Bild: Eden Constantino

Fit in die Zukunft: Fünf Anre­gun­gen für Förderstiftungen

Der Früh­ling bietet immer eine gute Gele­gen­heit, um sich über die eigene Fitness Gedan­ken zu machen. In diesem Blog stelle ich fünf Anre­gun­gen für Förder­stif­tun­gen vor, wie sie fit blei­ben und auch in Zukunft viel bewir­ken können.

1 Schnel­ler als der Staat: Kurze Reak­ti­ons­zei­ten als gros­ses Plus
Anders als der Staat, der seine Hand­lun­gen in einem aufwän­di­gen demo­kra­ti­schen Prozess legi­ti­mie­ren lassen muss, können Stif­tun­gen schnell entschei­den. Hinzu kommt, dass der Staat auf Grund seiner Finan­zie­rung durch Steu­er­gel­der weni­ger risi­ko­freu­dig ist. Stif­tun­gen hinge­gen können eher ein gewis­ses Risiko in Kauf nehmen, voraus­ge­hen und neue Lösun­gen für gesell­schaft­li­che Heraus­for­de­run­gen auste­sten. Es lohnt sich, dieses grosse Plus gerade in Ergän­zung zum Staat so rich­tig auszu­spie­len und allfäl­lige verzö­gernde Prozesse kritisch zu überprüfen.

2 Koor­di­na­tion und Koope­ra­tion: Gemein­sam mehr errei­chen
Niemand kann komplexe Heraus­for­de­run­gen wie Klima­wan­del, Migra­tion oder eben eine Pande­mie erfolg­reich im Allein­gang lösen.​ Je syste­ma­ti­scher sich Stif­tun­gen mit ande­ren Akteu­ren – unbe­dingt auch staat­li­chen und privat­wirt­schaft­li­chen — koor­di­nie­ren und Koope­ra­tio­nen einge­hen, umso erfolg­rei­cher können sie ihre Ziele errei­chen. Wer den Dialog sucht, findet nicht nur ein offe­nes Gegen­über, sondern auch einen beacht­li­chen Hebel für die eigene Förderung.

3 Diver­si­tät im Stif­tungs­rat und im Team: Nahe an der Reali­tät fördern
Erfolg­rei­che Stif­tun­gen setzen auf eine gute Durch­mi­schung ihrer Stif­tungs­rats- und Team­mit­glie­der. Nur so können sie die Heraus­for­de­run­gen der gesam­ten Gesell­schaft auch wirk­lich «sehen» und mit einer wirkungs­vol­len Förde­rung darauf reagie­ren. Frauen, Menschen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund und jüngere Menschen sind in Stif­tun­gen noch stark untervertreten.

4 Wirkung bele­gen: Sicht­bar­keit und Legi­ti­ma­tion erhal­ten
Anders als die staat­li­che Förde­rung, die gesetz­lich verpflich­tet ist, ihre Wirkung zu evalu­ie­ren, sehen Förder­stif­tun­gen meist von Wirkungs­nach­wei­sen ab. Das liegt daran, dass sie die Aufwände dafür zu hoch einschät­zen. Doch Wirkungs­be­lege können, sind sie gut geplant, mit vergleichs­weise wenig Aufwand erstellt werden. Sie zeigen Stif­tun­gen auf, ob sie auf dem rich­ti­gen Weg sind. Sie sind zudem moti­vie­rend für das ganze Team. Förder­stif­tun­gen erlan­gen mit ihren Wirkungs­be­le­gen nicht nur mehr Legi­ti­ma­tion, sondern auch eine bessere Sicht­bar­keit, da sich solche Belege sehr gut kommu­ni­zie­ren lassen.

5 Zurück zu den eige­nen Wurzeln: Parti­zi­pa­tion ermög­li­chen
Vor rund 200 Jahren schos­sen gemein­nüt­zige Orga­ni­sa­tio­nen wie Pilze aus dem Boden. Sie boten dem Volk erst­mals Möglich­kei­ten an, mitzu­dis­ku­tie­ren. Werte wie Soli­da­ri­tät und Gemein­sinn konn­ten auf diese Weise entste­hen, traten aber im Zuge der Indi­vi­dua­li­sie­rung wieder in den Hinter­grund. Corona nun holte diese Werte aus dem Dorn­rös­chen­schlaf. Wäre es nicht eine gute Gele­gen­heit, dass Stif­tun­gen sich vermehrt auf ihre Wurzeln beru­fen und nach zeit­ge­mäs­sen Formen von Parti­zi­pa­tion suchen?

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