Hamburg hat mit 82,6 Stiftungen auf 100'000 Einwohner:innen die höchste Stiftungsdichte in Deutschland, Bild: Lukas Menzel, unsplash

Dyna­mi­sche Entwick­lung in Deutschland

Der Stiftungssektor wächst. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen verzeichnet eine Zunahme von 895 neuen Stiftungen im 2025. Gleichzeitig fordert er förderliche Rahmenbedingungen und eine Modernisierung des Gemeinnützigkeitsrechts.

Wie die gerade publi­zier­ten Zahlen des Bundes­ver­ban­des Deut­scher Stif­tun­gen zeigen, wächst der Stif­tungs­sek­tor in Deutsch­land. Im vergan­ge­nen Jahr verzeich­nete der Verband 895 neue rechts­fä­hige Stif­tun­gen bürger­li­chen Rechts. «Das Inter­esse am Stif­ten in Deutsch­land bleibt unge­bro­chen», schreibt der Verband dazu. Insge­samt zählt der Stand­ort damit 27 082 Stif­tun­gen. Der Zuwachs beträgt 2,8 Prozent.

Rahmen­be­din­gun­gen überprüfen

In diesen Zahlen nicht enthal­ten sind Stif­tun­gen wie Treu­hand­stif­tun­gen oder Stif­tungs­fonds. Auch diese haben an Bedeu­tung zuge­nom­men. Von den berück­sich­tig­ten Stif­tun­gen sind 88 Prozent steu­er­be­güns­tigt. Die Entwick­lung dieser gemein­nüt­zi­gen Stif­tun­gen verlief in den vergan­ge­nen Jahren wenig einheit­lich. Nach­dem in den Jahren 2022 und 2023 sogar ein Rück­gang verzeich­net wurde, waren 2025 insge­samt 436 der Neugrün­dun­gen gemein­nüt­zig. Dies ist der höchste Wert seit 2021. Sowohl im inhalt­li­chen Zweck als auch in der regio­na­len Ausrich­tung zeigt sich eine grosse Breite. Der Verband inter­pre­tiert die Zahlen dahin­ge­hend, dass Stif­tun­gen weiter auf gros­ses Inter­esse stos­sen. Er verbin­det dies jedoch auch mit der Forde­rung an die Poli­tik, für gute Rahmen­be­din­gun­gen zu sorgen. «Wer gemein­nüt­zige Stif­tun­gen als einen essen­zi­el­len Teil der Zivil­ge­sell­schaft und als wich­tige Säule demo­kra­ti­scher Resi­li­enz versteht, sollte ihnen verläss­li­che und förder­li­che Bedin­gun­gen bieten», so Frie­de­rike v. Bünau, Gene­ral­se­kre­tä­rin des Bundes­ver­ban­des Deut­scher Stif­tun­gen. 2023 war eine Stif­tungs­re­form in Kraft getre­ten. Nun biete sich die Gele­gen­heit, diese zu evalu­ie­ren. Auch das Gemein­nüt­zig­keits­recht müsse, wie im Koali­ti­ons­ver­trag der Bundes­re­gie­rung fest­ge­hal­ten, moder­ni­siert werden. Das Bünd­nis für Gemein­nüt­zig­keit hat 23 konkrete Reform­vor­schläge formuliert.

Regio­nale Unterschiede

In Deutsch­land kommen im Durch­schnitt 32,4 Stif­tun­gen auf 100’000 Einwohner:innen. Die Schweiz zählte im Jahr 2025 insge­samt 13’782 gemein­nüt­zige Stif­tun­gen, was einem Anstieg von 72 Stif­tun­gen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Stif­tungs­dichte liegt in der Schweiz im Durch­schnitt bei 151 Stif­tun­gen pro 100 000 Einwohner:innen. In Deutsch­land ist die regio­nale Vertei­lung sehr unter­schied­lich: In Hamburg liegt die Stif­tungs­dichte bei 82,6. Am nied­rigs­ten ist sie in Bran­den­burg mit 13,2. In der Schweiz ist sie in Basel-Stadt mit 429 Stif­tun­gen pro 100’000 Einwohner:innen am höchs­ten. Die Publi­ka­tion des Stif­tungs­re­port 2026 der Schweiz ist für den 26. Mai 2026 angekündigt.