VERBANDSMANAGEMENT INSTITUT (VMI)
Wer vermögend ist, mag bereit dazu sein, einen Teil seines Wohlstands für gemeinnützige Wirkungen einzusetzen. Diese können kultureller, karitativer, ökologischer Natur sein, eher erhaltenden oder innovativen Charakter haben. Die Auswahl kann man dem Staat überlassen und dazu entsprechend Steuern zahlen. Oder man nimmt es in die eigene Hand und trifft sie – etwa über eine Stiftung – selbst. Begünstigt wird das durch ebenso hohe Steuern wie hohe Steuerabzugstätigkeiten für (Zu-)Stiftungen.
Interessante Erfahrungen aus der Schweiz
Im kantonalen Vergleich gibt es in der Schweiz immer schon grosse Unterschiede in der Stiftungsdichte. Gemäss Schweizer Stiftungsreport (2025) gibt es im Kanton Basel-Stadt 4,4 Stiftungen pro 1’000 Einwohner und in Zug 3,4; dagegen sind es in den Kantonen Solothurn, Aargau oder Thurgau weniger als 1,0. Blickenstorfer und Lichtsteiner vom VMI haben vor einigen Jahren ökonomische und politische Erklärungsfaktoren untersucht. Sie zeigten, dass die Stiftungsdichte u. a. umso höher ist, je höher das Volkseinkommen und je höher die Einkommenssteuersätze waren. Die Befunde wurden 2015 in der renommierten Zeitschrift «Voluntas» publiziert.
Ein Staat kann mit einer geschickten Kombination von Ansiedlungs- und Steuerpolitik ein Zentrum der Philanthropie werden. Dazu sollte man sich trauen, Steuern zu erheben und dabei signifikante Abzugsmöglichkeiten für philanthropische Selbstverwirklichung bieten.
Vernetzen Sie sich passend zum Thema dieser Ausgabe mit internationalen Entscheidungsträger:innen – vielleicht entsteht dabei die nächste Förderallianz.


