Wie die gerade publizierten Zahlen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zeigen, wächst der Stiftungssektor in Deutschland. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Verband 895 neue rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts. «Das Interesse am Stiften in Deutschland bleibt ungebrochen», schreibt der Verband dazu. Insgesamt zählt der Standort damit 27 082 Stiftungen. Der Zuwachs beträgt 2,8 Prozent.
Rahmenbedingungen überprüfen
In diesen Zahlen nicht enthalten sind Stiftungen wie Treuhandstiftungen oder Stiftungsfonds. Auch diese haben an Bedeutung zugenommen. Von den berücksichtigten Stiftungen sind 88 Prozent steuerbegünstigt. Die Entwicklung dieser gemeinnützigen Stiftungen verlief in den vergangenen Jahren wenig einheitlich. Nachdem in den Jahren 2022 und 2023 sogar ein Rückgang verzeichnet wurde, waren 2025 insgesamt 436 der Neugründungen gemeinnützig. Dies ist der höchste Wert seit 2021. Sowohl im inhaltlichen Zweck als auch in der regionalen Ausrichtung zeigt sich eine grosse Breite. Der Verband interpretiert die Zahlen dahingehend, dass Stiftungen weiter auf grosses Interesse stossen. Er verbindet dies jedoch auch mit der Forderung an die Politik, für gute Rahmenbedingungen zu sorgen. «Wer gemeinnützige Stiftungen als einen essenziellen Teil der Zivilgesellschaft und als wichtige Säule demokratischer Resilienz versteht, sollte ihnen verlässliche und förderliche Bedingungen bieten», so Friederike v. Bünau, Generalsekretärin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. 2023 war eine Stiftungsreform in Kraft getreten. Nun biete sich die Gelegenheit, diese zu evaluieren. Auch das Gemeinnützigkeitsrecht müsse, wie im Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgehalten, modernisiert werden. Das Bündnis für Gemeinnützigkeit hat 23 konkrete Reformvorschläge formuliert.
Regionale Unterschiede
In Deutschland kommen im Durchschnitt 32,4 Stiftungen auf 100’000 Einwohner:innen. Die Schweiz zählte im Jahr 2025 insgesamt 13’782 gemeinnützige Stiftungen, was einem Anstieg von 72 Stiftungen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Stiftungsdichte liegt in der Schweiz im Durchschnitt bei 151 Stiftungen pro 100 000 Einwohner:innen. In Deutschland ist die regionale Verteilung sehr unterschiedlich: In Hamburg liegt die Stiftungsdichte bei 82,6. Am niedrigsten ist sie in Brandenburg mit 13,2. In der Schweiz ist sie in Basel-Stadt mit 429 Stiftungen pro 100’000 Einwohner:innen am höchsten. Die Publikation des Stiftungsreport 2026 der Schweiz ist für den 26. Mai 2026 angekündigt.


