Visualisierung der Ark Nova, um 2011, Computergrafik, Bild: Arata Isozaki & Associates, Tokyo

Ark Nova: Wenn eine aufblas­bare Hoff­nung in Luzern landet

Die mobile Konzerthalle Ark Nova wird am Lucerne Festival vom 4. bis zum 14. September auf der Lidowiese in Luzern stehen. Parallel dazu zeigt das Hans Erni Museum in einer Ausstellung bis zum 12. Oktober 2025 die Genese und die Nutzung dieses einzigartigen, zwischen Architektur und Skulptur changierenden Baus.

Sie ist rund, violett, erin­nert an ein Alien-Ei – und will doch nichts weni­ger, als eine ganze Stadt zum Klin­gen brin­gen. Im Septem­ber 2025 wird Luzern Gast­ge­be­rin einer Instal­la­tion zwischen Kunst­spek­ta­kel, sozia­lem State­ment und kühner Archi­tek­tur: Ark Nova, die mobile Konzert­halle des Duos Anish Kapoor und Arata Isozaki, macht am Vier­wald­stät­ter­see Station – zum ersten Mal auf euro­päi­schem Boden.

Von der Kata­stro­phe zum Kulturtransfer

Eigent­lich begann alles mit einer Kata­stro­phe. Nach dem verhee­ren­den Tsunami in Japan im Jahr 2011 entstand Ark Nova als musi­ka­li­sches Hoff­nungs­sym­bol. Die Idee: Mit Musik und Begeg­nung erhal­ten und stär­ken, was zerstört wurde – gestützt durch einen Hauch archi­tek­to­ni­scher Extra­va­ganz. Mehrere Städte in Japan dien­ten als Versuchs­raum, bevor Ark Nova, nach einer spek­ta­ku­lä­ren Seereise über das Kap der Guten Hoff­nung, endlich in Luzern eintrifft.

Bühne, Skulp­tur, Erlebnisraum

Im Inne­ren der Ark Nova findet Begeg­nung statt: weni­ger Welt­ret­tung, mehr Happe­ning. Die Konstruk­tion aus recy­cel­ba­rem PVC, gehal­ten allein durch Luft­druck, steht als Sinn­bild für Leich­tig­keit und Inno­va­tion. Rund drei­hun­dert Menschen finden darin Platz. Die Atmo­sphäre ist dicht, das Erleb­nis aussergewöhnlich.

Musik für alle – Viel­falt auf der Bühne

Vom 4. bis 14. Septem­ber 2025 präsen­tiert das Lucerne Festi­val 35 Kurz­kon­zerte unter­schied­lichs­ter Genres: von Klas­sik über Jazz bis Pop und Volks­mu­sik. Inter­na­tio­nale Namen wie Igor Levit und Wayne Marshall treten mit loka­len Ensem­bles auf. Der Surprise-Stras­sen­chor und Geflüch­tete aus der Ukraine wirken mit. Ticket­preise ab fünf­zehn Fran­ken und freie Kombi­ti­ckets an den Family Days machen das Festi­val für weite Kreise zugäng­lich. Paral­lel dazu doku­men­tiert das Hans Erni Museum die Entste­hung und Nutzung der Ark Nova – mit Model­len, Foto­gra­fien und Berich­ten. Die Ausstel­lung lädt zum Verste­hen und zum Stau­nen ein.

Mehr als Pathos

Bringt Ark Nova Luzern einen gesell­schaft­li­chen Wandel? Sicher ist: Das Projekt verknüpft Kunst, Musik und sozia­les Enga­ge­ment sicht­bar mitein­an­der. Mit durch­dacht inklu­si­ver Spra­che auf allen Ebenen und nied­rig­schwel­li­gen Zugän­gen setzt es Zeichen für eine offene und diverse Gesell­schaft. Ein riesi­ges, violet­tes Zelt – und viel­leicht reicht das schon, um neue Perspek­ti­ven entste­hen zu lassen.

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