Artenschutz kann wirken. Der WWF Schweiz legt zum Jahreswechsel den Fokus auf jene Arten, deren Situation sich verbessert hat und nennt jene, die gefährdet sind. «Die Gewinner-Arten wie der Wisente oder der Steinkauz beweisen, wie erfolgreich jahrzehntelange Naturschutzarbeit sein kann», sagt René Kaspar, Artenschutzverantwortlicher International beim WWF Schweiz. Zu den Gewinnern in der Schweiz gehört der Goldschakal. 2011 erstmals gesehen wird er seit 2016 regelmässig beobachtet. Auch die Situation des Steinkauzes hat sich in der Schweiz verbessert. Nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend vom Aussterben bedroht gibt es heute wieder 161 Reviere.
Engagements wirken
Zu den Gewinnern in Europa gehört der Wisent. Im vergangenen Jahr wurden in den rumänischen Karpaten nach ihrer Ausrottung in Wiederansiedelungsprogrammen Wisente in freier Wildbahn geboren. Wisent, eine europäische Rinderart, ist das grösste Landsäugetier Europas. Von «stark gefährdet» auf «nicht gefährdet» wurde die Grüne Meeresschildkröte herabgestuft. Zu den Gewinnern zählen weiter der Atlantische Nordkaper, Schneeleoparden und Livingstone-Flughund auf den Komoren. An der Artenschutzkonferenz (CITES COP) in Usbekistan wurden zudem für zahlreiche Hai- und Rochenarten internationale Handelsverbote beschlossen. Somit gehören auch sie zu den Gewinnern.
Weniger Schnee bedroht das Murmeltier
Prominenter Verlierer in der Schweiz ist das Murmeltier. «Wenn es wenig Schnee hat, wie im letzten Winter, überleben viele Murmeltiere den Winter nicht», schreibt die Umweltorganisation. Diese Bedrohung werde zunehmen, wenn es immer weniger Schnee habe. Auch der Feldhase, der Bachflohkrebs und der Luchs gehören in der Schweiz zu den Verlierern. René Kaspar sagt: «Wildtiere verschwinden im Rekordtempo von unserem Planeten – getrieben von Lebensraumzerstörung, Übernutzung und Wilderei, Umweltverschmutzung sowie der Klimakrise.» Alarmierend nennt der WWF die Situation bei den Vögeln. Die Aktualisierung der Roten Liste 2025 zeige, dass 61 Prozent aller Vogelarten weltweit im Bestand abnehme. Ebenfalls zu den Verlierern zählen der europäische Aal, die Arktische Robbe, die Asiatische Goldkatze und der Antarktische Krill.
Ureinwohner mit Fangemeinde
Mit der Wahl zum Tier des Jahres 2026 legt Pro Natura den Fokus auf ein Tier, das eigentlich eine grosse Fangemeinde hat. Dennoch gilt der Igel seit 2022 in der Schweiz und seit 2024 in der EU als «potenziell gefährdet». Seit 20’000 Jahren lebt er in der Schweiz. Weil Hecken, Laub- und Asthaufen weggeräumt werden, verliert der Igel seinen Lebensraum. Doch Pro Natura schreibt: «Wir alle können dem Igel bei seinen täglichen Herausforderungen helfen. Genau dazu stachelt er uns als Tier des Jahres 2026 an.» Ab März 2026 unterstützt die Naturschutzorganisation mit dem Projekt BONJOUR NATURE alle, die ihre Gärten naturnah gestalten wollen. So findet der Igel wieder Lebensraum.


