Symbolbild: Pricilla di Preez, unsplash

Die SGG stellt ihre Arbeit neu auf

Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) schärft ihre strategische Ausrichtung und setzt künftig stärker auf projektbezogenes Arbeiten. Damit will die SGG gesellschaftliche Herausforderungen systematischer analysieren, gezielter bearbeiten und ihre Wirkung klarer sichtbar machen.

Die Schwei­ze­ri­sche Gemein­nüt­zige Gesell­schaft rich­tet ihre Arbeit neu aus. Die Neuaus­rich­tung ist kein radi­ka­ler Bruch, sondern viel­mehr eine stra­te­gi­sche Schär­fung. So will sie künf­tig gesell­schaft­li­che Heraus­for­de­run­gen syste­ma­ti­scher analy­sie­ren, geziel­ter bear­bei­ten und trans­pa­ren­ter weiter­ent­wi­ckeln. Grund­lage dafür ist der neue stra­te­gi­sche Rahmen, den Vorstand und Mitglie­der 2024 gemein­sam verab­schie­det haben.

Drei Themen­fel­der

Im Zentrum stehen drei Themen­fel­der: sozia­ler Zusam­men­halt, aktive Zivil­ge­sell­schaft und eine leben­dige demo­kra­ti­sche Kultur. Die SGG setzt in Zukunft stär­ker auf projekt­be­zo­ge­nes Arbei­ten. «Für uns bedeu­tet projekt­be­zo­ge­nes Arbei­ten nicht kurz­fris­ti­ges Handeln, sondern eine struk­tu­rierte Art, gesell­schaft­li­che Themen zu entwi­ckeln», sagt die Geschäfts­stelle der SGG. Eine konse­quente Projekt­ar­beit helfe dabei, so die SGG, neue Ansätze zu prüfen, weiter­zu­ent­wi­ckeln und ihre tatsäch­li­che Wirkung einzu­schät­zen. Und weiter betont die Geschäfts­stelle, «Nach­hal­tig­keit entsteht dann dort, wo sich ein Ansatz bewährt und bewusst weiter­ge­tra­gen wird, etwa durch einen Ausbau, durch die Einbet­tung in bestehende Struk­tu­ren oder durch eine Über­gabe an Orga­ni­sa­tio­nen, die solche Ange­bote lang­fris­tig tragen können», und sie betont, dass auf diese Weise dauer­hafte Enga­ge­ment­struk­tu­ren auf einer soli­den Grund­lage entste­hen könnten. 

Für uns bedeu­tet projekt­be­zo­ge­nes Arbei­ten nicht kurz­fris­ti­ges Handeln, sondern eine struk­tu­rierte Art, gesell­schaft­li­che Themen zu entwi­ckeln, Geschäfts­stelle der SGG

Die SGG will gesell­schaft­li­che Frage­stel­lun­gen von der Analyse über Pilot­pha­sen bis hin zu bewuss­ten Entschei­den über Weiter­füh­rung, Anpas­sung oder Abschluss beglei­ten. Diese Arbeits­weise soll es ermög­li­chen, Ressour­cen zu bündeln. Auch sollen so Wirkun­gen sicht­bar gemacht und offen auf neue Entwick­lun­gen reagiert werden. Ergänzt werden sollen die Projekte durch klar defi­nierte Hand­lungs­modi  – von der Entwick­lung von Modell­vor­ha­ben über die Vernet­zung rele­van­ter Akteur:innen bis hin zur Förde­rung Drit­ter sowie zur Analyse und Einord­nung gesell­schaft­li­cher Entwicklungen. 

Neue Einord­nung von Pro Futu­ris und des Programms Intergeneration

Vor diesem Hinter­grund hat der Vorstand die bestehen­den Programme neu einge­ord­net. Pro Futu­ris – 2022 durch die SGG gegrün­det –  bleibt als Think + Do Tank Teil der SGG. Dieser wirkt künf­tig noch klarer im Themen­feld der demo­kra­ti­schen Kultur. Mit Pilot­pro­jek­ten, Analy­sen und Part­ner­schaf­ten soll Pro Futu­ris gesell­schaft­li­che Debat­ten voran­brin­gen – auch dort, wo sie unbe­quem sind. Die Einbet­tung in die SGG-Gesamt­stra­te­gie soll weni­ger begren­zen. Viel­mehr soll sie die Anschluss­fä­hig­keit der Arbeit erhö­hen. So betont die SGG: «Die stär­kere Veran­ke­rung in der Gesamt­stra­te­gie bedeu­tet vor allem, dass Pro Futu­ris seine Arbeit sicht­bar in Bezug auf die über­ge­ord­ne­ten Ziele der SGG einord­net und als Teil des gemein­sa­men Port­fo­lios weiter­ent­wi­ckelt.»
Auch das Programm Inter­ge­ne­ra­tion bleibt Teil der SGG: Mit seinem gene­ra­tio­nen­über­grei­fen­den Ansatz an der Schnitt­stelle zentra­ler stra­te­gi­scher Themen­fel­der will es Anreize gegen Alters­dis­kri­mi­nie­rung setzen.

In eine neue Träger­schaft überführen

Job Caddie soll in eine neue Träger­schaft über­führt werden. Das lang­fris­tig ange­legte Unter­stüt­zungs­an­ge­bot für Jugend­li­che lässt sich nur begrenzt in eine projekt­be­zo­gene Arbeits­weise inte­grie­ren. Während einer Über­gangs­phase von zwölf Mona­ten führt die SGG das Ange­bot weiter. Seiten­Wech­sel wiederum wird inner­halb eines Jahres abge­schlos­sen sein. Das Anlie­gen – Perspek­tiv­wech­sel und Begeg­nun­gen zwischen unter­schied­li­chen Lebens­wel­ten – bleibt jedoch Teil der stra­te­gi­schen Ausrich­tung und soll künf­tig in ande­ren Forma­ten aufge­grif­fen werden.

SGG und die Politik

Mit der Neuaus­rich­tung stellt sich auch die Frage nach der poli­ti­schen Rolle der SGG. «Die SGG ist keine partei­po­li­ti­sche Akteu­rin. Sie versteht sich seit ihrer Grün­dung als zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tion, die sich in zentra­len Fragen des Gemein­wohls enga­giert», betont die Geschäfts­stelle der SGG. Demnach posi­tio­niert sie sich nicht partei­po­li­tisch. Gesell­schaft­lich aber sehr wohl. So verweist die Geschäfts­stelle auf aktu­elle Beispiele wie den Vorschlag eines alters­un­ab­hän­gi­gen Frei­wil­li­gen­ur­laubs. Der unbe­zahlte Zusatz­ur­laub für frei­wil­li­ges Enga­ge­ment komme ohne grosse Kosten aus, könne aber Wirkung entfal­ten. Offen­bar geht es der SGG darum, Rahmen­be­din­gun­gen zu schaf­fen, damit Enga­ge­ment möglich bleibt – gerade in einer Zeit, in der Frei­wil­li­gen­ar­beit auf immer weni­ger Schul­tern verteilt ist. So schreibt die SGG: «Auch künf­tig wird die SGG gesell­schaft­li­che Entwick­lun­gen analy­sie­ren, einord­nen und dort Posi­tion bezie­hen, wo dies aus ihrer Rolle als unab­hän­gige zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tion heraus ange­zeigt ist.»