Vielfältiges Kurs- und Workshopangebot zur Förderung der Sinneswahrnehmung bei der Naturwerkstatt Eriwis; Gewinnerin des Binding Preis 2025. Bild: Stefanie Würsch

Ausschrei­bung: Binding Preis für Biodi­ver­si­tät 2026

125’000 Franken für Infrastrukturbauten, die die Biodiversität fördern. Die Sophie und Karl Binding Stiftung schreibt für das Jahr 2026 zum sechsten Mal den Binding Preis für Biodiversität aus. Mit dem Preis zeichnet die Stiftung zukunftsweisende Leistungen zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum aus.

Das Binding Jahres­thema lautet «Biodi­ver­si­tät und Infra­struk­tur­bau­ten». Gesucht sind vorbild­li­che, reali­sierte Projekte, die zeigen, wie Infra­struk­tur­bau­werke für beispiels­weise Mobi­li­tät, Ener­gie oder Wasser­ma­nage­ment nicht nur funk­tio­nal, sondern auch natur­ver­träg­lich gestal­tet werden können. Die Sophie und Karl Binding Stif­tung hält fest, dass Infra­struk­tu­ren unsere gebaute Umwelt prägen. Die detail­lier­ten Bedin­gun­gen zur Projekt­ein­gabe sind hier einseh­bar.

Insge­samt werden 125’000 Fran­ken Preis­gel­der verge­ben. Die Eingabe erfolgt online über das Formu­lar auf der Website der Sophie und Karl Binding Stif­tung.

Einsen­de­schluss ist der 31. Januar 2026.

Die Preis­ver­lei­hung wird am 26. August 2026 stattfinden.

Zum letzt­jäh­ri­gen Gewin­ner: Der Verein Natur­werk­statt Eriwis

Vom indus­tri­el­len Abbau­ge­biet zum biodi­ver­sen Naturparadies

Wie viel Enga­ge­ment, Krea­ti­vi­tät und Beharr­lich­keit es braucht, um Natur zurück­zu­brin­gen, zeigt die Natur­werk­statt Eriwis in Schinz­nach-Dorf AG, – eine der beiden Preis­trä­ge­rin­nen des letz­ten Binding Prei­ses für Biodi­ver­si­tät.

Wo einst Opali­nus­ton für Back­steine und Dach­zie­gel abge­baut wurde, hat sich ein viel­fäl­ti­ger Lebens­raum entwi­ckelt. Nach der Still­le­gung der Grube 1998 blieb das Gelände sich selbst über­las­sen. Als die Land­schafts­ar­chi­tek­ten Victor Condrau und Elisa­beth Dürig die Fläche 2006 entdeck­ten, fanden sie eine uner­war­tet reiche Natur vor: Tümpel, Trocken­flä­chen, wuchernde Vege­ta­tion – ein Mosaik, das Lebens­raum für zahl­rei­che Arten bietet. Aus dieser Entde­ckung entstand eine Vision. Condrau und Dürig grün­de­ten den Verein Natur­werk­statt Eriwis, um das Gelände zu sichern und als Natur- und Erleb­nis­raum zugäng­lich zu machen. 

Mit Unter­stüt­zung von Bird­Life Aargau, dem Kanton Aargau und weite­ren Part­nern gelang 2016 der Kauf der 13,5 Hektar gros­sen Fläche. Seit­her ist die Eriwis ein Ort, an dem Biodi­ver­si­tät, Bildung und Gesund­heits­för­de­rung auf einzig­ar­tige Weise zusammenfinden.

Ein Barfuss­pfad führt über kühlen Ton, trockene Steine und weichen Wald­bo­den, ein Arznei­pflan­zen­gar­ten zeigt die Heil­kraft der Pflan­zen, Work­shops vermit­teln prak­ti­sches Wissen. Schul­klas­sen, Frei­wil­lige und Exkur­si­ons­grup­pen gestal­ten und pfle­gen das Gelände mit. So ist ein leben­di­ger Lern- und Erfah­rungs­raum entstan­den – sorg­fäl­tig gelenkt, um empfind­li­che Habi­tate zu schüt­zen und zugleich erfahr­bar zu machen. Heute gilt die Eriwis als Leucht­turm­pro­jekt gelun­ge­ner Rena­tu­rie­rung im Sied­lungs­raum. Es zeigt, wie aus indus­tri­el­ler Vergan­gen­heit ein Zukunfts­ort werden kann – für Menschen, Pflan­zen und Tiere gleichermassen.

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