Visualisierung zVg. Carla Juacaba

Bad Ragaz bekommt ein Museum für alle

Im Kurpark von Bad Ragaz entsteht ein neues Kunstmuseum. Nach der Ankündigung des Museums im August 2025, wurden nun am vergangenen Wochenende alle Beiträge des internationalen Architekturwettbewerbs präsentiert. Die Stiftung Kunstsammlung Thomas Schmidheiny will damit ein Zeichen für Transparenz setzen.

Im Zentrum steht das Sieger­pro­jekt der brasi­lia­ni­schen Archi­tek­tin Carla Juaçaba. Ihr Entwurf über­zeugte mit der redu­zier­ten Formen­spra­che oder wie Hans Ulrich Obrist, Mitglied der Sach­jury, sagt: «Der Entwurf über­zeugte die Jury durch seine Sensi­bi­li­tät und die klare Haltung, die allen Arbei­ten von Carla Juaçaba zugrunde liegt. Er versteht das Museum nicht als abge­schlos­se­nes Objekt, sondern als Teil der Land­schaft, der Archi­tek­tur, Natur und Ort in Bezie­hung setzt. Die Struk­tur ist offen und einla­dend und stellt die Land­schaft durch gezielte Blick­be­züge in den Vorder­grund. Die klare Orga­ni­sa­tion der Räume unter­stützt die Nutzung und schafft einen Ort für Kunst und Dialog.» Zwölf inter­na­tio­nal renom­mierte Architekt:innen wurden einge­la­den. Die Jury verzich­tete bewusst auf eine Rangie­rung der weite­ren Beiträge. Sie betonte die hohe Quali­tät aller einge­gan­ge­nen Beiträge. 

Einge­bet­tet im gros­sen Kontext

Geplant ist ein rund 3400 Quadrat­me­ter gros­ses Muse­ums­ge­bäude beim Grand Resort Bad Ragaz. Ein Blick auf die Dimen­sio­nen des Vorha­bens zeigt den Kontext. Die weit­läu­fige Anlage der Fami­lie Schmid­heiny rund um das Grand Resort umfasst rund 500’000 Quadrat­me­ter. Die gesamte Gemein­de­flä­che von Bad Ragaz umfasst rund 2540 Hektar. Die Eröff­nung soll 2030 sein. Den Gemein­de­prä­si­dent Jens Jäger von Bad Ragaz freut’s: «Das Projekt ist eine grosse Chance für Bad Ragaz. Es stärkt die kultu­relle Entwick­lung des Ortes und bringt einen Mehr­wert für Bevöl­ke­rung und Gäste.» Mit dem Entscheid für das Projekt von Carla Juaçaba beginnt nun die nächste Phase: die plane­ri­sche und poli­ti­sche Konkretisierung.

Visua­li­sie­rung, zVg Bild­rechte Carla Juacaba

Phil­an­thro­pie als kultu­relle Verantwortung

Mit dem Muse­ums­pro­jekt verfolgt die Stif­tung ihren Auftrag, der sich aus diesem Zweck ablei­tet. Sie macht ihre private Samm­lung – im Zentrum die Werke von Ferdi­nand Hodler – öffent­lich zugäng­lich und finan­ziert deren Erhalt und fördert gezielt Forschung und Vermitt­lung dazu. Damit geht das Enga­ge­ment über reine Zugäng­lich­keit hinaus. Es stärkt lang­fris­tig auch die kunst­his­to­ri­sche, wissen­schaft­li­che und kultu­relle Perspek­tive. «Unsere Samm­lung ist über Gene­ra­tio­nen gewach­sen. Mit dem Museum möch­ten wir sie dauer­haft öffnen und einen Ort schaf­fen, der Kunst, Menschen und Region verbin­det», sagt die Fami­lie Schmidheiny.

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