Das Binding Jahresthema lautet «Biodiversität und Infrastrukturbauten». Gesucht sind vorbildliche, realisierte Projekte, die zeigen, wie Infrastrukturbauwerke für beispielsweise Mobilität, Energie oder Wassermanagement nicht nur funktional, sondern auch naturverträglich gestaltet werden können. Die Sophie und Karl Binding Stiftung hält fest, dass Infrastrukturen unsere gebaute Umwelt prägen. Die detaillierten Bedingungen zur Projekteingabe sind hier einsehbar.
Insgesamt werden 125’000 Franken Preisgelder vergeben. Die Eingabe erfolgt online über das Formular auf der Website der Sophie und Karl Binding Stiftung.
Einsendeschluss ist der 31. Januar 2026.
Die Preisverleihung wird am 26. August 2026 stattfinden.
Zum letztjährigen Gewinner: Der Verein Naturwerkstatt Eriwis
Vom industriellen Abbaugebiet zum biodiversen Naturparadies
Wie viel Engagement, Kreativität und Beharrlichkeit es braucht, um Natur zurückzubringen, zeigt die Naturwerkstatt Eriwis in Schinznach-Dorf AG, – eine der beiden Preisträgerinnen des letzten Binding Preises für Biodiversität.
Wo einst Opalinuston für Backsteine und Dachziegel abgebaut wurde, hat sich ein vielfältiger Lebensraum entwickelt. Nach der Stilllegung der Grube 1998 blieb das Gelände sich selbst überlassen. Als die Landschaftsarchitekten Victor Condrau und Elisabeth Dürig die Fläche 2006 entdeckten, fanden sie eine unerwartet reiche Natur vor: Tümpel, Trockenflächen, wuchernde Vegetation – ein Mosaik, das Lebensraum für zahlreiche Arten bietet. Aus dieser Entdeckung entstand eine Vision. Condrau und Dürig gründeten den Verein Naturwerkstatt Eriwis, um das Gelände zu sichern und als Natur- und Erlebnisraum zugänglich zu machen.
Mit Unterstützung von BirdLife Aargau, dem Kanton Aargau und weiteren Partnern gelang 2016 der Kauf der 13,5 Hektar grossen Fläche. Seither ist die Eriwis ein Ort, an dem Biodiversität, Bildung und Gesundheitsförderung auf einzigartige Weise zusammenfinden.
Ein Barfusspfad führt über kühlen Ton, trockene Steine und weichen Waldboden, ein Arzneipflanzengarten zeigt die Heilkraft der Pflanzen, Workshops vermitteln praktisches Wissen. Schulklassen, Freiwillige und Exkursionsgruppen gestalten und pflegen das Gelände mit. So ist ein lebendiger Lern- und Erfahrungsraum entstanden – sorgfältig gelenkt, um empfindliche Habitate zu schützen und zugleich erfahrbar zu machen. Heute gilt die Eriwis als Leuchtturmprojekt gelungener Renaturierung im Siedlungsraum. Es zeigt, wie aus industrieller Vergangenheit ein Zukunftsort werden kann – für Menschen, Pflanzen und Tiere gleichermassen.


