Bild: Martin Zeller, Basel

Erfolg­rei­che soziale Inno­va­tion in der Stadtentwicklung

Wie kann man soziale Innovationen in der Stadtentwicklung zum Erfolg führen? Eine Studie aus dem Center for Philanthropy Studies (CEPS) zeigt anhand einer Fallstudie vier entscheidende Elemente auf: Dialog, Machtteilung, Netzwerke und Finanzierung.

Die Fall­stu­die
Die Studie basiert auf den Erfah­run­gen rund um das Gundel­din­ger Feld im Basler «Gundeli»-Quartier, ein Stadt­teil, der eine rela­tiv hohe Bevöl­ke­rungs­dichte und eine grosse sozio-demo­gra­fi­sche und kultu­relle Viel­falt besitzt, wo aber auch eine rela­tiv gese­hen hohe Arbeits­lo­sig­keit herrscht. Das Gundel­din­ger Feld in diesem Quar­tier war der Produk­ti­ons­stand­ort eines Maschi­nen­bau­un­ter­neh­mens, das jedoch im Jahr 2000 seine Produk­tion verla­gerte. Diese Entschei­dung verun­si­cherte die Anwoh­ner. Gleich­zei­tig entwickel­ten fünf Perso­nen die Idee, das ehema­li­gen Indu­strie­ge­län­des in ein Feld für Stadt­ent­wick­lung und krea­tive Expe­ri­mente zu verwandeln.

Macht­tei­lung und Netz­werke
Der Haupt­ak­teur in der Fall­stu­die ist die Entwick­lungs­ge­sell­schaft, deren fünf Eigen­tü­mer das Projekt initi­ier­ten. Die Art und Weise, wie die Gesell­schaft und deren Eigen­tü­mer wirk­ten, deuten auf zwei zentrale Erfolgs­fak­to­ren für gelin­gende soziale Inno­va­tion in der Stadt­ent­wick­lung hin. Zum einen akti­vier­ten alle Betei­lig­ten ihr gesam­tes Netz­werk sowohl inner­halb als auch ausser­halb des Quar­tiers, um Ideen einzu­ho­len und die erste finan­zi­elle Unter­stüt­zung für die Neuent­wick­lung des Areals zu erhal­ten. Gleich­zei­tig förderte die Gesell­schaft das kollek­tive Eigen­tum, was zum Empower­ment der Betei­lig­ten führte.

Dialog
Zudem bean­spruchte die Gesell­schaft zu keiner Zeit Ideen­ho­heit. Viel­mehr war die früh­zei­tige Einbin­dung der zukünf­ti­gen Nutzer ein wesent­li­cher Aspekt und Erfolgs­fak­tor des Projekts. Die entwickelnde Gesell­schaft begann lud die Gemeinde ein, sich an der Schaf­fung neuer Einrich­tun­gen zu betei­li­gen und den Ort zu einem offe­nen Raum zu machen. Der breite Einbe­zug von Inter­es­sen­grup­pen in die Planung und Umset­zung war zwar zeit­auf­wän­dig, half aber, Vertrauen und Akzep­tanz zu schaf­fen. So wurden beispiels­weise Projekte mit hohem Konflikt­po­ten­zial nicht reali­siert. Dies führte dazu, dass die Anwoh­ner, die anfangs mit Vorbe­hal­ten auf die Umset­zung eines viel­fäl­ti­gen und unge­wohn­ten Konzepts in ihrer Nach­bar­schaft reagiert hatten, das Projekt als «ihr eige­nes» annahmen.

Finan­zie­rung
Für die Vorar­bei­ten sammelte die Entwick­lungs­ge­sell­schaft eine Anschub­fi­nan­zie­rung von 30.000 CHF bei der Chri­stoph Merian Stif­tung. Diese führte, sozu­sa­gen im Schnee­ball­ef­fekt, dazu, dass darauf­hin ein priva­ter Inve­stor gefun­den werden konnte. Darüber hinaus mach­ten das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment der Akteure und vor allem die Vermie­tung der Räum­lich­kei­ten im Gundel­din­ger Feld das Projekt lebensfähig.

Lessons lear­ned: Bedin­gun­gen für den Erfolg
Wie können die Ergeb­nisse der Studie in ande­ren Städ­ten genutzt werden? Die Studie zeigt, dass Dialog ein wesent­li­ches Element für den Erfolg sozia­ler Inno­va­tio­nen ist. Dies beinhal­tet, Macht und Wissen zu teilen, um sicher­zu­stel­len, dass die Vision akzep­tiert wird und zur Entfal­tung kommt. Zuletzt ermög­licht ein brei­tes Netz­werk von Kontak­ten und Unter­stüt­zern die krea­tive Ideen­fin­dung und die erfolg­rei­che Suche nach Finanzierungsquellen.

Hier finden Sie die Studie

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