpro und Spheriq bündeln ihre Kräfte, um digitale Lösungen gezielt zu verbreiten. Spheriq bringt dabei leistungsfähige digitale Tools ein, Stiftung Cenpro ihre langjährige Kompetenz sowie die starke lokale Vernetzung im Sektor. Die Kooperation kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, denn der Druck auf Nonprofit-Organisationen ist in den letzten Jahren stark gewachsen.

Stif­tung cenpro und die Schwei­zer Online-Platt­form Sphe­riq haben eine Koope­ra­tion gestar­tet. Ziel ist es, den gemein­nüt­zi­gen Sektor im Tessin durch digi­tale Lösun­gen effi­zi­en­ter zu gestal­ten. Stif­tung cenpro, gegrün­det 2020, stärkt zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen durch Weiter­bil­dung, Bera­tung und Vernet­zung und fördert ein Umfeld, das syste­mi­sche Verän­de­run­gen ermög­licht. Sphe­riq bietet sichere digi­tale Infra­struk­tur, intel­li­gente KI-gestützte Tools und umfas­sende Werk­zeuge für Förder­or­ga­ni­sa­tio­nen und Nonpro­fits entlang ihrer Arbeitsprozesse. 

Inter­view mit Gior­gio Panzera, Grün­der und Co-Direk­tor der Stif­tung cenpro 

Welche digi­ta­len Fort­schritte braucht der gemein­nüt­zige Sektor im Tessin am drin­gends­ten und warum? 

Die Digi­ta­li­sie­rung und ihre Vorteile sind noch nicht über­all ange­kom­men. Zwar gibt es einige profes­sio­nell aufge­stellte Orga­ni­sa­tio­nen, viele stehen aber noch am Anfang. Histo­ri­sche Gründe spie­len eine Rolle: Viele Orga­ni­sa­tio­nen wurden in den 70er- und 80er-Jahren gegrün­det, die Gründer:innen sind wenig digi­tal affin, interne Prozesse noch weit­ge­hend analog. 

Wie kann Digi­ta­li­sie­rung sowohl mittel­su­chende als auch fördernde Orga­ni­sa­tio­nen konkret entlas­ten? 

Auf Förder­seite werden zuneh­mend mehr Gesu­che einge­reicht, die bear­bei­tet werden müssen. Digi­tale Lösun­gen wie Sphe­riq sparen Zeit, Ressour­cen und fördern Trans­pa­renz. Förder­or­ga­ni­sa­tio­nen können klar und präzise kommu­ni­zie­ren, was sie fördern und was eben auch nicht. So schaf­fen sie von Anfang an mehr Trans­pa­renz und erhal­ten weni­ger dafür geziel­tere Gesu­che. Die Bear­bei­tung geht leich­ter und schnel­ler von der Hand und die Kommu­ni­ka­tion mit den Gesuchs­stel­len­den wird deut­lich einfacher. 

Gior­gio Panzera, Grün­der und Co-Direk­tor der Stif­tung cenpro

Bei Nonpro­fits ande­rer­seits steigt der Druck: Kürzun­gen staat­li­cher und inter­na­tio­na­ler Förder­mit­tel zwin­gen viele Orga­ni­sa­tio­nen, neu oder auch akti­ver im natio­na­len Stif­tungs­fund­rai­sing tätig zu werden. Der Konkur­renz­druck wächst, und damit auch der Anspruch an effi­zi­ente, profes­sio­nelle Prozesse. Digi­tale Tools helfen, sektor­spe­zi­fi­sche Kern­pro­zesse, insbe­son­dere Fund­rai­sing, Report­ing sowie Förder- und Gesuchs­ma­nage­ment, zu stan­dar­di­sie­ren und zu auto­ma­ti­sie­ren, Projekte effi­zi­ent zu über­wa­chen und interne Ressour­cen geziel­ter einzusetzen. 

Welche Rolle spie­len Förder­or­ga­ni­sa­tio­nen, um digi­tale Stan­dards und Prozesse im Sektor zu etablie­ren? 

Förder­or­ga­ni­sa­tio­nen können als Multi­pli­ka­to­ren wirken, indem sie digi­tale Tools bereit­stel­len – zum Beispiel durch den Einsatz von einheit­li­chen digi­ta­len Gesuchs- und Förder­ma­nage­ment-Lösun­gen. Und diese haben auf Spheriq.ch im Vergleich zu oft sehr teuren Lösun­gen im Markt einen vernünf­ti­gen Preis. 

Ein zentra­ler Hebel ist zudem, gezielt in die Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung ihrer Förderpartner:innen zu inves­tie­ren und diese beim digi­ta­len Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess zu unter­stüt­zen. So werden Prozesse effi­zi­en­ter, die digi­tale Trans­for­ma­tion gelingt nach­hal­ti­ger, und beide Seiten profi­tie­ren mit mehr Wirkung für ihre Projekte. 

Welche Hürden hindern Tessi­ner NPO daran, digi­tale Lösun­gen einzu­füh­ren – und wie lassen sie sich über­win­den? 

Eine zentrale Hürde ist die Spra­che: Digi­tale Lösun­gen müssen zwin­gend auf Italie­nisch verfüg­bar sein. Ich würde sagen diese Hürde betrifft wohl 50% aller Fälle. Weitere Heraus­for­de­run­gen sind die Bereit­schaft und der Mut, Neues auszu­pro­bie­ren, und Zeit für Beglei­tung und Schu­lun­gen. Mit geziel­ter Unter­stüt­zung gelingt der Umstieg effi­zi­ent und moti­vie­rend, davon bin ich über­zeugt. Es braucht Zeit und Geduld, aber es führt auch kein Weg dran vorbei. 

Was erhofft ihr euch von der Koope­ra­tion Stif­tung cenpro­mit Sphe­riq für die Weiter­ent­wick­lung des Tessi­ner Sektors? 

Wir verbin­den das Kompe­tenz­zen­trum für gemein­nüt­zige Akteur:innen im Tessin mit einer digi­ta­len Platt­form und einem umfas­sen­den Werk­zeug­kas­ten. Ziel ist, admi­nis­tra­tive Abläufe zu verein­fa­chen und auf diese Weise mehr Mittel für Projekte frei­zu­set­zen. Als erster Schritt wird Sphe­riq etwa Mitte 2026 auf Italie­nisch verfüg­bar sein. Ergän­zend bieten wir Empower­ment-Formate für Fund­rai­sing, Gesuchs- und Förder­ma­nage­ment für die italie­nisch­spra­chige Schweiz an – praxis­nah, gezielt und für unter­schied­li­che Erfah­rungs­stu­fen – und bauen das Ange­bot den Bedürf­nis­sen aus dem Sektor entspre­chend weiter aus. 


Gior­gio Panzera ist Grün­der und Co-Direk­tor der Stif­tung cenpro und seit 2008 im gemein­nüt­zi­gen Sektor tätig. Nach akade­mi­sche Studien in Bern, Basel und Turin (Gover­nance, Leader­ship, Grant Making, Phil­an­thro­pie) leitete er mehrere Orga­ni­sa­tio­nen, darun­ter sechs Jahre eine natio­nale Stif­tung. 2023 grün­dete er zusätz­lich die Dach­stif­tung Fonda­zione Mantello Filantropia. 

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