Sie ist rund, violett, erinnert an ein Alien-Ei – und will doch nichts weniger, als eine ganze Stadt zum Klingen bringen. Im September 2025 wird Luzern Gastgeberin einer Installation zwischen Kunstspektakel, sozialem Statement und kühner Architektur: Ark Nova, die mobile Konzerthalle des Duos Anish Kapoor und Arata Isozaki, macht am Vierwaldstättersee Station – zum ersten Mal auf europäischem Boden.
Von der Katastrophe zum Kulturtransfer
Eigentlich begann alles mit einer Katastrophe. Nach dem verheerenden Tsunami in Japan im Jahr 2011 entstand Ark Nova als musikalisches Hoffnungssymbol. Die Idee: Mit Musik und Begegnung erhalten und stärken, was zerstört wurde – gestützt durch einen Hauch architektonischer Extravaganz. Mehrere Städte in Japan dienten als Versuchsraum, bevor Ark Nova, nach einer spektakulären Seereise über das Kap der Guten Hoffnung, endlich in Luzern eintrifft.
Bühne, Skulptur, Erlebnisraum
Im Inneren der Ark Nova findet Begegnung statt: weniger Weltrettung, mehr Happening. Die Konstruktion aus recycelbarem PVC, gehalten allein durch Luftdruck, steht als Sinnbild für Leichtigkeit und Innovation. Rund dreihundert Menschen finden darin Platz. Die Atmosphäre ist dicht, das Erlebnis aussergewöhnlich.
Musik für alle – Vielfalt auf der Bühne
Vom 4. bis 14. September 2025 präsentiert das Lucerne Festival 35 Kurzkonzerte unterschiedlichster Genres: von Klassik über Jazz bis Pop und Volksmusik. Internationale Namen wie Igor Levit und Wayne Marshall treten mit lokalen Ensembles auf. Der Surprise-Strassenchor und Geflüchtete aus der Ukraine wirken mit. Ticketpreise ab fünfzehn Franken und freie Kombitickets an den Family Days machen das Festival für weite Kreise zugänglich. Parallel dazu dokumentiert das Hans Erni Museum die Entstehung und Nutzung der Ark Nova – mit Modellen, Fotografien und Berichten. Die Ausstellung lädt zum Verstehen und zum Staunen ein.
Mehr als Pathos
Bringt Ark Nova Luzern einen gesellschaftlichen Wandel? Sicher ist: Das Projekt verknüpft Kunst, Musik und soziales Engagement sichtbar miteinander. Mit durchdacht inklusiver Sprache auf allen Ebenen und niedrigschwelligen Zugängen setzt es Zeichen für eine offene und diverse Gesellschaft. Ein riesiges, violettes Zelt – und vielleicht reicht das schon, um neue Perspektiven entstehen zu lassen.


