
Warum ist Einfachheit in Förderprozessen so entscheidend?
Joëlle Pianzola: Weil heute noch zu viele Mittel in Administration statt in Wirkung gebunden sind. Komplexe Formulare, redundante Abfragen und Medienbrüche in den Prozessen verlangsamen und erschöpfen sowohl Fördernde als auch Gesuchstellende. «Reduce to the max» lautet das Credo: sich auf das Wesentliche fokussieren, eine klare Sprache verwenden, stringente Abläufe schaffen. Einfachheit ist kein Nice-to-have, sondern ein wichtiges Steuerungsprinzip – sie schafft Zeit für Beurteilung, Dialog und Begleitung und erhöht die Qualität der Entscheidungen.
Wohin entwickelt sich das – welche Chancen und Herausforderungen entstehen?
Leistungsfähige digitale Lösungen denken end-to-end: von der fokussierten Gesuchserfassung über Prüfung und Entscheid bis hin zu Reporting und Lernen. Entscheidend ist der Systemblick – Standards, die für beide Seiten gelten, Daten, die wiederverwendbar sind, Workflows, die Transparenz schaffen. Gute Tools entlasten nicht nur Fördernde, sondern das Gesamtsystem. Die Herausforderung liegt weniger in der Technik als in der Kultur: Bestehendes loslassen, Informationsfluten reduzieren, Verantwortungen klären. Das braucht auch Mut. Und ja, ohne Bereitschaft zur Standardisierung bleibt jede Vereinfachung Stückwerk; und in der Skalierung liegt die Kraft.
Was folgt daraus für die Praxis heute?
Pragmatismus ist wichtiger als Perfektion: am besten schrittweise vereinfachen. Bestehende Abfragen kritisch prüfen: Welche Angaben wurden in der Praxis für den Informationsaustausch und Entscheidungen tatsächlich genutzt? Im System Standardfelder nutzen, Wiederverwendbarkeit von Angaben ermöglichen (einmal sauber erfassen, mehrfach verwenden), klare und einfache Kriterien einführen. Das Reporting so schlank wie möglich, so aussagekräftig wie nötig gestalten. Das sind viele kleine, aber konsequente Schritte –aber sie bringen rasch spürbare Effekte und setzen die richtigen Anreize. Klingt einfach? Ist es in der Praxis nicht. Sich an der eigenen Nase nehmen hilft.
Jetzt mitgestalten
Digitale Prozesse im Förderwesen entfalten ihren Mehrwert erst, wenn sie nicht als Insellösungen, sondern holistisch gedacht werden: von der fokussierten Gesuchsabfrage bis zum klar strukturierten Reporting. Hier setzt das Spheriq Förder- und Gesuchsmanagement an. Dazu gilt: Es lohnt sich, Prozesse nicht einfach «tel quel» zu digitalisieren, sondern das volle Potenzial der digitalen Transformation zu nutzen – pragmatisch und wirkungsorientiert. Das Bootcamp «Achtung, fertig, digital!» im Dezember bietet praxisnahe Impulse und konkrete Ansatzpunkte für den Einstieg.
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