Mit 13 schleppt Aster Kata in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba Zementsäcke, später arbeitet sie in Beirut als Hausangestellte für 100 Dollar im Monat – sieben Tage die Woche. Nach Jahren kehrt sie nach Äthiopien zurück, wird Mutter und schlägt sich als Wäscherin durch. Das Geld reicht kaum. Oft spart sie am eigenen Essen für Tochter Hiwot.
Astar Kata ist eine von 150 Frauen, die dank der Hauswirtschaftsausbildung eine neue Perspektive erhält. Ins Bildungsprogramm nimmt die Organisation Menschen für Menschen nur Frauen aus schwierigsten Verhältnissen auf. Der Unterricht dauert sechs Monate Unterricht in Kochen, Hygiene, Kinderbetreuung, Budgetplanung. Das Angebot beruht auf dem Grundsatz: Wer den Kindern helfen will, muss den Müttern helfen — auf diesem Grundsatz baut das Berufsbildungsprogramm.
Mit 149 weiteren Frauen feiert Aster den Abschluss. «Die Zahl von 150 Absolventinnen ist ein besonderer Erfolg», sagt Getachew Zewdu, Landesrepräsentant von Menschen für Menschen an der Veranstaltung. Insgesamt haben schon 2155 Frauen die Ausbildung durchlaufen. Und ihre Aussichten sind gut. Die Nachfrage nach qualifizierten Kräften in Addis Abeba ist gross. Viele Absolventinnen finden rasch Arbeit oder machen sich selbstständig.


