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Beschei­dene Bilanz in Belém

Die Klimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém endete am Samstag mit bescheidenen Resultaten. Positiv beurteilen Hilfswerke und Klimaschutzorganisationen, dass beim Thema Klimagerechtigkeit Fortschritte möglich waren.

Die Klima­kon­fe­renz in Belém hat einmal mehr die Viel­schich­tig­keit und die unter­schied­li­chen natio­na­len Inter­es­sen beim Klima­schutz offen­ge­legt. Entspre­chend beur­tei­len die NGOs die Ergeb­nisse. Insge­samt stufen sie die Bilanz als beschei­den ein. Insbe­son­dere beim Klima­schutz fehlen Fort­schritte. Beim Ausstieg aus fossi­len Ener­gie­trä­gern konn­ten die Teilnehmer:innen keine Eini­gung erzie­len. Thomas Häuser, WWF-Klima­ex­perte und Mitglied der Schwei­zer Verhand­lungs­de­le­ga­tion, sagt zu den Ergeb­nis­sen: «Obwohl viele Länder auf eine Road­map für den Ausstieg aus Kohle, Gas und Öl dräng­ten, kam sie nicht zustande. Doch der starke Zubau von Solar- und Wind­ener­gie in den letz­ten Jahren zeigt: Die Ener­gie­wende ist im Gang, wenn auch noch zu lang­sam.» Auch Swis­said bedau­ert, dass trotz der Unter­stüt­zung von 80 Staa­ten die Verab­schie­dung einer Road­map am Wider­stand der ölrei­chen Ländern schei­terte. Zur Rolle der Schweiz sagt Sonja Tschir­ren, Klima Exper­tin bei SWISSAID: «Es ist wich­tig, dass die Schweiz unter den Unter­stüt­zern der Road­map zum Ausstieg aus fossi­len Ener­gien war, denn ohne Verzicht auf fossile Ener­gie lässt sich das gemein­same Ziel, dass 1.5 Grad globale Erwär­mung mittel­fris­tig nicht über­schrit­ten werden, nicht einhal­ten», und sie fordert, «nun müssen den Worten auch Taten folgen.»

Mehr Klima­ge­rech­tig­keit

Posi­tiv beur­tei­len die Hilfs­werke und Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen das Erreichte bei der Klima­ge­rech­tig­keit. So schreibt Alli­ance Sud, dass es gelun­gen sei, einen Mecha­nis­mus zu «Just Tran­si­tion» zu beschlies­sen. Dieser soll soziale Gerech­tig­keit bei Klima­schutz­mass­nah­men sicher­stel­len. David Knecht von der Fasten­ak­tion sagt: «Das ist gerade für die länd­lich leben­den und oft benach­tei­lig­ten Menschen enorm wich­tig.» Aller­dings würden grif­fige Mass­nah­men für eine Finan­zie­rung fehlen. Auch Delia Berner, Exper­tin für inter­na­tio­nale Klima­po­li­tik bei Alli­ance Sud, sieht Posi­ti­ves im Erreich­ten. «Die Eini­gung enthält die klare Erwar­tung, die Unter­stüt­zung von Ländern im Globa­len Süden für die Anpas­sung an den Klima­wan­del zu verdrei­fa­chen», sagt sie. Und sie verlangt auch don der Schweiz, dass sie mehr öffent­li­che Mittel dafür einset­zen müsse: «Die Schweiz sollte drin­gend bei den Erträ­gen aus dem Emis­si­ons­han­dels­sys­tem entspre­chende Beträge reservieren.» 

Bettina Dürr von der Fasten­ak­tion betont die Abhän­gig­keit des Fort­schritts beim Klima­schutz von den finan­zi­el­len Mitteln. Und sie hält fest, dass die Schweiz das Finan­zie­rungs­ziel von Baku nicht umge­setzt habe. Sie verlangt: «Der Bundes­rat muss so schnell wie möglich den fairen Beitrag der Schweiz zum 300 Milli­ar­den Dollar Ziel beschlies­sen.» SWISSAID fügt an, dass dieser jähr­li­che Bedarf bis 2035 weiter anstei­gen werde. Wegen der sich häufen­den und inten­si­ve­ren Klima­kas­t­atro­phen, die gerade die Länder im Süden tref­fen werden, sei ab 2030 stei­gen. Alli­ance Sud fasst diese Miss­ver­hält­nis in Zahlen. Die zehn reichs­ten Prozent der Welt­be­völ­ke­rung seien für 48 Prozent der Emis­sio­nen verant­wort­lich, die 50 ärms­ten Prozent für zwölf Prozent. Aber von den Folgend er Klima­krise seien sie am stärks­ten betroffen.

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