Im Zentrum steht das Siegerprojekt der brasilianischen Architektin Carla Juaçaba. Ihr Entwurf überzeugte mit der reduzierten Formensprache oder wie Hans Ulrich Obrist, Mitglied der Sachjury, sagt: «Der Entwurf überzeugte die Jury durch seine Sensibilität und die klare Haltung, die allen Arbeiten von Carla Juaçaba zugrunde liegt. Er versteht das Museum nicht als abgeschlossenes Objekt, sondern als Teil der Landschaft, der Architektur, Natur und Ort in Beziehung setzt. Die Struktur ist offen und einladend und stellt die Landschaft durch gezielte Blickbezüge in den Vordergrund. Die klare Organisation der Räume unterstützt die Nutzung und schafft einen Ort für Kunst und Dialog.» Zwölf international renommierte Architekt:innen wurden eingeladen. Die Jury verzichtete bewusst auf eine Rangierung der weiteren Beiträge. Sie betonte die hohe Qualität aller eingegangenen Beiträge.
Eingebettet im grossen Kontext
Geplant ist ein rund 3400 Quadratmeter grosses Museumsgebäude beim Grand Resort Bad Ragaz. Ein Blick auf die Dimensionen des Vorhabens zeigt den Kontext. Die weitläufige Anlage der Familie Schmidheiny rund um das Grand Resort umfasst rund 500’000 Quadratmeter. Die gesamte Gemeindefläche von Bad Ragaz umfasst rund 2540 Hektar. Die Eröffnung soll 2030 sein. Den Gemeindepräsident Jens Jäger von Bad Ragaz freut’s: «Das Projekt ist eine grosse Chance für Bad Ragaz. Es stärkt die kulturelle Entwicklung des Ortes und bringt einen Mehrwert für Bevölkerung und Gäste.» Mit dem Entscheid für das Projekt von Carla Juaçaba beginnt nun die nächste Phase: die planerische und politische Konkretisierung.

Philanthropie als kulturelle Verantwortung
Mit dem Museumsprojekt verfolgt die Stiftung ihren Auftrag, der sich aus diesem Zweck ableitet. Sie macht ihre private Sammlung – im Zentrum die Werke von Ferdinand Hodler – öffentlich zugänglich und finanziert deren Erhalt und fördert gezielt Forschung und Vermittlung dazu. Damit geht das Engagement über reine Zugänglichkeit hinaus. Es stärkt langfristig auch die kunsthistorische, wissenschaftliche und kulturelle Perspektive. «Unsere Sammlung ist über Generationen gewachsen. Mit dem Museum möchten wir sie dauerhaft öffnen und einen Ort schaffen, der Kunst, Menschen und Region verbindet», sagt die Familie Schmidheiny.


