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Enga­ge­ment wirkt

Pro Natura hat für das Jahr 2026 den Igel zum Tier des Jahres gewählt. Der WWF blickt auf das vergangene Jahr und nennt die Gewinner und Verlierer in der Tierwelt.

Arten­schutz kann wirken. Der WWF Schweiz legt zum Jahres­wech­sel den Fokus auf jene Arten, deren Situa­tion sich verbes­sert hat und nennt jene, die gefähr­det sind. «Die Gewin­ner-Arten wie der Wisente oder der Stein­kauz bewei­sen, wie erfolg­reich jahr­zehn­te­lange Natur­schutz­ar­beit sein kann», sagt René Kaspar, Arten­schutz­ver­ant­wort­li­cher Inter­na­tio­nal beim WWF Schweiz. Zu den Gewin­nern in der Schweiz gehört der Gold­scha­kal. 2011 erst­mals gese­hen wird er seit 2016 regel­mäs­sig beob­ach­tet. Auch die Situa­tion des Stein­kau­zes hat sich in der Schweiz verbes­sert. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg zuneh­mend vom Ausster­ben bedroht gibt es heute wieder 161 Reviere. 

Enga­ge­ments wirken

Zu den Gewin­nern in Europa gehört der Wisent. Im vergan­ge­nen Jahr wurden in den rumä­ni­schen Karpa­ten nach ihrer Ausrot­tung in Wieder­an­sie­de­lungs­pro­gram­men Wisente in freier Wild­bahn gebo­ren. Wisent, eine euro­päi­sche Rinder­art, ist das grösste Land­säu­ge­tier Euro­pas. Von «stark gefähr­det» auf «nicht gefähr­det» wurde die Grüne Meeres­schild­kröte herab­ge­stuft. Zu den Gewin­nern zählen weiter der Atlan­ti­sche Nord­ka­per, Schnee­leo­par­den und Living­stone-Flug­hund auf den Komo­ren. An der Arten­schutz­kon­fe­renz (CITES COP) in Usbe­ki­stan wurden zudem für zahl­rei­che Hai- und Rochen­ar­ten inter­na­tio­nale Handels­ver­bote beschlos­sen. Somit gehö­ren auch sie zu den Gewinnern.

Weni­ger Schnee bedroht das Murmeltier

Promi­nen­ter Verlie­rer in der Schweiz ist das Murmel­tier. «Wenn es wenig Schnee hat, wie im letz­ten Winter, über­le­ben viele Murmel­tiere den Winter nicht», schreibt die Umwelt­or­ga­ni­sa­tion. Diese Bedro­hung werde zuneh­men, wenn es immer weni­ger Schnee habe. Auch der Feld­hase, der Bach­floh­krebs und der Luchs gehö­ren in der Schweiz zu den Verlie­rern. René Kaspar sagt: «Wild­tiere verschwin­den im Rekord­tempo von unse­rem Plane­ten – getrie­ben von Lebens­raum­zer­stö­rung, Über­nut­zung und Wilde­rei, Umwelt­ver­schmut­zung sowie der Klima­krise.» Alar­mie­rend nennt der WWF die Situa­tion bei den Vögeln. Die Aktua­li­sie­rung der Roten Liste 2025 zeige, dass 61 Prozent aller Vogel­ar­ten welt­weit im Bestand abnehme. Eben­falls zu den Verlie­rern zählen der euro­päi­sche Aal, die Arkti­sche Robbe, die Asia­ti­sche Gold­katze und der Antark­ti­sche Krill.

Urein­woh­ner mit Fangemeinde

Mit der Wahl zum Tier des Jahres 2026 legt Pro Natura den Fokus auf ein Tier, das eigent­lich eine grosse Fange­meinde hat. Dennoch gilt der Igel seit 2022 in der Schweiz und seit 2024 in der EU als «poten­zi­ell gefähr­det». Seit 20’000 Jahren lebt er in der Schweiz. Weil Hecken, Laub- und Asthau­fen wegge­räumt werden, verliert der Igel seinen Lebens­raum. Doch Pro Natura schreibt: «Wir alle können dem Igel bei seinen tägli­chen Heraus­for­de­run­gen helfen. Genau dazu stachelt er uns als Tier des Jahres 2026 an.» Ab März 2026 unter­stützt die Natur­schutz­or­ga­ni­sa­tion mit dem Projekt BONJOUR NATURE alle, die ihre Gärten natur­nah gestal­ten wollen. So findet der Igel wieder Lebensraum.

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